Foto: Port of Gdańsk
Der Hafen Danzig schafft die Grundlage für den weiteren Ausbau des Baltic Hub Container Terminal. Die Hafenverwaltung hat eine mehr als 26 Hektar große Fläche im Tiefwasserbereich für 30 Jahre an den Terminalbetreiber vermietet. Auf dem als „Deepwater“ bezeichneten Areal sollen zusätzliche Bahn- und Lagerkapazitäten entstehen.
Geplant ist die schrittweise Entwicklung zu einem intermodalen Umschlagstandort. Kernstück ist ein zweiter Gleisanschluss mit sieben Gleisen, auf denen Güterzüge mit bis zu 750 Metern Länge abgefertigt werden können. Hinzu kommen neue Flächen für die Lagerung von Containern.
Für den Baltic Hub ist die Erweiterung vor allem mit Blick auf das Hinterland relevant. Der Terminal fungiert als wichtige Schnittstelle zwischen den Überseeverkehren und den Märkten in Polen sowie Mittel- und Osteuropa. Der Ausbau soll mehr Container auf die Schiene bringen und zugleich zusätzliche Kapazitäten für steigende Umschlagmengen schaffen.
Mehr Container sollen auf die Schiene
„Die Erweiterung unseres Bahnterminals und die Erhöhung der Kapazität unserer Lagerflächen werden die Verbindungen mit dem Hinterland stärken und den Transport einer größeren Zahl von Containern auf der Schiene ermöglichen“, sagt Jan Van Mossevelde, Managing Director von Baltic Hub. Damit soll zugleich die Abhängigkeit vom Straßentransport reduziert werden.
Der Ausbau ist Teil der langfristigen Strategie des Terminals. Hintergrund sind unter anderem größere Containerschiffe und Veränderungen in den Routennetzen der Reedereien. Danzig will sich dabei stärker als Gateway für die Märkte Mittel- und Osteuropas positionieren.
Auch die Hafenverwaltung sieht die Hinterlandanbindung als entscheidenden Wettbewerbsfaktor. „Unser Ziel ist nicht nur, die Wettbewerbsfähigkeit und Position des Hafens zu stärken, sondern auch die Stabilität der Warenströme angesichts der wachsenden Bedeutung des globalen Seeverkehrs und geopolitischer Herausforderungen zu erhöhen“, sagt Dorota Pyć, Präsidentin der Hafenverwaltung Danzig.
Hinterlandanbindung bereits ausgebaut
Für die Erweiterungsfläche liegt bereits eine Baugenehmigung für einen Umschlag- und Lagerterminal einschließlich der notwendigen Verkehrs- und Hafeninfrastruktur vor. In den vergangenen Jahren wurde zudem die land- und seeseitige Erreichbarkeit des Tiefwasserhafens ausgebaut.
Die Hafenverwaltung ließ insgesamt 7,2 Kilometer Straßen sowie zehn Kilometer Gleise neu bauen oder erneuern. In einem weiteren Projekt wurden mehr als 70 Kilometer Schieneninfrastruktur und 13 Bahnübergänge modernisiert.
Auch die nautischen Bedingungen wurden verbessert. Die Hafenzufahrt wurde verbreitert und auf 18 Meter vertieft. Ein Wendebecken ermöglicht die Abfertigung größerer Schiffe und unterstützt den Begegnungsverkehr im Tiefwasserbereich.
Mit der Erweiterung des Baltic Hub geht es damit nicht allein um zusätzliche Terminalkapazität. Der Ausbau der Schiene soll Danzigs Position im Wettbewerb um Containerströme von und nach Mittel- und Osteuropa stärken – insbesondere mit Blick auf Märkte wie Tschechien, die Slowakei und die Ukraine.
