Für DHL entwickelt sich die Logistik rund um erneuerbare Energien zunehmend zu einem eigenständigen Markt. | © DHL Group
Die DHL Group rechnet damit, ihren Umsatz im Geschäftsfeld Neue Energien bis 2030 von derzeit rund 600 Millionen Euro auf drei Milliarden Euro zu steigern. Hintergrund ist die weltweit steigende Nachfrage nach erneuerbaren Energien und der Aufbau unabhängigerer Energiesysteme.
Bereits 2024 hatte DHL den Bereich in seiner Strategie 2030 als zentrales Wachstumssegment definiert. Inzwischen bündelt der Konzern Kompetenzen aus den Geschäftsbereichen DHL Express, DHL Global Forwarding und DHL Supply Chain.
„Die Energiewende erfolgt nicht durch eine einzelne Technologie oder eine einzelne Lieferkette“, sagt Tobias Meyer, CEO der DHL Group. DHL verfüge über die notwendigen Kompetenzen, um entsprechende Lieferketten weltweit aufzubauen und zu betreiben.
Fokus auf Windenergie und kritische Ersatzteile
Ein Schwerpunkt liegt auf der Logistik für die Windenergiebranche. Da viele Windparks an abgelegenen Standorten betrieben werden, gewinnen Wartung und Ersatzteilversorgung zunehmend an Bedeutung.
Für diesen Bereich führt DHL den neuen Service „Time Definite Plus“ ein. Die Lösung kombiniert das bestehende Express-Netzwerk mit individuellen Zustelloptionen für besonders zeitkritische Sendungen. Der Start erfolgt zunächst in 22 europäischen Ländern.
Nach Angaben des Unternehmens können über das weltweite Netzwerk von mehr als 1.100 Front-Stocking-Standorten Ersatzteile innerhalb von vier Stunden an 88 Prozent aller Windparks geliefert werden.
„Wir sind mit dem Transport großer und komplexer Anlagen und den spezifischen Anforderungen der Logistik im Bereich Neue Energien bestens vertraut“, sagt Martyn Lawns, CEO DHL Industrial Projects und Senior Vice President Growth New Energy.
Ausbau der Batterie- und Elektromobilitätslogistik
Parallel investiert DHL in die wachsende Nachfrage nach Batterie- und Energiespeicherlogistik. Im niederländischen Holtum entsteht derzeit ein neuer europäischer Battery Logistics Hub mit spezialisierten Lager- und Serviceflächen für Hochvoltbatterien. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Darüber hinaus hat DHL in Frankreich ein neues Kompetenzzentrum für Elektromobilität eröffnet. Dort werden Logistikprozesse für Batterien und Elektrofahrzeuge gebündelt – von Lagerung und Distribution bis hin zu Rücknahme und Recycling.
Insgesamt betreibt die DHL Group inzwischen mehr als 20 EV Centers of Excellence weltweit.
Energiewende als strategisches Geschäftsfeld
Für DHL entwickelt sich die Logistik rund um erneuerbare Energien zunehmend zu einem eigenständigen Markt. Neben Transport und Lagerung umfasst das Angebot inzwischen auch Lösungen für Wartung, Ersatzteilversorgung und Kreislaufwirtschaft.
„Der Wandel hin zu neuen Energien erfordert Systeme, die nicht nur nachhaltig, sondern auch widerstandsfähig, sicher und skalierbar sind“, sagt Oscar de Bok, CEO von DHL Global Forwarding. Genau deshalb sehe DHL in diesem Segment eines der wichtigsten Wachstumsfelder der kommenden Jahre.
