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Der Kreml setzt die Abhängigkeit Europas von externer Versorgung mit fossilen Energieträgern erneut als Trumpf im Poker um Energie und Macht ein.
Ab Mai fließt kein Rohöl mehr in die brandenburgische PCK-Raffinerie – und damit auch nicht nach Berlin. Russland blockiert die Lieferungen aus Kasachstan durch die Druschba-Pipeline, offiziell wegen technischer Schwierigkeiten. Doch Kasachstans Energieminister Jerlan Akkenschenow sieht einen anderen Grund. Es sei eine Reaktion auf die ukrainischen Angriffe auf russische Ölanlagen.
Die Raffinerie versorgt Berlin und Brandenburg mit 95 Prozent des benötigten Benzins, Diesels und Heizöls. 20 Prozent des Rohöls kamen bisher aus Kasachstan. Nun blickt die Belegschaft einer ungewissen Zukunft entgegen. Viele der 1200 Beschäftigten fürchten, dass der Stopp länger dauert. Die deutsche Politik zeigt sich ratlos und versucht zu beruhigen.
Parallel droht ein Kerosinmangel den Flugverkehr zu lähmen. „Ende Mai wird es eng“, warnen Branchenkenner. Der deutsche Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) fordert staatliche Hilfe: Überwachung der Versorgungslage, Aussetzung der Luftverkehrsteuer und Senkung von Gebühren.
