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Eine aktuelle Studie des Softwareanbieters Alpega in Zusammenarbeit mit der Boston Consulting Group (BCG) zeigt eine zeitversetzte Entwicklung auf.
Die Unterschiede sind frappant: Rund 70 Prozent der Verlader stecken noch in der Erkundungs- oder Pilotphase, während 44 Prozent der Logistikdienstleister (LSP) bereits KI-Lösungen im operativen Betrieb nutzen. LSPs setzen KI gezielt ein, um den Kundenservice zu verbessern und den steigenden Erwartungen der Verlader gerecht zu werden, laut Studie. Typische Anwendungsfälle umfassen die Automatisierung täglicher Prozesse wie E-Mail-Verarbeitung, Preisangebote und Sendungsverfolgung, aber auch unterstützende Funktionen wie Chatbots, automatisierte E-Mail-Antworten und proaktive Benachrichtigungen.
Besonders im Fokus steht die Transportplanung, wo prädiktive Analysen und Algorithmen helfen, Leerfahrten zu reduzieren und Netzwerke zu optimieren.
„Da sich Verlader noch am Anfang ihrer KI-Reise befinden, haben LSPs die Möglichkeit, das Ökosystem zu vereinheitlichen und Standards für die Einführung zu setzen. Die meisten Verlader befinden sich noch in frühen Phasen, was LSPs die Chance gibt, als vertrauenswürdige und strategische ‚Guides oder Partner‘ zu agieren. LSPs nehmen eine Schlüsselrolle dabei ein, wie KI entlang der Lieferkette eingeführt, skaliert und standardisiert wird“, sagt Patrick van Denzel, CRO von Alpega.
Effizienz, Transparenz und Wettbewerbsfähigkeit hängen zunehmend von KI-gestützten Prozessen ab – doch während LSPs die Implementierung vorantreiben, müssen Verlader aufholen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Die Studie zeigt: Wer im globalen Wettbewerb bestehen will, kommt an der KI-Transformation nicht vorbei. Die Frage ist nur, wer die Nase vorn behält.
„KI in der Logistik ist keine Theorie mehr. Die Chance ist vorhanden und bereits sichtbar. Was jetzt die führenden Unternehmen unterscheiden wird, ist nicht der Zugang zu Technologie, sondern die Fähigkeit, sie im Tagesgeschäft anzuwenden, die richtigen Kompetenzen aufzubauen und daraus messbaren Mehrwert zu schaffen“, so Daniel Cohen, CEO der Alpega Group.
Im internationalen Vergleich zeigt sich: Europa hinkt hinterher. Nur sechs Prozent der befragten Unternehmen geben an, KI-Lösungen erfolgreich eingeführt und skaliert zu haben. Die Analyse stützt sich auf Interviews mit 180 Führungskräften aus Europa, Nordamerika, dem asiatisch-pazifischen Raum und dem Nahen Osten.
