Dem Einsatz der beiden Elektro-Lkw ging eine Testphase im Jahr 2024 voraus. | © cargo-partner
Der Logistikdienstleister cargo-partner treibt die Elektrifizierung seiner Transportflotte voran und hat gemeinsam mit dem Partner H. Wenzl Handel Transport Logistik GmbH zwei vollelektrische Mercedes-Benz eActros 300 in Österreich in Betrieb genommen. Die Fahrzeuge werden im regionalen Verteilerverkehr rund um das iLogistics Center Vienna nahe dem Flughafen Wien eingesetzt.
Mit der Investition verfolgt das Unternehmen das Ziel, die CO₂-Emissionen im Straßentransport zu reduzieren und nachhaltige Logistiklösungen stärker in seine multimodalen Transportketten zu integrieren.
Praxistest lieferte wichtige Erkenntnisse
Dem Einsatz der beiden Elektro-Lkw ging eine Testphase im Jahr 2024 voraus. Während dieser Zeit wurden vom Logistikzentrum aus emissionsfreie Abhol- und Zustelltouren im urbanen Raum durchgeführt.
„Ein Highlight war eine Tour nach St. Pölten über 264 km mit einer Nutzlast von 6,9 Tonnen, bei der der LKW eine beeindruckende Energieeffizienz von nur 1 kWh/km zeigte und am Ende des Tages noch eine Restkapazität von 38 % aufwies“, sagt Christian Russ, Head of Road Transport bei cargo-partner Österreich.
Die Fahrzeuge werden nun im täglichen Nahverkehr innerhalb eines Radius von rund 90 Kilometern eingesetzt – unter anderem in Richtung Seewinkel, Wiener Innenstadt und St. Pölten. Mit einer Reichweite von 250 bis 300 Kilometern eignet sich das Modell laut Unternehmen gut für diese Einsatzprofile.
Ladeinfrastruktur als zentrale Herausforderung
Neben der Anschaffung der Fahrzeuge investierten cargo-partner und sein Transportpartner vor allem in die notwendige Ladeinfrastruktur am Standort Fischamend. Der Standort wird vollständig mit 100 Prozent Grünstrom betrieben.
Nach Angaben des Unternehmens stellte jedoch nicht das Fahrzeug selbst die größte Hürde dar, sondern der Aufbau der Ladeinfrastruktur. Netzanschlüsse, verfügbare Leistungskapazitäten sowie Genehmigungen und Kosten für Netzverstärkungen hätten eine zentrale Rolle gespielt.
Neue Anforderungen an Disposition und Fahrer
Der Einsatz von Elektro-Lkw verändert auch die operative Planung im Transportgeschäft. Ladezyklen müssen stärker in die Tourenplanung integriert werden, und Fahrerinnen und Fahrer benötigen zusätzliche Schulungen für den Umgang mit der Technik.
„Zudem setzen wir bei den hochdigitalisierten Fahrzeugen auf eine intensive Schulung des Fahrpersonals, um einen sicheren und effizienten Umgang mit Fahrzeug und Ladeinfrastruktur zu gewährleisten“, sagt Johannes Wenzl, Geschäftsführer von H. Wenzl Handel Transport Logistik GmbH.
Teil einer technologieoffenen Klimastrategie
Die Elektrifizierung des Fuhrparks ist für cargo-partner ein Baustein einer breiter angelegten Nachhaltigkeitsstrategie. Parallel setzt das Unternehmen unter anderem auf HVO-Kraftstoffe, Routenoptimierung und höhere Transporteffizienz, um Emissionen im Straßengüterverkehr zu senken.
„E-Trucks sind ein zentraler Baustein unserer technologieoffenen Strategie“, erklärt Michael Lehner, Product Development Road Austria bei cargo-partner.
Die elektrisch betriebenen Lkw werden insbesondere im Vor- und Nachlauf für Luft- und Seefrachttransporte sowie für Lagerlogistik eingesetzt. Damit sollen CO₂-reduzierte Transporte stärker in bestehende multimodale Logistiklösungen integriert werden.
