Die „Gelben Karten“ verstehen die Wiener Kleintransporteure als freundlichen, aber deutlichen Hinweis. | © Florian Wieser
Die Wiener Kleintransporteure starten eine Bewusstseinsaktion gegen unerlaubt verstellte Ladezonen. Fahrzeuge, die Ladeflächen blockieren, erhalten künftig eine eigens gestaltete „Gelbe Karte“. Darauf wird erklärt, warum freie Ladezonen für Lieferverkehr, Betriebe und Stadtverkehr wichtig sind.
Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Parallel zur Fußball-WM in Nordamerika greifen auch die Zusteller zum Karton – allerdings nicht als Strafe, sondern als Hinweis.
„So wie Schiedsrichter möchten auch wir eigentlich keine Gelben Karten verteilen“, sagt Gurdial Singh Bajwa, Obmann der Wiener Kleintransporteure. „Aber wenn Ladezonen blockiert sind, dann müssen unsere Lenker in die Verlängerung gehen.“
Mehr Umwege, mehr Emissionen
Das Problem reicht über einzelne Zustellungen hinaus. Sind Ladezonen blockiert, müssen Lieferfahrzeuge oft mehrfach um den Häuserblock fahren oder kurzfristig in zweiter Spur halten. Das kostet Zeit, erhöht den Verkehr und verursacht zusätzliche Emissionen.
Für Kleintransporteure bedeutet das im Alltag verspätete Zustellungen, durcheinandergeratene Touren und höheren Planungsaufwand. Gleichzeitig steigt das Risiko für gefährliche Situationen im Straßenraum – etwa für Radfahrer und Fußgänger.
Ladezonen als Teil funktionierender Stadtlogistik
Ladezonen sollen Be- und Entladevorgänge erleichtern und betriebliche Abläufe absichern. Werden sie dauerhaft zweckwidrig genutzt, trifft das nicht nur einzelne Zusteller, sondern die gesamte urbane Logistik.
„Jede freigehaltene Ladezone hilft mit, unnötige Umwege, zusätzliche Klimabelastung und vermeidbaren Verkehr in Wien zu reduzieren“, betont Bajwa.
Die „Gelben Karten“ verstehen die Wiener Kleintransporteure daher als freundlichen, aber deutlichen Hinweis auf ein wachsendes Problem im städtischen Lieferverkehr.
