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ÖVP und FPÖ haben im Vorarlberger Landtag einen Antrag eingebracht, das nächtliche Tempolimit für Lkw über 7,5 Tonnen auf Autobahnen von derzeit 60 auf 80 km/h anzuheben. Die Landesregierung soll sich dafür bei der Bundesregierung einsetzen. Begründet wird der Vorstoß unter anderem mit dem technischen Fortschritt bei Nutzfahrzeugen, umfangreichen Lärmschutzmaßnahmen entlang der Autobahnen sowie einer höheren Verkehrssicherheit durch geringere Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Pkw und Lkw.
Wirtschaft sieht Regelung als überholt
Rückendeckung kommt von der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Sie bezeichnet den sogenannten Nacht-60er als nicht mehr zeitgemäß. „Der Nacht-60er stammt aus einer Zeit, in der Fahrzeuge, Verkehr und Lärmschutz ganz andere Voraussetzungen hatten. Heute sprechen die Fakten klar für eine Anhebung auf 80 km/h“, erklären WKV-Präsident Karlheinz Kopf und Verkehrsspartenobmann Michael Zimmermann.
Die Kammer verweist auf leisere Lkw, den Ausbau des Lärmschutzes sowie ein Gutachten der KFV Sicherheit Service GmbH, das einer Anhebung auf 80 km/h keine negativen Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit bescheinigt. Gleichzeitig würden geringere Geschwindigkeitsunterschiede für einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss sorgen.
Logistikbranche fordert österreichweite Lösung
Auch der Zentralverband Spedition & Logistik unterstützt den Vorstoß ausdrücklich und plädiert für eine bundesweit einheitliche Regelung. Aus Sicht des Verbandes stammt das bestehende Tempolimit aus einer Zeit, in der Fahrzeugtechnik und Lärmschutz nicht mit dem heutigen Stand vergleichbar waren. Angesichts zahlreicher Baustellen und Verkehrsbehinderungen brauche die Transportwirtschaft praktikable Rahmenbedingungen statt zusätzlicher Verzögerungen.
Eine österreichweite Anhebung auf 80 km/h würde nach Ansicht des Verbandes Transportabläufe planbarer machen, Fahrerinnen und Fahrer entlasten, Zeit- und Kostenverluste reduzieren sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Logistikstandorts Österreich stärken. „Eine moderne Logistik braucht moderne Rahmenbedingungen“, heißt es abschließend.
Kritik kommt von den Grünen
Ablehnung kommt hingegen von den Grünen. Sie warnen vor zusätzlicher Lärmbelastung für Anrainerinnen und Anrainer sowie einer weiteren Attraktivierung Vorarlbergs für den internationalen Transitverkehr.
Ob die bestehende Regelung tatsächlich geändert wird, liegt letztlich beim Bund. Mit der Unterstützung von Wirtschaftskammer und Logistikbranche erhält die politische Initiative nun jedoch zusätzlichen Rückenwind.
