Wien und Niederösterreich legen Agenda für nachhaltige Logistik vor

31.03.2026 | Straße

Wien und Niederösterreich wollen den Güterverkehr in der gemeinsamen Wirtschaftsregion neu ausrichten. Mit der Agenda „Logistik 2030+“ liegt nun ein strategischer Rahmen vor, der konkrete Projekte und Maßnahmen für eine nachhaltige und leistungsfähige Logistik bündeln soll.

Die Plattform „Logistik 2030+ Niederösterreich–Wien“ hat eine neue strategische Agenda vorgestellt, die die Entwicklung des Güterverkehrs in der Region für die kommenden Jahre steuern soll. Ziel ist es, ökologische Anforderungen, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und städtische Lebensqualität besser in Einklang zu bringen.

Die Agenda wurde gemeinsam von Stadt Wien, Land Niederösterreich sowie den Wirtschaftskammern beider Bundesländer mit Unternehmen und weiteren Stakeholdern erarbeitet. Sie dient als Leitlinie für konkrete Projekte und politische Maßnahmen.

Logistik als Schlüssel für Klimaziele

Der Handlungsdruck ist hoch: Der Verkehrssektor ist laut den Initiatoren zu rund 96 Prozent von fossilen Energieträgern abhängig und zählt zu den größten Verursachern von Treibhausgasen. Der Güterverkehr gilt dabei als zentraler Hebel für Emissionsreduktionen.

„Unser Anspruch ist, Logistik aktiv zu gestalten – und zwar als integralen Bestandteil der Stadt- und Regionalentwicklung“, sagt Thomas Madreiter, Planungsdirektor der Stadt Wien. Die Agenda setzt daher auf einen systemischen Ansatz, der Verkehr, Raumplanung und Wirtschaft stärker verzahnt.

Fünf Handlungsfelder im Fokus

Inhaltlich gliedert sich die Strategie in fünf zentrale Themenbereiche: Güterströme und Standorte, Last-Mile-Logistik, Modal Shift, neue Logistikkonzepte sowie emissionsfreie Lösungen.

Für jedes dieser Felder wurden Zielbilder, konkrete Maßnahmen und Entwicklungspfade definiert. Bereits jetzt sind rund 15 Kooperationsprojekte identifiziert, die als Pilotvorhaben dienen sollen. „Die klare Struktur hilft, komplexe Fragestellungen greifbar zu machen und Prioritäten zu setzen“, erklärt Werner Pracherstorfer vom Land Niederösterreich.

Von der Strategie zur Umsetzung

Die Agenda versteht sich bewusst als dynamisches Instrument. Sie soll nicht nur Orientierung bieten, sondern vor allem die Umsetzung konkreter Projekte beschleunigen – etwa im Bereich urbaner Logistik, multimodaler Transportketten oder alternativer Antriebe. „Entscheidend ist der Schritt von der Strategie in die Praxis“, betont Christian Holzhauser, Spartenobmann Transport & Verkehr der Wirtschaftskammer Wien.

Ein Fokus liegt dabei auf neuen Kooperationsmodellen zwischen öffentlicher Hand und Wirtschaft, um Innovationen schneller in den Regelbetrieb zu überführen.

Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität verbinden

Langfristig soll die Agenda dazu beitragen, die Region als Logistikstandort zu stärken und gleichzeitig die Belastungen für Bevölkerung und Umwelt zu reduzieren. Effizientere Flächennutzung, emissionsarme Transporte und optimierte Lieferketten stehen dabei im Mittelpunkt.

„Nachhaltige Logistik ist ein Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität in der Region“, sagt Christian Moser, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

Mit der Agenda „Logistik 2030+“ positionieren sich Wien und Niederösterreich als gemeinsame Logistikregion – mit dem Anspruch, wirtschaftliche Dynamik und ökologische Transformation stärker miteinander zu verbinden.

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