Einer der Generatoren wurde zum größten Straßentransport in der Geschichte Ungarns. | © Felbermayr
Für den Umbau des ehemaligen Kohlekraftwerks Mintia in Rumänien zu einem modernen Gas- und Dampfkraftwerk stellte Felbermayr in nur einem Jahr sämtliche technischen Hauptkomponenten zu.
„Das Projekt war technisch und logistisch eine große Herausforderung, denn das Kraftwerk liegt mehr als 250 Kilometer von allen schiffbaren Wasserstraßen entfernt. Es waren alle Kernkompetenzen der Felbermayr-Group gefordert: Binnenschifffahrt, Hafenumschlag, RoRo Schiffsraum sowie Straßentransporte“, berichtet Peter Niedermair-Auer, Projektleiter der Felbermayr-Projektabteilung Wels.
Multimodale Logistik: Von Berlin bis Mintia
Die ersten Transporte starteten im Mai und Juni 2024. Zwei Gasturbinen wurden in Berlin auf Binnenschiffe verladen und via Linz und Budapest zum Kraftwerk befördert – je Turbine waren acht Schwertransporte notwendig. Das schwerste Einzelteil wog 150 Tonnen.
Im April 2025 folgte die Dampfturbine mit einem ähnlichen Transportweg, aufgeteilt in sieben Schwertransporte und diverse Zubehörfahrten. Die Bauteile maßen bis zu 6 Meter Breite und 150 Tonnen Gewicht.
Schwergewichte auf der Straße: Generatoren und Transformatoren
Die größten Herausforderungen folgten im Jahr 2025: Drei Generatoren à 380 Tonnen kamen aus Charleston (USA) per Hochseeschiff nach Antwerpen und von dort via Donau und Theiß nach Tape (Ungarn). Die Abwicklung erfolgte über das Terminal von PSA Breakbulk und Haeger & Schmidt Logistics.
Einer der Generatoren wurde zum größten Straßentransport in der Geschichte Ungarns: 100 Meter lang, 6 Meter breit, 5,4 Meter hoch, 770 Tonnen Gesamtgewicht.
„Wir hatten mit den üblichen Herausforderungen auf rumänischen und ungarischen Straßen zu kämpfen, wie alte Brücken und enge Ortsdurchfahrten. Ohne die lokale Unterstützung von Eszter Balog in Ungarn und Marius Tudose in Rumänien, wäre das Projekt in dieser Weise nicht möglich gewesen“, so Niedermair-Auer.
Drei Transformatoren aus China mit 313 Tonnen
Die drei Großtransformatoren wurden im Februar 2025 per Hochseeschiff von China nach Konstanza (RO) gebracht und auf dem Wasserweg über die Donau und Theiß nach Tape transportiert.
Zwei davon wurden auf neuen 24-Achs Goldhofer THP/FT-Fahrzeugen überführt – das Transportgewicht: 466 Tonnen bei 5,5 Metern Höhe.
Präzision auf dem letzten Meter: Fundamentstellung
Die Anlieferung allein reichte nicht – Felbermayr übernahm auch die Positionierung auf die Fundamente direkt vor Ort. Die Spezialisten von Felbermayr Engineered Solutions setzten fünf der sechs Großkomponenten präzise mittels Hubgerüsten, Tower-Lift-Systemen und Kletterpressen.
„Als zusätzliche Herausforderung mussten die Mitarbeiter […] eine drei Meter breite Grube zwischen Entladestelle und Fundament mit Stützen und Trägern überbauen“, schildert Niedermair-Auer den Aufwand.
Europas größtes Gaskraftwerk entsteht
Bis 2026 soll das umgebaute Kraftwerk Mintia mit einer Leistung von 1.700 Megawatt das größte seiner Art in der EU werden.
„Dank unserer multimodalen Kompetenz – auf Straße, Wasser und Schiene – sowie unserem europaweiten Netzwerk, konnten wir dieses komplexe Projekt erfolgreich abschließen. Wieder einmal haben wir gezeigt, dass wir auch großen logistischen Herausforderungen gewachsen sind“, fasst Peter Stöttinger, Geschäftsführer der Felbermayr Transport- und Hebetechnik, zusammen.