Das neue Zentrum soll künftig bis zu 66.000 Mehrwegkisten sowie rund 1,5 Millionen Einweggebinde täglich verarbeiten können. | © RIAG / Robert Harson
Mit dem offiziellen Spatenstich hat die REWE Group den Bau ihres neuen Logistikzentrums ALPHA in Wiener Neudorf gestartet. Den ersten Bauabschnitt bildet ein neues Wertstoffsortierzentrum, das künftig eine zentrale Rolle in der Rückhol- und Recyclinglogistik übernehmen soll.
Das Gesamtprojekt gilt mit einem Investitionsvolumen von 600 Millionen Euro als bislang größte Einzelinvestition eines privaten Unternehmens in Niederösterreich. Bis 2030 will die REWE Group den bestehenden Standort auf bereits verbauter Fläche zu einem hochautomatisierten Logistikzentrum ausbauen.
Künftig sollen von Wiener Neudorf aus rund 2.500 Standorte von BILLA, BILLA PLUS, BIPA und ADEG mit mehr als 20.000 Artikeln beliefert werden.
Fokus auf Automatisierung und Kreislaufwirtschaft
Im Zentrum des Projekts stehen automatisierte Lagertechnik, robotergestützte Kommissionierung und digital gesteuerte Logistiksysteme. Geplant sind unter anderem Hochregallager mit rund 87.000 Palettenplätzen auf insgesamt rund 150.000 Quadratmetern Fläche.
Eine Schlüsselrolle übernimmt dabei das neue Wertstoffsortierzentrum. Hintergrund ist vor allem das seit 2025 geltende Einwegpfandsystem. Laut REWE wurden allein 2025 bereits mehr als 380 Millionen Pfandgebinde retourniert.
„Mit dem Logistikzentrum Wiener Neudorf investieren wir gezielt in die Zukunftsfähigkeit unserer Versorgung in Österreich“, erklärt Marcel Haraszti, Vorstand der REWE International AG. Ziel sei es, Lieferketten langfristig robuster und nachhaltiger zu gestalten.
Das neue Zentrum soll künftig bis zu 66.000 Mehrwegkisten sowie rund 1,5 Millionen Einweggebinde täglich verarbeiten können.
Politik sieht Signal für Standort Österreich
Auch politisch wird das Projekt als wichtiger Wirtschaftsimpuls bewertet. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer bezeichnete die Investition als „starkes Bekenntnis zu Niederösterreich und zum Standort Österreich“.
Marlene Zeidler-Beck, Abgeordnete zum niederösterreichischen Landtag und Vertreterin von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, verwies auf neue Arbeitsplätze und moderne Infrastruktur, die durch das Projekt entstehen sollen.
Christian Hörner, Geschäftsführer Lager & Transport bei der REWE Group, sieht im neuen Wertstoffsortierzentrum einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung der Logistikprozesse. Projektleiterin Isabella Handler betont insbesondere die Bedeutung effizienter Sortier- und Recyclingprozesse im Zusammenhang mit dem Einwegpfandsystem.
Mit dem Baustart des ersten Teilprojekts nimmt das Vorhaben nun sichtbar Form an. Die Einreichpläne für das gesamte Logistikzentrum sollen noch im Sommer 2026 folgen.
