(Foto: Shutterstock / Milos Muller)
Die digitale Benützungsgebühr für Lkw über 3,5 Tonnen soll als Jahresvignette auf ausgewählten Strecken 650 bis 1.000 Euro kosten. Bei zehn Fahrzeugen könnten so bis zu 10.000 Euro Mehrkosten pro Jahr anfallen. Die Branche und Experten in der Wirtschaftskammer warnen, dass die Abgabe vor allem regionale Transporteure belastet, nicht aber internationale, große Transitunternehmen.
Da die Wirtschaftsräume von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland eng verflochten sind, würden zusätzliche Transportkosten direkt auf die Lieferketten durchschlagen, fürchten die Fachgruppen der Transporteure. Solche Belastungen könnten die Unternehmen nicht dauerhaft selbst tragen, heißt es seitens der Interessensvertreter. Die Kosten müssten an Handel, Industrie, Gewerbe und letztlich die Konsumenten weitergegeben werden. Da 82 Prozent der in Österreich beförderten Waren über kurze Strecken von maximal 80 Kilometer transportiert werden, würde die Maut vor allem den regionalen Güterverkehr verteuern.
Die Transporteure stehen bereits unter Druck durch hohe Energie- und Personalkosten, gestiegene Mautgebühren und Investitionen in die Dekarbonisierung. Eine weitere Abgabe sei zum falschen Zeitpunkt angesetzt und für manche Unternehmen wirtschaftlich kaum noch verkraftbar, bemängeln Fachgruppen.
Die burgenländische Landespolitik wurde aufgefordert, die Pläne zu überdenken. Statt neuer Belastungen brauche es angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage Maßnahmen zur Entlastung und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
