March gewinnt 900 Meter zurück

03.04.2026 | Wasser

Österreich und die Slowakei treiben die Renaturierung der March weiter voran. Durch die Wiederanbindung von Mäandern gewinnt der Fluss an Dynamik – mit positiven Effekten für Biodiversität und Hochwasserschutz.

Im Grenzgebiet zwischen Niederösterreich und der Slowakei wird die March ökologisch aufgewertet. Im Rahmen der Projekte „reConnect“ und „Restore4Life“ werden zwei abgeschnittene Mäander wieder an den Fluss angebunden. Dadurch verlängert sich der Flusslauf um rund 900 Meter.

Die Maßnahmen zwischen Hohenau und Ringelsdorf markieren einen weiteren Schritt in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zur Revitalisierung der Flusslandschaft. Ziel ist es, den ökologischen Zustand der March zu verbessern und gleichzeitig die Hochwassersicherheit zu erhöhen.

Mehr Raum für den Fluss

Kern des Projekts ist die Rücknahme von technischen Uferverbauungen und die Wiederherstellung natürlicher Flussstrukturen. Durch die Anbindung der Mäander und die Absenkung von Uferbereichen wird die Verbindung zwischen Fluss und Auenlandschaft gestärkt.

Damit entstehen neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen, während gleichzeitig die Fließgeschwindigkeit reduziert und zusätzliche Rückhalteräume für Hochwasser geschaffen werden. „Heute sind wir in der glücklichen Lage, Sicherheit und Natur sinnvoll zu verbinden“, sagt Bundesminister Peter Hanke.

Grenzüberschreitende Kooperation als Erfolgsmodell

Die Maßnahmen bauen auf einer Reihe früherer Projekte entlang von March und Thaya auf. Seit Jahren arbeiten Österreich, Tschechien und die Slowakei gemeinsam an der ökologischen Entwicklung dieser Flussräume.

„Die aktuellen Maßnahmen stehen in einer langen Tradition erfolgreicher bilateraler Flussentwicklung“, betont Bundesminister Norbert Totschnig. Die Zusammenarbeit sei entscheidend, um nachhaltige Lösungen für Gewässer und deren Nutzung zu entwickeln.

Beitrag zu Hochwasserschutz und Artenvielfalt

Neben ökologischen Effekten steht auch der Hochwasserschutz im Fokus. Durch die größere „Bewegungsfreiheit“ des Flusses können Hochwasserpegel gesenkt und Überschwemmungsflächen besser genutzt werden. „Dazu gehört auch, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben“, erklärt Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Auch aus Sicht der Fischerei bringt das Projekt Vorteile: „Durch die Anbindung der Mäander werden wieder abwechslungsreiche Flussabschnitte geschaffen“, sagt Gregor Gravogl vom NÖ Landesfischereiverband.

Investitionen in langfristige Resilienz

Die Maßnahmen werden im Rahmen mehrerer Programme umgesetzt. Das Projekt „reConnect“ verfügt über ein Budget von rund 2,7 Millionen Euro und läuft bis 2027. „Restore4Life“ wird von der EU kofinanziert und ergänzt die Arbeiten im Donauraum.

Mit der Renaturierung der March setzen Österreich und die Slowakei auf einen Ansatz, der ökologische Aufwertung und technischen Hochwasserschutz verbindet – und damit die Widerstandsfähigkeit der Flusslandschaft langfristig stärkt.

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