Wolfgang Böhm, Obmann der Wiener Transporteure | © Florian Wieser
Auf Österreichs Straßen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 549,4 Millionen Tonnen Güter transportiert. Das entspricht laut Statistik Austria einem Rückgang um 0,6 Prozent gegenüber 2024 und dem niedrigsten Transportaufkommen seit 2016. Damit setzte sich die rückläufige Entwicklung im heimischen Straßengüterverkehr bereits das vierte Jahr in Folge fort.
Hinter dem vergleichsweise moderaten Gesamtrückgang verbirgt sich allerdings eine unterschiedliche Entwicklung: Während das Transportaufkommen österreichischer Fahrzeuge sank, konnten ausländische Fahrzeuge zulegen. Die Wiener Transporteure sehen darin ein Zeichen für den zunehmenden Wettbewerbsdruck auf heimische Unternehmen.
Inlandsverkehr verzeichnet stärksten Rückgang
Besonders deutlich fiel das Minus im innerösterreichischen Güterverkehr aus. Hier sank das Transportaufkommen gegenüber 2024 um 2,5 Prozent auf 340,5 Millionen Tonnen. Die im Transit beförderte Gütermenge blieb dagegen mit 76,4 Millionen Tonnen nahezu unverändert.
Österreichische Fahrzeuge transportieren weiterhin knapp zwei Drittel des gesamten Güteraufkommens auf heimischen Straßen. Aus Sicht der Branchenvertretung könnte diese Position jedoch durch die hohen Betriebskosten zunehmend unter Druck geraten.
„Österreichs Transportbetriebe werden mit Maut, CO₂-Bepreisung, hohen Treibstoffkosten, Mineralölsteuer und Lohnnebenkosten immer stärker unter Druck gesetzt“, kritisiert Wolfgang Böhm, Obmann der Wiener Transporteure. Die steigenden Belastungen würden die Konkurrenzfähigkeit heimischer Unternehmen gegenüber ausländischen Anbietern schwächen.
Transporteure fordern Entlastung
Die Wiener Branchenvertretung fordert deshalb eine Senkung der Standortkosten und wettbewerbsfähigere Rahmenbedingungen. Insbesondere bei Steuern und Abgaben sieht Böhm Handlungsbedarf. Auch die CO₂-Bepreisung sollte seiner Ansicht nach vollständig ausgesetzt werden.
„Unsere Betriebe sichern jeden Tag die Versorgung der Bevölkerung und halten die Wirtschaft am Laufen. Dafür brauchen sie faire Bedingungen statt immer neuer Belastungen“, betont Böhm. Die Bundesregierung müsse Maßnahmen setzen, um die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Transportunternehmen zu stärken.
Die Entwicklung verdeutlicht den zunehmenden Druck auf die heimische Transportwirtschaft. Während das gesamte Güteraufkommen nur leicht zurückging, entwickelten sich die Transportmengen österreichischer und ausländischer Fahrzeuge in unterschiedliche Richtungen. In welchem Ausmaß dafür Kostenunterschiede, strukturelle Veränderungen oder andere Faktoren verantwortlich sind, lässt sich aus den vorliegenden Zahlen allerdings nicht ableiten.
