Agustín Croche (links), und Aníbal Wadih unterzeichnen die Vereinbarung zur Übernahme von Open Market durch DHL Supply Chain. | © DHL Supply Chain
DHL Supply Chain hat eine Vereinbarung zur Übernahme des kolumbianischen Logistik- und Transportunternehmens Open Market geschlossen. Mit der Akquisition baut der Konzern seine Kapazitäten in Kolumbien deutlich aus und stärkt zugleich sein Geschäft in den Bereichen Life Sciences & Healthcare, Konsumgüter sowie Engineering & Manufacturing.
Open Market bringt 21 Lagerstandorte mit insgesamt 120.000 Quadratmetern Fläche, 13 Cross-Docks und ein Transportnetzwerk mit eigenem Fuhrpark in DHL Supply Chain ein. Rund 4.100 Beschäftigte sollen im Zuge der Übernahme ebenfalls Teil des Unternehmens werden.
Der Vollzug der Transaktion steht noch unter den üblichen Abschlussbedingungen. Angaben zum Kaufpreis machten die Unternehmen nicht.
Pharmalogistik im Fokus
Für DHL ist vor allem die Position von Open Market in spezialisierten und regulierten Lieferketten von Interesse. Das kolumbianische Unternehmen verfügt über Erfahrung in der Logistik für Pharmazeutika, medizinische Produkte und Körperpflegeprodukte. Hinzu kommen Kompetenzen in der temperaturgeführten Logistik sowie bei Verpackungs- und Transportleistungen.
Damit fügt sich die Übernahme in die Wachstumsstrategie von DHL im Bereich Life Sciences & Healthcare ein. Der Konzern will seine Aktivitäten in diesem Segment bis 2030 weiter ausbauen.
„Die starke wirtschaftliche Entwicklung Kolumbiens und die steigende Nachfrage nach integrierten Logistik- und Transportdienstleistungen machen das Land zu einem wichtigen Wachstumsmarkt für die DHL Group“, sagt Hendrik Venter, CEO DHL Supply Chain. Durch die Einbindung von Open Market entwickle DHL insbesondere seine globalen Health-Logistics-Kompetenzen weiter.
DHL erweitert Netzwerk in Lateinamerika
Die Akquisition stärkt gleichzeitig die operative Basis von DHL Supply Chain in Lateinamerika. Mit den zusätzlichen Lagerhäusern, Cross-Docks und Transportkapazitäten kann das Unternehmen größere Teile der Lieferkette mit eigenen Strukturen abdecken.
„Das Transportnetzwerk von Open Market mit Cross-Docks und temperaturgeführten Lagerhäusern sowie die umfassende Erfahrung in Branchen wie Life Sciences & Healthcare, Konsumgüter sowie Engineering & Manufacturing erhöhen die Qualität und Zuverlässigkeit der Dienstleistungen, die wir unseren Kunden in Kolumbien und in der gesamten Region bieten“, sagt Agustín Croche, CEO DHL Supply Chain Latin America.
Die Übernahme ist nicht die einzige Investition des Konzerns in Kolumbien. Zuletzt hat DHL auch das bestehende Constellation Distribution Center in Cota bei Bogotá erweitert. Damit baut das Unternehmen insbesondere die Kapazitäten für spezialisierte Lieferketten im Land aus.
Open Market konzentriert sich auf Brasilien
Für den bisherigen Eigentümer steht hinter dem Verkauf eine geografische Neuausrichtung. Open Market will seine Investitionen und Kompetenzen künftig stärker auf Brasilien konzentrieren.
„Die Entscheidung, unsere Open-Market-Aktivitäten in Kolumbien zu veräußern, ist Teil unserer Strategie, unsere Investitionen und Kompetenzen auf Brasilien zu konzentrieren“, sagt Anibal Wadih, Chairman of the Board von Open Market. DHL sei aus Sicht des Unternehmens „der richtige Partner für das nächste Kapitel von Open Market“.
Für DHL ist die Transaktion damit sowohl eine Kapazitätserweiterung als auch ein strategischer Ausbau spezialisierter Logistikleistungen. Insbesondere das bestehende Netzwerk für temperaturgeführte und regulierte Waren dürfte dabei entscheidend sein: Statt diese Strukturen neu aufzubauen, übernimmt DHL mit Open Market auf einen Schlag ein etabliertes Netz aus Lager-, Umschlag- und Transportkapazitäten in Kolumbien.
