Barcode-Scanner als Sicherheitsrisiko

27.10.2026 | Digitalisierung

Cybersecurity-Forscher von Kaspersky entdecken Schwachstelle in drahtlosen Scannern. Angriffe auf Lagernetzwerke sind möglich.

In modernen Lagerhallen läuft nichts mehr ohne Digitalisierung. Scanner, Datenterminals, Drucker und Lagerverwaltungssysteme greifen nahtlos ineinander. Genau diese Vernetzung könnte sich nun als Sicherheitsrisiko erweisen. Experten von Kaspersky Security Services haben einen neuen Angriffsvektor identifiziert, der drahtlose Barcode-Scanner zum Einfallstor für Cyberangriffe macht, und damit potenziell den Zugriff auf kritische Systeme innerhalb von Netzwerken ermöglicht. 

Die Schwachstelle ist, dass zwischen den Handscannern und ihren Basisstationen keine Authentifizierung stattfindet. Die Basisstation ist wiederum mit einem Computer oder anderen Geschäftssystemen verbunden. Diese Lücke in der drahtlosen Kommunikation können Angreifer unter bestimmten Voraussetzungen missbrauchen, um manipulierte Eingaben an angeschlossene Rechner zu übermitteln, und sich so Zugang zur weiteren IT- und OT-Infrastruktur zu verschaffen. 

Konkret könnte ein Angriff wie folgt ablaufen: Mitarbeitende nutzen einen drahtlosen Barcode-Scanner wie gewohnt. Ein Angreifer in Bluetooth-Reichweite ermittelt zunächst die Adresse der zugehörigen Basisstation, etwa durch passives Abhören des Datenverkehrs. Anschließend simuliert er über die drahtlose Verbindung Tastatureingaben, die von der Basisstation an den Computer weitergeleitet werden. Dieser interpretiert die Eingaben als legitime Nutzeraktionen. Die Angreifer können so unautorisierte Befehle bis hin zur Ausführung von Schadcode imitieren, ohne dass eine Interaktion des Mitarbeitenden erforderlich ist. Beobachtet wurde dieses Muster übrigens bei Geräten verschiedener Hersteller. Die Schwachstelle selbst wurde bei einem Scanner eines führenden Herstellers ausgenutzt.

Der Scanner ist dabei nur die Tür, nicht das Ziel. Entscheidend ist, welche Berechtigungen der betroffene Computer besitzt und mit welchen Systemen er verbunden ist. Unter ungünstigen Voraussetzungen könnten Angreifer von diesem ersten Zugriff aus tiefer in die Infrastruktur vordringen und weitere kritische Systeme kompromittieren. 

Beim aktuellen, modernen Grad an Vernetzung können bereits Lieferverzögerungen hohe finanzielle Schäden und Reputationsverluste verursachen. Betroffen ist damit nicht nur die Logistikbranche, sondern auch der Einzelhandel und weitere Branchen, in denen solche Geräte zum Einsatz kommen. 

„Der moderne Einzelhandel und die Logistik sind heute auf allen Ebenen digitalisiert – von unternehmensweiten Managementplattformen bis hin zu einzelnen Geräten, die Mitarbeitende täglich nutzen“, sagt Sergey Sidorov, Head of Industrial Security Services bei Kaspersky. 
„Durch diese umfassende Vernetzung kann jede Technologie zum Einfallstor für Cyberangriffe werden und damit die Sicherheit des gesamten Ökosystems gefährden. Wie unsere Analyse zeigt, kann dafür bereits ein einzelner Barcode-Scanner ausreichen. Unternehmen aus Logistik und Einzelhandel sollten Cybersicherheit deshalb auf allen Ebenen ihrer Geschäftsprozesse konsequent priorisieren.“ 

Als erste Maßnahmen für vernetzte Lagerumgebungen werden empfohlen: neue Geräte vor der Integration überprüfen, drahtlose Schnittstellen absichern, Netzwerke segmentieren, Systeme regelmäßig aktualisieren, Zugriffsrechte einschränken, regelmäßige Angriffssimulationen durchführen, industrielle Umgebungen umfassend auf Schwachstellen prüfen und spezialisierte Sicherheitslösungen einsetzen.


Transparenzhinweis: Der Text wurde teilweise unter Einsatz generativer KI bearbeitet, aber Prüfung, Verantwortung für Inhalt und Formulierung bleiben bei der Redaktion.

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