China dominiert mit 95 % Marktanteil bei E-Lkw

15.09.2026 | Fahrzeuge, Wirtschaft

Die Elektrotransformation der Transportbranche schreitet rasant voran, doch der Boom findet fast ausschließlich in China statt. Europa gerät ins Hintertreffen.

Der globale Markt für E-Lkw erlebte seit 2021 mit 1.800% ein beispielloses Wachstum, während der Markt für Diesel-Lkw um 17% schrumpfte. Doch dieser Aufschwung wird fast allein von China getragen, wie aus der aktuellen Studie „Volt Rush – The Global Race for Truck Electrification“ der Strategieberatung Strategy&, PwC, hervorgeht. 
Der globale BET-Anteil (Battery Electric Truck) lag 2025 bei etwa 8% mit einer klaren Dominanz Chinas. 95% aller weltweit verkauften Elektro-Lkw stammen aus der Volksrepublik.

Europa hinkt hinterher
Chinas Erfolg basiert auf regulatorischen Besonderheiten, etwa Kaufanreize von umgerechnet 20.500 US-Dollar pro Lkw, bevorzugter Zugang zu Einsatzgebieten wie Häfen oder Industriearealen sowie der zügige Ausbau von Hochleistungslade- und Batteriewechselinfrastruktur, mit Schwerpunkt auf Fernstraßenkorridoren und Schwerlastanwendungen.

„China überträgt sein E-Auto-Erfolgsmodell aktuell auch auf den Logistikbereich. Dabei profitiert das Land von Skaleneffekten, aufgebautem Spezialwissen und Lieferkettenkompetenz, die über Jahrzehnte herangewachsen sind“, sagt Dr. Jörn Neuhausen, Senior Director und Leiter Elektromobilität bei Strategy&.
„Der Wettbewerbsvorteil entsteht weniger durch technologische Einzelbausteine als durch ein hochintegriertes Ökosystem aus Industriepolitik, Infrastruktur, Lieferketten sowie der Fähigkeit, Innovationen schnell in die industrielle Skalierung zu bringen. Europa läuft hingegen Gefahr, im elektrifizierten Nutzfahrzeugsegment ins Hintertreffen zu geraten und hart erkämpfte Wettbewerbspositionen zu verspielen. Wer jetzt nicht in Differenzierung investiert, riskiert, bis 2040 im europäischen Heimatmarkt Marktanteile zu verlieren.“ 

Ladeinfrastruktur als Flaschenhals 
Obwohl Elektro-Lkw bereits heute bei Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) wettbewerbsfähig sind, bremst die fehlende Ladeinfrastruktur den Hochlauf aus. Während China bereits über 6.000 öffentliche HDV-Ladepunkte (Heavy-Duty Vehicle) verfügt, sind es in Europa gerade einmal 1.000, in den USA 20. 

Wie schnell der schleppende Ausbau zum operativen Hemmschuh werden kann, zeigt die Studie beispielhaft an der Strecke Stuttgart–Kerpen. Dort fehlen entsprechende Ladepunkte entlang der Route, sodass die Strecke derzeit nicht mit elektrisch betriebenen Lkw bewältigt werden kann.

„Europäische Lkw-Hersteller und Logistikunternehmen stehen derzeit vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits müssen sie den BET-Hochlauf konsequent vorantreiben, andererseits ihre Heimatmärkte gegen chinesische OEMs, aber auch gegen amerikanische Hersteller verteidigen, die bereits Produktionsstätten in Ungarn und der Türkei aufbauen und die hiesigen Märkte in den Fokus setzen“, sagt Dr. Philipp Rose, Director bei Strategy& und Leiter Elektromobilität bei PwC Deutschland. 
„Um im Wettbewerb zu bestehen, müssen europäische Hersteller somit künftig über die reine Bereitstellung von Fahrzeugen hinausdenken. Entscheidend wird sein, integrierte Ökosysteme aus Lkw, Ladeinfrastruktur, Softwarelösungen und Serviceangeboten zu erschaffen.“

Die vollständigen Ergebnisse der Studie „Volt Rush – The Global Race for Truck Electrification“ erhalten Sie auf Anfrage über die Website bei Strategy&.


Transparenzhinweis: Der Texte wurde teilweise unter Einsatz generativer KI bearbeitet, aber Prüfung, Verantwortung für Inhalt und Formulierung bleiben bei der Redaktion.

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