Das Fracht-Laderaum-Verhältnis im europäischen Straßengüterverkehr im Jahresvergleich. | © TIMOCOM
Laut TIMOCOM lag der Frachtanteil im europäischen Spotmarkt zwischen April und Juni konstant bei 85 bis 87 Prozent. Europaweit stiegen die Frachteingaben im Vergleich zum Vorjahresquartal um 23,8 Prozent, während die Zahl der verfügbaren Lkw um 10,8 Prozent zurückging. Auch in Deutschland nahm die Nachfrage zu: Hier lagen die Frachteingaben im zweiten Quartal um 14,2 Prozent über dem Vorjahreswert.
Besonders dynamisch entwickelte sich der April mit einem europaweiten Plus von 39,2 Prozent. Im Mai betrug das Wachstum noch 22 Prozent, ehe sich die Entwicklung im Juni auf 11,6 Prozent abschwächte.
Markt bleibt angespannt
Trotz der nachlassenden Dynamik sieht TIMOCOM keine Entspannung des Marktes.
„Der Quartalsverlauf zeigt: Nach einem starken April und Mai hat der Schwung im Juni nachgelassen. Von einer Entspannung des Marktes kann dennoch nicht gesprochen werden. Das Fracht-Laderaum-Verhältnis lag auch im Juni noch bei 85 zu 15“, sagt Gunnar Gburek, Head of Business Affairs bei TIMOCOM.
Parallel zur steigenden Nachfrage verringerte sich das Angebot an verfügbaren Fahrzeugen weiter. In Deutschland sank die Zahl der frei gemeldeten Lkw-Kapazitäten gegenüber dem Vorjahr um rund 13 Prozent.
„Vor allem Unternehmen im deutschen Binnenverkehr bieten ihre Kapazitäten immer seltener aktiv auf dem Spotmarkt an, weil sie hier offenbar ausreichend Frachtangebote für ihre Bedürfnisse finden“, erklärt Gburek. Gleichzeitig betont er die Bedeutung einer möglichst transparenten Marktübersicht, um Leerfahrten zu vermeiden und Kapazitäten effizient einzusetzen.
Transportpreise deutlich über Vorjahr
Die hohe Nachfrage und das knappe Angebot spiegelten sich auch in den Preisen wider. Auf innerdeutschen Strecken lagen die durchschnittlichen Angebotspreise der Auftraggeber bei 2,10 Euro pro Kilometer und damit 13,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Preisforderungen der Frachtführer erreichten durchschnittlich 2,18 Euro pro Kilometer.
Europaweit wurden durchschnittlich 1,81 Euro pro Kilometer angeboten, während Frachtführer im Schnitt 1,79 Euro pro Kilometer verlangten. Die höchsten Preise wurden überwiegend im Mai registriert, ehe die Werte im Juni wieder leicht zurückgingen.
Dieselpreise bleiben Unsicherheitsfaktor
Für das dritte Quartal rechnet TIMOCOM saisonbedingt mit einer etwas geringeren Nachfrage. Dennoch dürfte der Frachtanteil nach Einschätzung des Unternehmens über 80 Prozent bleiben. Entscheidend für die weitere Entwicklung werden die Konjunktur, die Verfügbarkeit von Laderaum sowie die Dieselpreise sein, die nach dem Wegfall verschiedener Entlastungsmaßnahmen erneut stärker in den Fokus rücken.
