Arktis-Route gilt zunehmend als Alternative

25.08.2026 | Containerschifffahrt

Südkorea will die schwierige Passage als neue Handelsverbindung etablieren. Umweltschützer warnen vor Risiken.

Nach Russland und China setzt nun auch Südkorea auf den arktischen Weg als alternative Schifffahrtsroute zwischen Asien und Europa. Das Containerschiff „PanStar Acro“ legte am Samstagabend, 22. August, im südkoreanischen Busan zu einer kommerziellen Testfahrt ab, wie das Ministerium für Ozeane und Fischerei mitteilte. An Bord waren Chemieprodukte und Gebrauchtwagen, Zielhäfen waren Felixstowe, Rotterdam, und Danzig. 

Mit der Fahrt will Seoul prüfen, ob die Route für den regelmäßigen Güterverkehr geeignet ist. Gesammelt werden Daten zu Fahrtdauer, Treibstoffverbrauch und Betriebskosten. Langfristig strebt Südkorea an, die Arktis-Passage als neue Handelsroute zu etablieren und Busan zu einem internationalen Logistikzentrum auszubauen. Die Rundfahrt inklusive Rückkehr soll 45 Tage dauern, deutlich schneller als die klassische Route über den Indischen Ozean, das Rote Meer und den Suezkanal. Die Arktis-Passage selbst soll jeweils rund acht Tage in Anspruch nehmen.

Geopolitische und ökologische Bedenken
Die Suche nach Alternativrouten hat sich seit Beginn des Iran-Kriegs und den Einschränkungen in der Straße von Hormus beschleunigt. Auch China und Russland treiben die Nutzung der Nordostpassage voran. Erst am 15. August startete das chinesische Containerschiff „Dubai Tower“ von Ningbo aus Richtung Europa. Russland nutzt die Route bereits für den Transport von Flüssiggas (LNG) aus Sabetta auf der Jamal-Halbinsel.

„Ein zunehmender Schiffsverkehr auf den arktischen Seewegen bedeutet große Risiken und potenziell verheerende Auswirkungen auf die Umwelt“, warnt die Umweltschutzorganisation Ocean Conservancy. 

Klimaforscher betonen, dass die Arktis sich schneller erwärmt als der Rest der Welt, und die Route schon bald ganzjährig eisfrei sein könnte. 
„Der arktische Raum gewinnt stark an Bedeutung. Es ist nicht per se verwerflich, die Chancen zu nutzen. Es kommt auf die Geschwindigkeit und Intensität an“, sagt die Volkswirtin Birgit Bednar-Friedl vom Wegener Center der Universität Graz.

Tags:

Anzeigen
Anzeigen

Newsletter

Events

Auf Linkedin folgen