Die wirtschaftliche Entwicklung spiegelt die aktuelle Lage der Branche wider. | © ASFiNAG
Die ASFINAG hat das Geschäftsjahr 2025 mit stabilen Kennzahlen abgeschlossen und gleichzeitig ihr Investitionsniveau hochgehalten. Insgesamt flossen rund 1,6 Milliarden Euro in die Modernisierung und Erhaltung des Autobahn- und Schnellstraßennetzes. Für 2026 plant das Unternehmen erstmals Investitionen von über zwei Milliarden Euro.
Die wirtschaftliche Entwicklung spiegelt die aktuelle Lage der Branche wider: Während die Verkehrsleistung weitgehend stagnierte, konnte die ASFINAG ihre Einnahmen steigern und weiterhin solide Gewinne erzielen.
Schwache Verkehrsdynamik, stabile Einnahmen
Der Lkw-Verkehr – ein zentraler Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung – legte 2025 nur um 0,3 Prozent zu. Auch der Pkw-Verkehr wuchs mit 0,3 Prozent nur minimal. Insgesamt wurden erneut mehr als 33 Milliarden Kilometer auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen zurückgelegt.
Trotz dieser Entwicklung stiegen die Mauteinnahmen deutlich: Sie erhöhten sich um 8,2 Prozent auf über 2,7 Milliarden Euro. Daraus resultierte ein Jahresüberschuss von 840 Millionen Euro, der laut Unternehmen überwiegend wieder in Infrastrukturmaßnahmen fließt.
„Das Modell ASFINAG ermöglicht es uns, auch unter diesen Rahmenbedingungen verlässliche Investitionen sicherzustellen“, betonen die Vorstände Herbert Kasser und Hartwig Hufnagl.
Steigende Investitionen bei wachsendem Sanierungsbedarf
Der Fokus liegt zunehmend auf der Erhaltung des bestehenden Netzes. Mehr als 60 Prozent der geplanten Investitionen entfallen auf Sanierungsmaßnahmen. Insgesamt will die ASFINAG bis 2031 rund 12,5 Milliarden Euro in die Infrastruktur investieren.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Ein alterndes Streckennetz, höhere Ansprüche an Verkehrssicherheit sowie zusätzliche Investitionen in Digitalisierung und Nachhaltigkeit erhöhen den Finanzbedarf.
„Die zunehmenden Erhaltungsanforderungen […] werden sich in den kommenden Jahren auch betriebswirtschaftlich niederschlagen“, erklären Kasser und Hufnagl. Aufgrund der geplanten Rekordinvestitionen rechnet das Unternehmen mittelfristig mit sinkenden Gewinnen und einer höheren Verschuldung.
Digitale Vignette vor dem Durchbruch
Parallel treibt die ASFINAG die Digitalisierung der Mautsysteme voran. Mit Ende Jänner 2027 wird die klassische Klebevignette abgeschafft. Bereits heute ist die digitale Vignette an rund 3.500 Verkaufsstellen erhältlich, ergänzt durch Automaten und den Online-Mautshop.
Um den Umstieg zu erleichtern, soll das Vertriebsnetz weiter ausgebaut werden: Bis 2026 sind zusätzliche 1.000 Verkaufsstellen sowie weitere Automaten geplant.
Infrastruktur als wirtschaftlicher Faktor
Die Investitionen wirken sich auch direkt auf die heimische Wirtschaft aus. Laut ASFINAG gingen in den vergangenen Jahren über 98 Prozent der Aufträge an Unternehmen mit Sitz in Österreich. Großprojekte wie die S1 generieren laut Unternehmen eine erhebliche regionale Wertschöpfung.
Trotz unsicherer geopolitischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen bleibt die ASFINAG damit ein zentraler Investor in die Verkehrsinfrastruktur – mit wachsender finanzieller Belastung, aber klarer strategischer Ausrichtung.
