Die Entwicklung zeigt die derzeitige Schieflage im Kombinierten Verkehr. | © Hupac Gruppe
Der Schweizer Intermodal-Spezialist Hupac hat im Geschäftsjahr 2025 seine Transportleistung gesteigert, musste jedoch deutliche Einbußen beim Ergebnis hinnehmen. Das Unternehmen beförderte rund 975.000 Straßensendungen beziehungsweise 1,85 Millionen TEU – ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sank der Gewinn auf 3,5 Millionen Schweizer Franken, nach 9,4 Millionen im Jahr zuvor.
Die Entwicklung zeigt die derzeitige Schieflage im Kombinierten Verkehr: Nachfrage und Volumen wachsen, während operative Rahmenbedingungen zunehmend belasten. Hauptursache sind umfangreiche Bauarbeiten im europäischen Schienennetz, die zu Einschränkungen und Verzögerungen führen.
Infrastruktur als Engpass
Besonders betroffen ist der zentrale Nord-Süd-Korridor durch die Schweiz. Trotz eines Volumenzuwachses von 4,5 Prozent im transalpinen Verkehr wird die Leistungsfähigkeit durch Streckensperrungen und Umleitungen eingeschränkt. Hupac konnte den Umsatz zwar um 3,1 Prozent auf 646 Millionen Franken steigern, doch steigende Kosten und Wechselkurseffekte drückten die Marge.
Um die Zuverlässigkeit zu stabilisieren, setzt das Unternehmen auf neue Betriebsmodelle. Mit dem Konzept „RadicalShift2Rail“ bündelt Hupac Verkehre auf wenige leistungsfähige Terminals und verknüpft diese über hochfrequente Shuttle-Züge. Erste Verbindungen, etwa zwischen Köln Nord und Busto Arsizio, zeigen laut Unternehmen bereits Verbesserungen bei Pünktlichkeit und Auslastung.
Marktverschiebung zugunsten der Straße
Die strukturellen Probleme wirken sich auch auf die Verkehrspolitik aus. Während der Kombinierte Verkehr im Alpenraum seit Jahrzehnten wächst, ist der Trend seit 2022 rückläufig. Laut Hupac sank das Volumen seither um 11 Prozent, während der Straßentransport zulegte.
Ein zusätzlicher Einschnitt ist das Ende der „Rollenden Landstraße“ Ende 2025, wodurch weitere Verlagerungseffekte zugunsten der Straße erwartet werden. Hupac versucht gegenzusteuern, unter anderem durch neue Shuttle-Verbindungen und die Übernahme zusätzlicher Relationen.
Investitionen und neue Märkte
Parallel treibt das Unternehmen den Ausbau seiner Infrastruktur voran. Neue Terminals in Piacenza (seit 2025 in Betrieb) und Mailand (geplant für 2027) sollen die Kapazitäten erhöhen und die Grundlage für zusätzliche Verkehre schaffen. Zudem wurde Anfang 2026 ein Terminal in Barcelona eröffnet, um den bislang stark straßenlastigen Verkehr mit der iberischen Halbinsel stärker auf die Schiene zu verlagern.
Auch politisch erhält der Kombinierte Verkehr Rückenwind: Die Schweiz hat beschlossen, Fördermaßnahmen über 2030 hinaus zu verlängern. Das soll Investitionssicherheit für alle Beteiligten schaffen.
Unsicherer Ausblick
Kurzfristig bleibt die Lage angespannt. Neben infrastrukturellen Engpässen belasten geopolitische Risiken und eine schwache Konjunktur die Branche. Hupac rechnet daher erst ab 2029 – nach Abschluss zentraler Bauprojekte entlang des Rhein-Alpen-Korridors – mit einer nachhaltigen Verbesserung der Rahmenbedingungen.
Bis dahin setzt das Unternehmen auf Effizienzsteigerungen, engere Kooperationen mit Bahnunternehmen und eine stärkere Digitalisierung, um die Wettbewerbsfähigkeit des Kombinierten Verkehrs zu sichern.
