Die RCG ist in 18 Ländern aktiv und verbindet europäische mit asiatischen Märkten. | © ÖBB Hofmann
Die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) hat 2025 rund 64 Prozent aller Güter auf Österreichs Schiene transportiert. Das geht aus aktuellen Daten der Statistik Austria hervor. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 96,2 Millionen Tonnen Güter per Bahn bewegt, davon entfielen 61,9 Millionen Tonnen auf die ÖBB-Tochter.
Damit behauptet die RCG ihre dominante Marktstellung – und das in einem wirtschaftlich angespannten Umfeld. Industrierezession und anhaltender Preiswettbewerb mit dem Straßengüterverkehr setzen die Branche weiterhin unter Druck.
Deutliche Entlastung für Straßenverkehr
Die Verlagerung auf die Schiene hat spürbare Auswirkungen auf die Verkehrssituation: Rechnerisch ersparte die RCG im Jahr 2025 mehr als 2,4 Millionen Lkw-Fahrten auf Österreichs Straßen. Grundlage ist ein durchschnittliches Ladegewicht von rund 25 Tonnen pro Lkw-Auflieger.
Neben geringerer Verkehrsbelastung trägt der Schienengüterverkehr damit auch zur Reduktion von Emissionen und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei.
Österreich über EU-Durchschnitt
Im europäischen Vergleich bleibt Österreich ein Vorreiter: Während der Anteil der Schiene am Güterverkehr in der EU bei rund 18 Prozent liegt, erreicht Österreich etwa 28 Prozent. Diese Entwicklung wird vor allem auf langfristige Investitionen und eine gezielte Verkehrspolitik zurückgeführt.
Mobilitätsminister Peter Hanke sieht darin ein positives Signal: „Der Güterverkehr auf der Schiene ist ein wichtiger Bestandteil auf unserem Weg zur Mobilitätswende.“
Europäisches Netzwerk als Schlüssel
Die RCG ist in 18 Ländern aktiv und verbindet europäische mit asiatischen Märkten. Insgesamt lag die Transportleistung 2025 bei 26,2 Milliarden Nettotonnenkilometern.
RCG-Vorstand Christoph Grasl betont die strategische Bedeutung: „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie wichtig ein starkes europäisches Schienengüternetz für Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz ist.“
Gleichzeitig fordert er bessere Rahmenbedingungen: „Damit mehr Güter auf die Schiene verlagert werden können, braucht es jedoch europaweit faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Schiene und Straße sowie einen deutlich stärkeren Fokus auf grenzüberschreitend abgestimmte Infrastruktur.“
Wettbewerb bleibt Herausforderung
Trotz stabiler Marktposition steht der Schienengüterverkehr vor strukturellen Herausforderungen. Insbesondere der Kostendruck durch den Straßentransport und fehlende Harmonisierung im europäischen Netz bremsen das Wachstum.
Die Zahlen zeigen jedoch: Die Schiene bleibt ein zentraler Baustein für nachhaltige Logistik – vorausgesetzt, Infrastruktur und politische Rahmenbedingungen halten mit.
