Kreislauf-Retouren können die CO₂-Emissionen im Retourenprozess durchschnittlich um 25,3 Prozent reduzieren. | © Intersport
Retouren gehören zu den größten Herausforderungen im E-Commerce. Gemeinsam haben INTERSPORT, die Österreichische Post und das Logistikum der FH Oberösterreich nun einen neuen Ansatz erprobt: Ungetragene und neuwertige Artikel werden nicht mehr an den Händler zurückgesendet, sondern direkt an die nächste Käuferin oder den nächsten Käufer weitergeleitet. Möglich wird das durch ein digitales Matching der Bestellungen.
Dadurch entfallen zusätzliche Transportwege und Verpackungen, was den gesamten Retourenprozess ressourcenschonender gestaltet.
Wissenschaft bestätigt CO₂-Einsparungen
Die wissenschaftliche Begleitung durch die FH Oberösterreich zeigt das Potenzial des Konzepts. Insgesamt wurden 18 Szenarien analysiert. Das Ergebnis: Kreislauf-Retouren können die CO₂-Emissionen im Retourenprozess durchschnittlich um 25,3 Prozent reduzieren.
„Das Projekt verdeutlicht, wie Kreislaufwirtschaft durch innovative Logistiklösungen ganz konkret umgesetzt werden kann. Unsere Analysen zeigen, dass Kreislauf-Retouren die Emissionen im Retourenprozess um rund ein Viertel senken können“, erklärt Projektleiterin Sarah Pfoser, Senior Researcher am Logistikum der FH Oberösterreich.
Auch die Akzeptanz scheint vorhanden: Laut begleitender Marktforschung würde mehr als die Hälfte der befragten INTERSPORT-Kundinnen und -Kunden das neue Retourenkonzept nutzen.
Digitale Qualitätssicherung und anonymer Versand
Damit die Ware den Qualitätsanforderungen entspricht, wird ihr Zustand digital dokumentiert. Die Österreichische Post übernimmt die Weiterleitung mithilfe eines neu entwickelten, anonymisierten Versandlabels, sodass persönliche Daten der Kundinnen und Kunden geschützt bleiben.
„Kreislauf-Retouren sind ein völlig neuer logistischer Ansatz im E-Commerce: Waren werden nicht mehr retourniert, sondern gezielt weiterversendet“, sagt Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter und Vorstand für Paket & Logistik der Österreichischen Post AG.
Auch INTERSPORT zieht nach dem Pilotprojekt ein positives Fazit. „Der erfolgreiche Pilottest hat gezeigt, dass das Konzept funktioniert. Damit haben wir einen wichtigen Schritt gesetzt, um unseren ökologischen Fußabdruck künftig weiter zu verringern“, sagt Günther Junkowitsch, Leitung Supply Chain Management bei INTERSPORT.
Grundlage für weitere Projekte
Die Ergebnisse des Pilotprojekts bilden nun die Basis für eine mögliche Weiterentwicklung des Konzepts. Die drei Projektpartner arbeiten bereits seit mehreren Jahren gemeinsam an Lösungen für eine ressourcenschonendere Logistik. Zu den bisherigen Projekten zählt unter anderem die Mehrwegverpackung „Post Loop“.
Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) gefördert und im Rahmen der Logistikförderung über die SCHIG mbH abgewickelt.
