Cuxhaven: Hansakai erhält neuen Liegeplatz

04.09.2026 | Wasser

Im stark ausgelasteten Hafen Cuxhaven sind zusätzliche Flächen nur begrenzt verfügbar. Niedersachsen Ports setzt deshalb auf Nachverdichtung: Am Hansakai entsteht bis Sommer 2027 ein neuer Liegeplatz, der zugleich rund 10.000 Quadratmeter für den Güterumschlag erschließt.

Mit dem ersten Rammschlag haben am 3. September die Bauarbeiten am Hansakai im Neuen Fischereihafen begonnen. Niedersachsen Ports (NPorts) schließt dort auf einer Länge von rund 82 Metern eine bislang bestehende Lücke in der Kaikante. Das Investitionsvolumen beträgt rund 5,5 Millionen Euro und wird aus zusätzlichen Mitteln des Landes Niedersachsen für die Hafeninfrastruktur finanziert.

Der eigentliche Flächengewinn geht dabei über die neue Kaikante hinaus. Durch das Projekt werden rund 10.000 Quadratmeter erschlossen, die bislang nicht vollwertig für den Hafenbetrieb genutzt werden konnten. Nach Abschluss der Arbeiten soll dort ein zusätzlicher Liegeplatz mit unmittelbar angrenzender Umschlagsfläche zur Verfügung stehen. Vorgesehen ist insbesondere eine Nutzung für den Schüttgutumschlag.

Hafen wächst innerhalb bestehender Grenzen

Für Cuxhaven ist die Aktivierung bestehender Flächen von besonderer Bedeutung. Der Standort ist stark ausgelastet, zugleich sind die Möglichkeiten für eine räumliche Expansion begrenzt. Nach Angaben von NPorts werden jährlich rund 5.500 Schiffe mit Liegeplätzen versorgt und zwischen 2,5 und drei Millionen Tonnen Waren und Güter umgeschlagen.

„Wo der Platz begrenzt ist, müssen wir klüger mit unseren Flächen umgehen. Am Hansakai schließen wir eine Lücke und öffnen damit gleichzeitig neue Möglichkeiten für die Zukunft des Hafens“, sagt Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Gesellschaften.

Mit dem Projekt wird eine der letzten bislang ungenutzten wasser- und landseitigen Flächen in diesem Teil des Neuen Fischereihafens aktiviert. Nach der Fertigstellung sollen der Liegeplatz und die angrenzende Fläche langfristig im Erbbaurecht vergeben werden.

Land finanziert Ausbau mit zusätzlichen Mitteln

Die Finanzierung erfolgt über zusätzliche Investitionsmittel des Landes Niedersachsen. Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne sieht im Projekt ein Beispiel dafür, wie damit bestehende Hafenflächen effizienter genutzt werden können.

„Der Lückenschluss am Hansakai zeigt sehr konkret, was daraus entsteht: Wir machen vorhandene Flächen besser nutzbar, schaffen zusätzliche Umschlagsmöglichkeiten und stärken damit den Hafenstandort Cuxhaven“, sagt Tonne.

Gerade angesichts knapper Hafenflächen liegt darin der wesentliche Effekt der Investition: Cuxhaven gewinnt zusätzliche Umschlagskapazität, ohne dafür ein neues Hafengebiet erschließen zu müssen.

Neue Kaikante soll 2027 fertig sein

Technisch entsteht am Hansakai eine rückverankerte Stahlrohrwand. Dafür werden bis zu 25 Meter lange Stahlrohre eingebracht und mit insgesamt 28 Schrägpfählen im tragfähigen Baugrund verankert. Die Rammarbeiten erfolgen vollständig vom Wasser aus.

Ein Stahlbetonholm sowie Poller, Steigeleitern und weitere Einrichtungen für den Schiffsbetrieb komplettieren die neue Kaianlage. Die Fertigstellung ist für Sommer 2027 vorgesehen.

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