Niedrigwasser am Rhein: Kombiverkehr stockt Züge auf

17.08.2026 | Bahnlogistik, Schiene

Sinkende Pegel setzen die Rheinschifffahrt unter Druck und erhöhen den Bedarf an Ausweichrouten. Kombiverkehr reagiert mit zusätzlichen Zugverbindungen und hält weitere Kapazitäten für kurzfristige Verlagerungen bereit.

Das anhaltende Niedrigwasser im Rhein führt zu zusätzlichen Verlagerungsmöglichkeiten auf die Schiene. Die Kombiverkehr KG erhöht ab 7. September 2026 die Frequenz zwischen Köln und Basel und verweist zugleich auf freie Kapazitäten in ihrem bestehenden Intermodal-Netz entlang des Rheinkorridors.

Auf der Relation Köln–Basel steigt die Zahl der Abfahrten von drei auf fünf pro Woche und Richtung. Damit erweitert Kombiverkehr die Kapazität nach eigenen Angaben um weitere 400 TEU. Die Transitzeit zwischen Annahme am Versandterminal und Abholbeginn am Zielterminal liegt in der Regel zwischen elf und 13 Stunden.

Hintergrund ist die angespannte Situation in der Binnenschifffahrt. Niedrige Wasserstände können die mögliche Beladung von Binnenschiffen erheblich einschränken und damit zusätzliche Transportkapazitäten auf anderen Verkehrsträgern erforderlich machen.

Rund 2.000 TEU kurzfristig verfügbar

Kombiverkehr sieht insbesondere auf den Verbindungen zwischen den Nordseehäfen beziehungsweise den westdeutschen Terminals und dem Oberrhein Möglichkeiten, Ladung vom Binnenschiff auf die Bahn zu verlagern.

Dafür stehen nach Unternehmensangaben derzeit insgesamt 46 wöchentliche Rundläufe zur Verfügung. Zum Angebot gehören unter anderem Verbindungen von Rotterdam und Antwerpen nach Duisburg, Köln, Ludwigshafen und Basel sowie innerdeutsche Relationen. Die kurzfristig nutzbare Gesamtkapazität beziffert Kombiverkehr auf rund 2.000 TEU.

„Anfang September werden wir die Beförderungsmengen auf der Relation Köln – Basel v.v. um zwei Drittel des heutigen transportierbaren Volumens bzw. um weitere 400 TEU erhöhen“, sagt Kombiverkehr-Geschäftsführer Dirk Steffes. Bei entsprechender Nachfrage könnten auch auf anderen Relationen zusätzliche Abfahrten eingerichtet werden.

Schiene als Ausweichroute für Rheinfracht

Für Speditionen und Reedereien ist vor allem die kurzfristige Einbindung in bestehende Transportketten relevant. Über Köln bestehen Weiterleitungen in das Kombiverkehr-Netz. Notwendige Vor- und Nachläufe auf der Straße können über unabhängige Truckingunternehmen organisiert werden.

Auf der Verbindung Köln–Basel ist zudem der Transport von Gefahrgut möglich; ausgenommen sind Güter der Gefahrgutklasse 7. Kombiverkehr positioniert sein Netz damit gezielt als Alternative für Ladung, die aufgrund des Niedrigwassers nicht oder nur eingeschränkt über den Rhein befördert werden kann.

Wie stark die zusätzlichen Bahnkapazitäten tatsächlich genutzt werden, dürfte von der weiteren Entwicklung der Wasserstände und den daraus resultierenden Einschränkungen für die Binnenschifffahrt abhängen.

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