HHLA senkt Prognose

14.08.2026 | Schiene

Die Modernisierung der Hamburger Terminals hinterlässt im ersten Halbjahr deutliche Spuren im Ergebnis. Gleichzeitig hält die HHLA an ihrem hohen Investitionstempo fest und korrigiert ihre Erwartungen für 2026.

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat im ersten Halbjahr 2026 weniger Container umgeschlagen und transportiert. Gleichzeitig stiegen die Umsätze, während das operative Ergebnis deutlich zurückging. Wegen stärker als erwarteter Belastungen passt der Hafenlogistiker nun seine Jahresprognose an.

Der konzernweite Containerumschlag sank von Jänner bis Juni um 6,7 Prozent auf 2,959 Mio. TEU. Die Containertransportmenge ging um 1,2 Prozent auf 985.000 TEU zurück. Dennoch erhöhte sich der Konzernumsatz um 3 Prozent auf 910,9 Mio. Euro. Das EBIT fiel dagegen von 79,4 Mio. auf 51,3 Mio. Euro – ein Rückgang um 35,3 Prozent.

Als Belastungsfaktoren nennt die HHLA neben dem starken Wintereinbruch zu Jahresbeginn insbesondere die laufende Automatisierung der Hamburger Containerterminals sowie Infrastrukturarbeiten im Schienennetz. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und Veränderungen internationaler Warenströme.

„Die Modernisierung unserer Hamburger Containerterminals ist eine entscheidende Investition in die Zukunftsfähigkeit der HHLA“, sagt Vorstandsvorsitzender Jeroen Eijsink. An den Investitionen werde trotz der gegenwärtigen Auswirkungen auf das operative Geschäft festgehalten.

Hamburger Terminals mit deutlichem Mengenminus

Besonders ausgeprägt war der Rückgang an den Hamburger Containerterminals. Dort sank der Umschlag um 7,3 Prozent auf 2,786 Mio. TEU. Neben den Modernisierungsarbeiten wirkten sich laut HHLA auch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie Verschiebungen infolge der Neuordnung von Reederei-Allianzen aus. Rückgänge in wichtigen Übersee- und Feederverkehren konnten durch andere Fahrtgebiete nur teilweise ausgeglichen werden.

Anders entwickelten sich die internationalen Terminals: Ihr Umschlag stieg um 4,6 Prozent auf 173.000 TEU. Ausschlaggebend war vor allem ein höherer wasserseitiger Umschlag am Container Terminal Odessa, während die Standorte in Estland und Italien Rückgänge verzeichneten.

Im Segment Container blieben die Erlöse mit 426,6 Mio. Euro nahezu stabil. Zusätzliche Lagergelderlöse infolge längerer Verweildauern kompensierten einen Teil der Mengenverluste. Das Segment-EBIT brach allerdings um 59,9 Prozent auf 17,2 Mio. Euro ein. Neben höheren Personal- und Energiekosten belastete die laufende Terminalmodernisierung die Produktivität.

Intermodalgeschäft bleibt vergleichsweise stabil

Im Intermodalgeschäft sank die Transportmenge um 1,2 Prozent auf 985.000 TEU. Die Bahntransporte gingen um 1 Prozent auf 855.000 TEU zurück, insbesondere aufgrund schwächerer Verkehre mit den adriatischen Seehäfen und geringerer Mengen im deutschsprachigen Raum. Die Straßentransporte reduzierten sich um 2,4 Prozent auf 130.000 TEU.

Trotz des Mengenrückgangs stieg der Umsatz des Segments um 6,3 Prozent auf 425,5 Mio. Euro. Dafür sorgten vor allem Preisanpassungen und ein veränderter Umsatzmix. Das EBIT gab vergleichsweise moderat um 1,6 Prozent auf 47,5 Mio. Euro nach. Baustellen auf wichtigen Transportstrecken und die hohe Auslastung der norddeutschen Seehäfen belasteten das Geschäft zusätzlich.

HHLA korrigiert Erwartungen für 2026

Die operativen Einschränkungen fallen stärker aus als zunächst erwartet. Zudem geht die HHLA nicht mehr davon aus, die Folgen des Wintereinbruchs im weiteren Jahresverlauf vollständig kompensieren zu können. Für den Teilkonzern Hafenlogistik erwartet das Unternehmen deshalb nun einen leichten Rückgang des Containerumschlags. Beim Containertransport wird dagegen weiterhin mit einem leichten Anstieg gerechnet.

Auf Konzernebene erwartet die HHLA einen deutlichen Umsatzanstieg und ein EBIT zwischen 150 und 170 Mio. Euro. An den Investitionsplänen hält das Unternehmen fest: Für 2026 sind weiterhin 430 bis 480 Mio. Euro vorgesehen, davon 400 bis 450 Mio. Euro für die Hafenlogistik.

Tags: Bilanz | HHLA

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