Für 2026 plant bayernhafen Investitionen in Höhe von 57 Millionen Euro in Hafeninfrastruktur und Logistikflächen. | © M.Ziegler
bayernhafen hat im Geschäftsjahr 2025 seinen Güterumschlag per Schiff und Bahn gesteigert. An den Standorten Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau wurden 8,37 Millionen Tonnen umgeschlagen – ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Parallel baut das Unternehmen sein Flächennetz weiter aus und setzt auf Verkehrsverlagerung sowie industrielle Ansiedlungen.
Plus bei Schiff und Bahn
Der Schiffsgüterumschlag wuchs um 6 Prozent auf 2,19 Millionen Tonnen, der Bahngüterumschlag legte um 1,4 Prozent auf 6,19 Millionen Tonnen zu. Im Kombinierten Verkehr wurden 478.680 TEU umgeschlagen, ein leichter Anstieg von einem Prozent.
Durch die Verlagerung von Langstreckentransporten auf Schiff und Bahn konnten laut Unternehmen rund 487.000 Lkw-Fahrten eingespart werden. Die berechnete Treibhausgas-Ersparnis beläuft sich auf rund 478.000 Tonnen.
Am trimodalen KV-Terminal in Nürnberg wird die Kapazität weiter ausgebaut. Anfang 2026 begann bei laufendem Betrieb der Aufbau von drei neuen Krananlagen. Die Umschlagleistung steigt dadurch um rund 20 Prozent. Das Projekt wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert.
Neuer InfraPark im Landkreis Deggendorf
Mit dem Erwerb eines 52 Hektar großen ehemaligen Papierfabrik-Areals im Landkreis Deggendorf erweitert bayernhafen sein Standortnetz um einen neuen Logistik- und Industriepark: den „bayernhafen InfraPark Plattling Stephansposching“.
Erstmals handelt es sich dabei um einen Standort ohne direkte Wasserstraßenanbindung. „Seit bayernhafen vor 100 Jahren gegründet wurde, war der Bahnverkehr immer wichtig. Der neue Standort ist durch den Gleisanschluss und die Verladeinfrastruktur ideal geeignet, mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu bringen“, sagt Geschäftsführer Joachim Zimmermann.
Die Konversion des Areals ermöglicht großflächige Ansiedlungen ohne zusätzlichen Flächenverbrauch. Zielgruppen sind Industrie-, Kreislaufwirtschafts- und Logistikunternehmen.
16.000 Arbeitsplätze an den Standorten
Die wirtschaftliche Bedeutung der Hafenstandorte unterstreicht eine aktuelle Erhebung: Rund 400 ansässige Unternehmen beschäftigen knapp 16.000 Menschen – ein Zuwachs von 22,7 Prozent seit 2016. Beispiele wie Siemens Energy in Nürnberg oder Linde Engineering in Passau zeigen die Rolle der Standorte für exportorientierte Industrieunternehmen.
Kritik an Infrastrukturpolitik
Mit Blick auf anstehende Generalsanierungen im Schienennetz erwartet bayernhafen kurzfristige Einschränkungen. Langfristig setzt das Unternehmen auf ein leistungsfähigeres Bahnnetz.
Zimmermann fordert jedoch eine integrierte Verkehrspolitik: „Statt einer Inselbetrachtung braucht es ein ganzheitliches, verkehrsträgerübergreifendes Verkehrskonzept.“ Häfen seien als Schnittstellen zwischen Schiff, Bahn und Lkw zentrale Bausteine nachhaltiger Logistikketten. Voraussetzung sei eine verlässliche Finanzierung der Infrastruktur.
Für 2026 plant bayernhafen Investitionen in Höhe von 57 Millionen Euro in Hafeninfrastruktur und Logistikflächen.
