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Bislang orientieren sich Roboter in erster Linie an Kameras. Sie erfassen Geometrie, Farbe und Position. Was dabei fehlt, ist alles, was Menschen selbstverständlich beim Handeln einbeziehen – der spürbare Widerstand einer Schraube, das Klicken eines einrastenden Steckverbinders. Genau diese Lücke will Neura mit seinem Perception-Language-Action-Modell (PLA) schließen, das 3D-Sehen, Tastsinn, Hören, Eigenzustand und Sprache gemeinsam mit einem Gedächtnis in einem Foundation Model vereint.
Von der Wahrnehmung zur Handlung
Die Architektur verbindet laut Hersteller, was ein Roboter sieht, hört und fühlt, mit dem, was er bereits getan hat, und verwandelt multisensorische Informationen so in physische Handlungen. Etwa bei Aufgaben, bei denen Kameras an ihre Grenzen stoßen. Öffnet ein Roboter etwa ein Schloss, verrät erst das Klicken und der spürbare Widerstand, dass es wirklich offen ist. Mithilfe des Tastsinns kann eine Maschine zudem Objekte greifen, die sie gar nicht sehen kann. Aber auch dort, wo Bildverarbeitung heute genügt, verspricht Neura Verbesserungen. Ein Schweißroboter soll künftig am Geräusch erkennen, ob die Naht gelingt.
Die eigentliche Besonderheit liegt jedoch im Gedächtnis. Wer im Alltag handlungsfähig sein will, muss Ursache und Wirkung verstehen und sich an Objekte erinnern, selbst wenn sie außerhalb des Blickfelds liegen. Das ist eine Fähigkeit, die sich Menschen in der Realität aneignen. Anders als rein digitale KI agiert ein Roboter in einer kontinuierlichen physischen Welt und muss Objekte sowie die Folgen seiner eigenen Handlungen über die Zeit im Blick behalten. Neura gibt an, Aufbau und Technik des Modells gezielt für diese Gedächtnisfunktion angepasst und mit speziellen Datensätzen trainiert zu haben.
Das elektronische Gehirn
„Ein intelligenter Roboter braucht ein Gehirn, das seine Sinne zusammenführt und sich daran erinnert, was passiert ist“, sagte David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics.
„Mit Neuron AI bauen wir das Gehirn der physischen Welt: Physical AI, die menschliches Fachwissen und physische Erfahrung in Fähigkeiten verwandelt, die Roboter lernen und anwenden können. Entwickelt in Deutschland, gebaut für die Welt.“
Mit dem Modell positioniert sich das Unternehmen im Trend zur sogenannten Physical AI.
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