EU-Vorwurf gegen Temu wegen Behinderung von Ermittlungen

04.08.2026 | KEP

Temu habe bei Inspektionen seine Pflicht zur aktiven Zusammenarbeit verletzt.

Die Europäische Kommission wirft dem chinesischen Onlinehändler Temu vor, eine unangekündigte Untersuchung wegen möglicher illegaler Subventionen behindert zu haben.
Laut Kommission verweigerte Temu unter anderem die Herausgabe von Informationen zur Struktur seiner EU-Aktivitäten. 

„Indem die Informationen nicht vorgelegt wurden, war es der Kommission nicht möglich, Informationsquellen zu prüfen, die für ihre Untersuchung relevant sein könnten“, heißt es in der Stellungnahme.

Der zum chinesischen PDD-Konzern gehörende Händler wies die Anschuldigungen umgehend zurück. Temu habe uneingeschränkt kooperiert und sei allen Aufforderungen der Kommission nachgekommen. Zudem werde das Unternehmen die Vorwürfe prüfen. Kategorisch zurückgewiesen wurde auch der Vorwurf, unlautere ausländische Subventionen erhalten zu haben:

„Temu hat vollständig kooperiert und alle Anfragen der Kommission im Rahmen der Inspektion erfüllt“, so das Unternehmen.
„Temu weist zudem entschieden zurück, ausländische Subventionen erhalten zu haben, die den Binnenmarkt verzerren. Das Unternehmen erwirtschaftet aus der eigenen Geschäftstätigkeit nachhaltige Cashflows, die ausreichen, um Temus Aktivitäten in der EU zu finanzieren. Wir sind nicht auf ‘ausländische Subventionen’ angewiesen, um Wettbewerbsaktivitäten zu finanzieren oder uns einen Wettbewerbsvorteil im Binnenmarkt zu verschaffen.“

Mit 130 Millionen Nutzern in der EU – fast ein Drittel der EU-Bevölkerung – zählt Temu zu den größten Onlinehändlern Europas. Erst Ende Mai 2026 hatte die Kommission gegen das Unternehmen eine Strafe von 200 Millionen Euro wegen des Verkaufs unsicherer und gesundheitsgefährdender Produkte verhängt. Die jüngsten Vorwürfe unterstreichen die angespannte Beziehung zwischen der EU und chinesischen Tech-Konzernen, die zunehmend unter regulatorische Lupe geraten.

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