Neben wirtschaftlichen Aspekten gewinnt die Strecke zunehmend sicherheitspolitische Relevanz. | © Stena Line
Mit der neuen Vereinbarung greift der schwedische Staat aktiv ein, um die einzige regelmäßige Eisenbahnfährverbindung des Landes zu erhalten. Die Route zwischen Rostock und Trelleborg wird seit 1998 von Stena Line betrieben und verbindet das schwedische Schienennetz direkt mit dem europäischen Festland.
Die Vereinbarung wurde im Hafen von Trelleborg von Elisabeth Lönne, Chief Commercial Officer von Stena Line, und Trafikverket-Generaldirektor Roberto Maiorana unterzeichnet.
„Stena Line ist sehr erfreut, dass nun die Voraussetzungen für die Fortsetzung unseres Eisenbahnfährbetriebs auf der Strecke Rostock-Trelleborg gegeben sind“, sagt Elisabeth Lönne.
Bedeutung für Handel und Versorgungssicherheit
Deutschland ist Schwedens wichtigster Handelspartner. Die Eisenbahnfähren ermöglichen dabei auch den Transport von Gütern, die aufgrund von Gewichts- oder Größenbeschränkungen nicht über die feste Öresund-Verbindung transportiert werden können.
Zudem fungiert die Route als Ausweichmöglichkeit bei Störungen auf der einzigen festen Bahnverbindung zwischen Schweden und dem europäischen Festland.
Nach Angaben von Trafikverket hat die wirtschaftliche Bedeutung des Eisenbahnfährverkehrs in den vergangenen Jahren zwar abgenommen, die Verbindung bleibt jedoch für die Resilienz des Verkehrssystems unverzichtbar.
Strategische Rolle für NATO und Militärtransporte
Neben wirtschaftlichen Aspekten gewinnt die Strecke zunehmend sicherheitspolitische Relevanz. Die Verbindung ermöglicht militärische Transporte zwischen Schweden und dem europäischen Festland und unterstützt die Anforderungen der NATO an belastbare Verkehrswege.
„Der Eisenbahnfährverkehr ist in den letzten 20 Jahren aufgrund der schwachen Wirtschaftlichkeit deutlich zurückgegangen“, erklärt Roberto Maiorana. Die Fähren blieben jedoch unverzichtbar, weshalb der Staat nun den Fortbestand des Betriebs absichere.
Mit der Vereinbarung wird die Bahnfährverbindung Rostock–Trelleborg mindestens bis Ende 2031 weitergeführt und bleibt damit ein wichtiger Bestandteil der europäischen Verkehrs- und Logistikinfrastruktur.
