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Die jüngste Eskalation zwischen den USA und dem Iran verschärft die Unsicherheit an den Märkten und auf den maritimen Transportrouten. Die unsichere, geopolitische Lage treibt die Preise für Energieträger.
Am Montag stiegen die Ölpreise weiter an. Ein Barrel der Referenzsorte Brent notierte zuletzt bei über 97 US-Dollar. Auslöser sind die gegenseitigen Angriffe. Das US-Militär bestätigte, einen iranischen Öltanker im Golf von Oman versenkt zu haben, der allerdings nicht beladen war. Zuvor hatten die USA drei iranische Tanker angegriffen, wie sie es als Vergeltung für „mehrere“ Attacken auf amerikanische Kriegsschiffe bezeichneten. Iranische Medien berichteten ebenfalls von Angriffen auf US-Schiffe. Parallel dazu lassen die Opec+-Staaten, darunter Saudi-Arabien und Russland, ihre Produktionsziele im Oktober unverändert.
„In einem Aufwärtsszenario, in dem sich die Angriffe auf Schiffe ausweiten und intensivieren, sehen wir Brent potenziell bei 120 US-Dollar“, warnte Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffforschung bei Goldman Sachs, im Interview mit Bloomberg TV.
Gas teuer und knapp
Auch am Gasmarkt gibt es keine Entspannung. Der Terminkontrakt TTF für Lieferung in einem Monat kletterte am Montag auf 73 Euro pro Megawattstunde (MWh), ein Anstieg von fünf Prozent gegenüber der Vorwoche und 121 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Lage im Iran und die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran verschärfen die Versorgungsrisiken. Hinzu kommt, dass die Gasspeicher in der EU nur zu etwa 60 Prozent gefüllt sind. In Österreich liegt der Füllstand aktuell bei 67 Prozent, im Vorjahr waren es zum Vergleichszeitpunkt 82 Prozent. Experten betonen zwar, dass keine akute Mangellage droht, doch die Warnsignale mehren sich.
Bedenklich ist die Situation in Deutschland. Laut dem Gasspeicherverband INES wären selbst bei maximaler Anstrengung bis November nur 77 Prozent erreichbar, was bei einem extrem kalten Winter wie 2010 zu einer Unterdeckung von über 25 Prozent führen könnte.
Die deutsche Bundesregierung zeigt sich besorgt, lässt aber mitteilen: „Nach aktuellem Erkenntnisstand ist eine Gasmangellage im kommenden Winter nicht zu erwarten.“
Diese Beruhigung kann INES nicht nachvollziehen. Das Einspeichern ist aktuell relativ teuer, und kurzfristig höhere Nachfrage könnte den Gaspreis noch höher treiben. Da der Gaspreis den Strompreis insbesondere in den dunklen Wintertagen beeinflussen kann, ist ein spürbarer Kostensprung auch dort möglich.
