Der wesentliche Unterschied zum konventionellen Containerumschlag liegt im Entladevorgang. | © Montan Speditions GmbH
Die Montan Speditions GmbH hat am Terminal Kapfenberg eine neue Umschlaglösung für die multimodale Rohstofflogistik in Betrieb genommen. Gemeinsam mit dem schwedischen Hersteller Kalmar wurde ein Containerstapler mit einem sogenannten Tilting-Spreader ausgestattet. Das auch als Coffee-Spreader bezeichnete System ermöglicht es, mit rieselfähigen Schüttgütern beladene Ladeeinheiten direkt mit dem Containerstapler zu entleeren.
Nach Angaben von Montan Spedition handelt es sich um den ersten Coffee-Spreader dieser Art in Zentraleuropa. Das System kann 20-, 30- und 40-Fuß-Ladeeinheiten aufnehmen und diese um bis zu 55 Grad neigen.
Container werden direkt entleert
Der wesentliche Unterschied zum konventionellen Containerumschlag liegt im Entladevorgang. Der Containerstapler nimmt die jeweilige Ladeeinheit auf, anschließend werden deren Hecktüren oder Klappen geöffnet. Der Spreader neigt beziehungsweise dreht den Container, sodass das darin befindliche Schüttgut direkt aus der Ladeeinheit entleert werden kann.
Zum Einsatz kommen können neben klassischen 20-Fuß-Boxcontainern auch MOCO-Ladeeinheiten. Voraussetzung ist, dass es sich um entsprechend rieselfähige Schüttgüter handelt.
Damit soll insbesondere der Umschlag von Rohstoffen beschleunigt werden. Anstatt die Ladeeinheiten lediglich zwischen Bahn, Lkw und Terminal umzuschlagen, kann Montan Spedition nun auch die Entleerung unmittelbar mit dem Containerstapler durchführen.
Fokus auf Rohstofflogistik
Für Montan Spedition ist die Investition vor allem mit dem Geschäft in der Rohstofflogistik verbunden. Das Unternehmen mit Standorten in Kapfenberg und Fürnitz ist auf kombinierte Verkehre spezialisiert und bedient unter anderem industrielle Lieferketten.
Mit dem Coffee-Spreader erweitert das Unternehmen nun die technischen Möglichkeiten am Terminal Kapfenberg. Die Lösung soll insbesondere dort eingesetzt werden, wo Schüttgüter aus multimodalen Ladeeinheiten rasch für die weitere Verarbeitung bereitgestellt werden müssen.
Für industrielle Lieferketten kann die Technik vor allem an der Schnittstelle zwischen Schienentransport, Terminalumschlag und Weiterverarbeitung relevant sein. Montan Spedition will damit seine Position in der Rohstofflogistik ausbauen und zusätzliche Umschlagmöglichkeiten für die Versorgung der österreichischen Schwerindustrie schaffen.
