Faruk Çelebi, AMS Abteilungsleiter Service für Unternehmen Jägerstraße und Verbund, und Wolfgang Böhm, Obmann der Wiener Transporteure. | © Florian Wieser
Der Fachkräftemangel im Transportgewerbe bleibt hoch – insbesondere bei Lkw-Fahrern. Um dem entgegenzuwirken, haben die Wiener Transporteure gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) erstmals eine eigene Jobbörse organisiert. Ziel war es, Arbeitssuchende direkt mit Unternehmen zusammenzubringen und das Berufsbild attraktiver darzustellen.
Rund zehn Transportunternehmen präsentierten sich im Haus der Wiener Wirtschaft mehr als 100 Interessierten. Neben konkreten Stellenangeboten standen auch Informationen zu Einstiegsmöglichkeiten, Weiterbildung und Karriereperspektiven im Fokus.
Branche wirbt mit Sicherheit und Perspektiven
Die Veranstalter sehen im Beruf des Lkw-Fahrers langfristig stabile Beschäftigungsmöglichkeiten. „Lkw-Lenker sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Ohne sie stehen Regale leer, Baustellen still und Lieferketten kommen ins Stocken“, betont Wolfgang Böhm, Obmann der Wiener Transporteure.
Zugleich will die Branche mit besseren Rahmenbedingungen punkten. Neben modernen Fahrzeugen und Assistenzsystemen gewinnen planbare Arbeitszeiten an Bedeutung – insbesondere im wachsenden Regionalverkehr, der häufig tägliche Heimkehr ermöglicht.
„Mit unserer Job-Börse zeigen wir, dass die Branche attraktive, sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze bietet“, so Böhm.
Einstiegshürden sinken – auch für Quereinsteiger
Ein zentrales Ziel der Initiative ist es, neue Zielgruppen für den Beruf zu erschließen. Das AMS setzt dabei verstärkt auf direkte Vermittlungsformate und Kompetenzmatching.
„Jobmessen sind ein effizientes und beliebtes Format, Unternehmen und Bewerber:innen unkompliziert und direkt zueinander zu bringen“, erklärt Faruk Çelebi vom AMS Wien. Gleichzeitig eröffne man gezielt auch Quereinsteigern neue Chancen im Transportsektor.
Einkommen und Qualifikation als Hebel
Das Einstiegsgehalt für Lkw-Fahrer liegt laut Branche derzeit bei rund 2.200 bis 2.400 Euro brutto monatlich, ergänzt durch Zulagen und Diäten. Mit zusätzlicher Qualifikation – etwa für Gefahrguttransporte oder Spezialaufgaben – sind weitere Einkommenssteigerungen möglich.
Langfristig bleibt der Bedarf hoch: Unabhängig von technologischen Veränderungen bei Antrieben wird der Gütertransport weiterhin eine zentrale Rolle für Wirtschaft und Versorgung spielen. Die Jobbörse ist daher Teil eines breiteren Versuchs, die Attraktivität des Berufsbilds zu steigern und dem strukturellen Personalmangel entgegenzuwirken.
