Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen einen leichten Umsatzanstieg. | © Österreichische Post AG/Christian Stemper
Die Österreichische Post hat im Geschäftsjahr 2025 in einem schwierigen Marktumfeld eine stabile operative Entwicklung erzielt. Der Umsatz lag mit 3,04 Milliarden Euro um 2,6 Prozent unter dem Vorjahreswert, übertraf jedoch weiterhin deutlich das Niveau von 2023. Wachstumstreiber blieb das Paketgeschäft, während der strukturelle Rückgang im Briefsegment anhält.
Paketgeschäft bleibt Wachstumstreiber
Die Division Paket & Logistik entwickelte sich weiterhin positiv. Auf vergleichbarer Basis stiegen die Umsätze gegenüber 2024 um 1,2 Prozent und lagen 21,4 Prozent über dem Niveau von 2023. In Österreich wuchs das Paketgeschäft um 5,8 Prozent, getragen vom anhaltenden E-Commerce-Boom.
Mit einem Marktanteil von 63 Prozent im Privatkund*innen-Paketmarkt bleibt die Österreichische Post laut Unternehmen klarer Marktführer im heimischen E-Commerce.
„Trotz eines herausfordernden Marktumfelds und der positiven Sondereffekte im Vorjahr zeigte die Österreichische Post im Geschäftsjahr 2025 eine solide operative Entwicklung“, sagt Walter Oblin, Generaldirektor der Österreichischen Post. Das Paketwachstum habe sich auch 2025 fortgesetzt, und die Post habe ihre führende Marktposition in Österreich behaupten können.
Briefgeschäft weiterhin rückläufig
Der Umsatz im Segment Brief & Werbepost sank 2025 auf 1,16 Milliarden Euro, ein Minus von 6,8 Prozent gegenüber 2024. Hauptgrund bleibt die fortschreitende Digitalisierung, die das klassische Briefvolumen reduziert. Zusätzlich wirkten sich ein zurückhaltendes Investitionsklima und geringere Werbeausgaben vieler Unternehmen aus.
Auch der Bereich Filiale & Bank verzeichnete einen Umsatzrückgang auf 183,8 Millionen Euro. Ausschlaggebend waren unter anderem das Ende der Telekom-Vertriebskooperation sowie niedrigere Zinserträge im Finanzdienstleistungsgeschäft infolge des gesunkenen EZB-Leitzinsniveaus.
Ergebnis leicht unter Vorjahr
Die Ergebnisentwicklung folgte dem Trend der ersten neun Monate. Das EBITDA lag bei 413,3 Millionen Euro und damit 2,2 Prozent unter dem Vorjahr, während das EBIT um 5,0 Prozent auf 196,9 Millionen Euro sank. Beide Kennzahlen liegen weiterhin über den Werten des Jahres 2023.
Das Periodenergebnis betrug 134 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie ging von 2,04 Euro auf 1,96 Euro zurück. Positiv entwickelte sich die bank99, die mit rund 300.000 Kundinnen und Kunden weiterhin zum Konzernergebnis beiträgt.
Starke Bilanz und stabile Dividende
Finanziell bleibt der Konzern solide aufgestellt. Der operative Free Cashflow stieg auf 280,1 Millionen Euro, während das Eigenkapital zum Jahresende 767,6 Millionen Euro erreichte.
Auf Basis dieser Entwicklung schlägt der Vorstand der Hauptversammlung eine Dividende von 1,83 Euro je Aktie vor – auf dem Niveau des Vorjahres. Das entspricht einer Dividendenrendite von rund 5,9 Prozent.
Transformation und neue Geschäftsfelder
Strategisch treibt die Post ihre Transformation im Rahmen der Strategie LEAD 2030 voran. Neben dem Ausbau des Paketgeschäfts investiert das Unternehmen in zusätzliche Services und internationale Aktivitäten.
In Österreich sind Postservices mittlerweile an rund 3.000 Standorten verfügbar, international kommen etwa 14.400 Out-of-Home-Standorte hinzu. Außerdem bereitet der Konzern den Start der eigenen Mobilfunkmarke YELLLOW vor, die im April 2026 auf den Markt kommen soll.
International stärkte die Post ihr Paketgeschäft zuletzt durch zwei Akquisitionen: einen Paketdienstleister in Ungarn sowie einen E-Commerce-Dienstleister in der Region CEE/SEE.
Ausblick 2026
Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen einen leichten Umsatzanstieg und eine weitgehend stabile Ergebnisentwicklung. Gleichzeitig bleibt das Umfeld anspruchsvoll: steigende Kosten, schwächere Paketmärkte in Südost- und Osteuropa sowie regulatorische Einschränkungen im Türkei-Geschäft könnten das erste Halbjahr belasten.
Insgesamt rechnet die Österreichische Post daher mit einem schwächeren ersten Halbjahr und einer stärkeren zweiten Jahreshälfte.
Zum Abschluss würdigte Generaldirektor Walter Oblin die Leistung der Belegschaft: „Dass wir Top-Qualität bieten, verdanken wir vor allem unseren Mitarbeiter*innen, die Tag für Tag mit großer Leistungsbereitschaft und Professionalität arbeiten.“
