Kern des Vorhabens ist die technische Erneuerung der Anlage sowie eine Kapazitätserweiterung von derzeit drei auf künftig vier Millionen TEU jährlich. (Foto: Maersk)
APM Terminals, Tochter von A.P. Moller – Maersk, und der Terminalbetreiber Eurogate verhandeln über eine langfristige Partnerschaft zur umfassenden Modernisierung des North Sea Terminal Bremerhaven (NTB). Das geplante Investitionsvolumen liegt bei rund einer Milliarde Euro.
Kern des Vorhabens ist die technische Erneuerung der Anlage sowie eine Kapazitätserweiterung von derzeit drei auf künftig vier Millionen TEU jährlich. Gleichzeitig soll der Umschlagbetrieb vollständig elektrifiziert und mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Nach Angaben der Unternehmen könnte das NTB damit das erste Terminal dieser Art in Deutschland mit einem Betrieb ohne Treibhausgasemissionen werden. Die Investition steht allerdings noch unter internen und externen Genehmigungsvorbehalten.
Strategische Rolle für Maersk-Netzwerk
Für Maersk ist Bremerhaven ein zentraler Baustein im europäischen Netzwerk. Konzernchef Vincent Clerc betont die strategische Bedeutung des Standorts: „Bremerhaven verfügt über ein einzigartiges Potenzial, sich als strategischer Logistik-Hub in der Region zu profilieren und die Warenströme von und nach Deutschland sowie unser Ocean-Netzwerk entscheidend zu unterstützen.“
Ziel sei es, das NTB „zu einem der wettbewerbsfähigsten in Europas Nord-Range“ zu entwickeln und zugleich die „Zuverlässigkeit und Resilienz der Lieferketten für die deutsche Wirtschaft“ zu stärken.
Eurogate sieht in der Modernisierung eine Fortsetzung der langjährigen Zusammenarbeit. „Wir blicken am NTB mit großem Stolz auf eine über 25-jährige erfolgreiche Partnerschaft mit Maersk und APM Terminals zurück“, sagt Michael Blach, Vorsitzender der Gruppengeschäftsführung von EUROGATE. Das Vorhaben zeige, „wie sehr wir auch vom künftigen Erfolg des Standorts Bremerhaven im Netzwerk des globalen Seehandels überzeugt sind“.
Infrastruktur als Schlüsselfaktor
Politisch wird das Projekt als Signal für den Standort gewertet. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte spricht von einem „eindrucksvollen Beleg für die Leistungsfähigkeit unserer Häfen“. Mit den angekündigten Investitionen werde Bremerhaven „zukunftsfest aufgestellt“ und seine Position in der Nord-Range gestärkt.
Gleichzeitig verweisen Unternehmen und Politik auf eine zentrale Voraussetzung: die Vertiefung der Außenweser. Nur mit angepasster Fahrrinne könne das modernisierte Terminal sein volles Potenzial ausschöpfen. Entsprechende Planungen laufen auf öffentlicher Ebene, der Bund steht hier unter Handlungsdruck.
Einordnung
Mit einer geplanten Kapazität von vier Millionen TEU würde das NTB seine Position im Wettbewerb der Nordrange-Häfen deutlich ausbauen. Die Kombination aus Automatisierung, Elektrifizierung und Kapazitätsplus zeigt zudem, dass sich der Wettbewerb nicht mehr allein über Umschlagszahlen definiert, sondern zunehmend über Effizienz, Energieeinsatz und Resilienz.
Sollten die Genehmigungen erteilt werden, wäre das Projekt eines der größten Einzelinvestments in die deutsche Hafeninfrastruktur der letzten Jahre – und ein klares Bekenntnis eines globalen Marktführers zum Standort Bremerhaven.
