Der Jungfernflug des A350F soll Ende September stattfinden, wobei sich der Termin wetterbedingt oder durch technische Probleme bis in den frühen Oktober verschieben könnte. Erst kürzlich wurde der erste flugfähige Prototyp lackiert. Das Design entstand 2022 aus einem Wettbewerb mit über 4.000 Einreichungen.
Der A350F ist die Cargo-Variante der erfolgreichen A350-Langstreckenfamilie und soll vor allem Boeings Dominanz im Frachtbereich aufbrechen. Mit einer Nutzlast von 111 Tonnen und einem Frachtvolumen von 695 m³ gehört er zu den größten zweistrahligen Frachtern – übertroffen nur von der Boeing 777-8F. Dank Verbundmaterialien ist der A350F jedoch deutlich leichter und verbraucht weniger Kerosin. Da er keine hochklappbare Nase wie die Boeing 747-400F besitzt, setzt Airbus auf das bisher größte Hauptdeck-Frachttor mit 4,45 Meter Breite. Genau dieses Tor sorgte in der Produktion in Spanien für Verzögerungen.
Angetrieben wird der Frachter von zwei Rolls-Royce-Triebwerken, seine Reichweite beträgt 8.700 Kilometer bei voller Nutzlast. Bei Indienststellung soll er mit bis zu 50 Prozent Sustainable Aviation Fuel (SAF)fliegen können, bis 2030 will Airbus diesen Wert auf 100 Prozent steigern.
Da der A350F fast baugleich mit den Passagierversionen A350-900 und A350-1000 ist, benötigen Piloten nur eine Musterberechtigung für alle Varianten. Zudem können Airlines, die bereits die Passagierversion nutzen, auf bestehende Ersatzteile und Werkzeuge zurückgreifen.
Bisher wurde der A350F mehr als huntertmal verkauft, darunter an Singapore Airlines, Air France-KLM, Cathay Pacific und Atlas Air. Gehen die Flugtests nach Plan, könnte die Auslieferung an Kunden ab Ende 2027 beginnen.
