Wolfram Senger-Weiss, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Gebrüder Weiss (Mitte), mit Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (links) und Wolfurts Bürgermeisterin Angelika Moosbrugger bei der Eröffnung des Logistik- und IT-Centers | © Gebrüder Weiss / Darko Todorovic
Mit dem neuen Logistik- und IT-Center in Wolfurt baut Gebrüder Weiss seine Infrastruktur im Alpenraum deutlich aus. Der Standort gilt als eines der größten Bauprojekte in der Unternehmensgeschichte und soll die Verzahnung von Logistikprozessen und IT-Systemen künftig deutlich vorantreiben.
„Mit dem Logistik- und IT-Center setzen wir einen zentralen Entwicklungsschritt für unser Unternehmen. Wir investieren bewusst in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld und schaffen eine Infrastruktur, die auf Jahrzehnte ausgelegt ist“, sagt Wolfram Senger-Weiss, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Ziel sei es, Lieferketten transparenter und stabiler zu gestalten.
Integrierter Standort auf begrenzter Fläche
Das Zentrum umfasst rund 31.000 Quadratmeter und folgt einem kompakten Baukonzept: Logistik-, Büro- und Technikflächen sind vertikal organisiert, um den knappen Raum im Rheintal effizient zu nutzen. Neben einem automatisierten Hochregallager mit 68.000 Palettenplätzen gehören ein manuelles Lager sowie Büroflächen für rund 400 Beschäftigte zum Standort.
Dort sind unter anderem die zentrale IT des Unternehmens sowie Mitarbeitende aus Logistik und weiteren Bereichen angesiedelt. Die enge räumliche Verbindung soll die Weiterentwicklung von Prozessen beschleunigen.
Automatisierung im Zentrum der Abläufe
Kernstück der Anlage ist ein 34 Meter hohes Hochregallager mit automatisierten Materialflüssen. Pro Stunde können bis zu 160 Paletten eingelagert und 200 ausgelagert werden. Zum Einsatz kommen unter anderem autonome Transportfahrzeuge und digital gesteuerte Fördertechnik.
„Automatisierung und datenbasierte Systeme sind zentrale Voraussetzungen, um Lieferketten auch unter dynamischen Rahmenbedingungen stabil und effizient zu steuern“, so Senger-Weiss. Gleichzeitig bleibe der Mensch ein entscheidender Faktor in der Steuerung der Prozesse.
Strategischer Standort mit Bahnanschluss
Die Nähe zum Güterbahnhof Wolfurt ermöglicht eine direkte Anbindung an den Schienengüterverkehr und stärkt die multimodale Ausrichtung des Standorts. Das Vierländereck gilt zudem als wichtiger Knotenpunkt im europäischen Warenverkehr.
Auch politisch wird die Investition als Signal gewertet. „Diese Investition ist ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Vorarlberg“, sagt Landeshauptmann Markus Wallner.
Fokus auf Nachhaltigkeit und weitere Expansion
Neben Effizienz spielt auch Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Das Gebäude wurde unter anderem mit CO₂-reduziertem Beton errichtet und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Weitere Maßnahmen wie Dachbegrünung und Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge ergänzen das Konzept.
Mit dem neuen Standort verfolgt Gebrüder Weiss seine langfristige Wachstumsstrategie weiter. Das Projekt dient zugleich als Referenz für künftige Entwicklungen – etwa für ein geplantes automatisiertes Logistikterminal im schweizerischen Pratteln.
