Die DAK gilt als wichtiger Baustein für die Automatisierung des europäischen Schienengüterverkehrs. | © Unsplash/Gift Habeshaw
Das deutsche Bundesministerium für Verkehr (BMV) startet mit dem Förderprogramm PioDAK die nächste Phase bei der Einführung der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) im Schienengüterverkehr. Die entsprechende Förderrichtlinie wurde im Bundesanzeiger veröffentlicht. Für die Aus- und Umrüstung von Pionierzügen sowie begleitende Forschungsprojekte und Studien stehen knapp 36 Millionen Euro zur Verfügung.
Interessierte Unternehmen und weitere Akteure können ihre Projektskizzen vom 14. bis 25. September beim Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) einreichen. Das BALM übernimmt als Projektträger die Abwicklung des Programms. Bereits am 10. September werden die Förderbedingungen im Rahmen einer Online-Veranstaltung erläutert.
DAK soll sich im Realbetrieb beweisen
Der entscheidende Schritt gegenüber bisherigen Projekten ist der Einsatz unter regulären Betriebsbedingungen. Nach dem abgeschlossenen Forschungsprojekt DAK-Demonstrator sollen Unternehmen nun eigene Erfahrungen mit der Technologie sammeln können.
Die DAK gilt als wichtiger Baustein für die Automatisierung des europäischen Schienengüterverkehrs. Anders als bei der heute üblichen Schraubenkupplung sollen Güterwagen automatisch miteinander verbunden werden. Gleichzeitig schafft die Technologie Voraussetzungen für digitale Funktionen im Zugverband.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger sieht darin erhebliches Potenzial, knüpft eine breitere Einführung aber an klare Bedingungen: „Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Produkt die Nutzer mit seinen Funktionen, seiner Lebensdauer und seinem Preis überzeugt und damit eine europaweite Umrüstung wirtschaftlich sinnvoll ist.“
Damit rückt neben der technischen Funktionsfähigkeit zunehmend die Wirtschaftlichkeit in den Mittelpunkt. Schließlich würde eine flächendeckende Einführung eine Umrüstung großer Teile des europäischen Güterwagenbestands und eine entsprechend koordinierte Umsetzung über Länder- und Unternehmensgrenzen hinweg voraussetzen.
Drei Förderschwerpunkte vorgesehen
Das Programm umfasst drei Bereiche. Gefördert werden die Aus- beziehungsweise Umrüstung von Pionierzügen und deren Erprobung im Betrieb, weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie Studien. Letztere können sich unter anderem mit Nutzen und Risiken, Ressourcenfragen, strategischem Handlungsbedarf und möglichen Instrumenten für die Umsetzung beschäftigen.
Die Ergebnisse sollen eine belastbarere Grundlage dafür liefern, ob und unter welchen Bedingungen die DAK europaweit eingeführt werden kann. Gerade die Erfahrungen aus dem laufenden Güterverkehr dürften dabei entscheidend sein: Nach mehreren Jahren der Entwicklung muss die Technologie nun zeigen, ob sie neben technischen Vorteilen auch im betrieblichen und wirtschaftlichen Alltag überzeugt.
BALM startet zweistufiges Verfahren
Für die Aus- und Umrüstung der Pionierzüge ist ein zweistufiges Antragsverfahren vorgesehen. „Als Projektträger des Förderprogramms PioDAK werden wir das zweistufige Antragsverfahren zur Aus- und Umrüstung von Pionierzügen mit der DAK zügig umsetzen“, sagt BALM-Präsident Christian Hoffmann.
Für Förderinteressierte findet am 10. September um 10 Uhr eine kostenlose Online-Informationsveranstaltung des BALM statt. Die Frist für Projektskizzen läuft anschließend vom 14. bis 25. September.
Mit PioDAK verschiebt sich der Schwerpunkt damit von Demonstration und Entwicklung hin zur betrieblichen Bewährungsprobe. Für eine mögliche europaweite Einführung ist das eine entscheidende Phase: Erst der Einsatz in Pionierzügen wird zeigen, ob die DAK ihre versprochenen Effizienz- und Automatisierungsvorteile auch unter den unterschiedlichen Bedingungen des täglichen Schienengüterverkehrs einlösen kann.
