MAN testet Reservierung von Ladepunkten für E-Lkw

23.06.2026 | Digitalisierung

Ein Pilotprojekt von Fryte, Traton Charging Solutions und MAN Charge & Go soll die planbare Nutzung von Ladeinfrastruktur im Werksverkehr ermöglichen.

Für umfangreiche Elektromobilität im Schwerverkehr reicht es nicht aus, lediglich Ladepunkte zu errichten. Entscheidend ist, dass sie dann verfügbar sind, wenn sie benötigt werden. Genau an diesem Punkt setzt ein neues Pilotprojekt von Fryte Mobility, Traton Charging Solutions und MAN Charge & Go an. Gemeinsam testen die Partner erstmals die Reservierung von Ladeinfrastruktur für E-Lkw im Werksverkehr.

An den MAN-Standorten München, Dachau und Nürnberg können ausgewählte Logistikdienstleister künftig Ladepunkte in den Anlieferzonen vorab buchen. Am Pilotprojekt beteiligen sich die Speditionen Kloiber, Johann Dettendorfer, Jan de Rijk Logistics und Schachinger Logistik. Über die digitale Plattform von Fryte reservieren die Disponenten verbindliche Ladeslots, die zu den jeweiligen Transport- und Anlieferprozessen passen.

Der Ansatz adressiert eine der größten Herausforderungen im elektrischen Güterverkehr. Während öffentliche Ladeinfrastruktur kontinuierlich ausgebaut wird, benötigen Logistikunternehmen vor allem Planungssicherheit. Gerade in eng getakteten Werksverkehren können unvorhersehbare Wartezeiten den gesamten Ablauf beeinträchtigen. 

Technisch basiert das Projekt auf einer Anbindung der von Traton Chargng Solutions betriebenen Ladeinfrastruktur an die Fryte-Plattform. Über eine standardisierte OCPI-Schnittstelle werden Reservierungen, Verfügbarkeiten und Betriebsregeln digital abgebildet. Dazu gehören Öffnungszeiten, Ladefenster sowie Flexibilitätsregeln für Buchungen auf Werksgeländen.
Ziel ist ein durchgängiger Prozess von der Transportplanung bis zum abgeschlossenen Ladevorgang. Die Fahrer authentifizieren sich vor Ort über die Ladekarte von MAN Charge & Go.

„Mit MAN Charge & Go stellen wir im Pilotprojekt die einfache Authentifizierung und Abrechnung der Ladevorgänge sicher“, sagte Michael Zehmisch, Head of eSolutions Development bei MAN Transport Solutions. „Damit entsteht für die teilnehmenden Logistikpartner ein klarer und nutzerfreundlicher Prozess: Ladeslot buchen, vor Ort authentifizieren und den Ladevorgang abrechnen.“ 

Das Pilotprojekt gilt als wichtiger Praxistest für die nächste Entwicklungsstufe der Ladeinfrastruktur. Mit zunehmender Zahl elektrisch betriebener Nutzfahrzeuge dürfte nicht nur die Verfügbarkeit von Ladepunkten, sondern auch deren intelligente Steuerung und Reservierbarkeit zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor in der Logistik werden.

Tags:

Anzeigen
Anzeigen

Newsletter

Events

Auf Linkedin folgen