Der größte Umsatzanteil entfiel erneut auf den Landtransport Europa. | © Gebrüder Weiss
Der internationale Logistikdienstleister Gebrüder Weiss hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Nettoumsatz von 2,73 Milliarden Euro abgeschlossen und damit das Niveau des Vorjahres leicht übertroffen (2024: 2,71 Milliarden Euro). Trotz einer schwachen Konjunktur in Europa konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben Marktanteile ausbauen und die Produktivität steigern.
„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren 2025 anspruchsvoll – insbesondere in unseren mitteleuropäischen Kernmärkten. Dass wir dennoch leicht gewachsen sind und parallel weiter investieren konnten, zeigt die Leistungsfähigkeit und finanzielle Stärke unserer Organisation“, sagt Wolfram Senger-Weiss, Vorsitzender der Geschäftsleitung.
Die Eigenkapitalquote blieb mit über 60 Prozent stabil, die Zahl der Beschäftigten lag weiterhin bei rund 8.600 Mitarbeitenden.
Landverkehr bleibt stärkster Geschäftsbereich
Der größte Umsatzanteil entfiel erneut auf den Landtransport Europa, der auf 1,55 Milliarden Euro anwuchs (2024: 1,52 Milliarden Euro). In Deutschland verzeichnete das Unternehmen zwar leicht rückläufige Erlöse, konnte jedoch Marktanteile gewinnen. In Osteuropa baute Gebrüder Weiss seine Position weiter aus.
Auch das Home-Delivery-Geschäft entwickelte sich positiv: Die Zahl der Zustellungen stieg auf 1,36 Millionen (2024: 1,31 Millionen).
Im Segment Air & Sea nahm das Transportvolumen insbesondere auf den Routen Asien–Europa sowie im innerasiatischen Handel zu. Dennoch sank der Umsatz aufgrund niedrigerer Luft- und Seefrachtraten leicht auf 913 Millionen Euro (2024: 929 Millionen Euro). Wachstumstreiber waren unter anderem steigende Luftfrachtvolumina im E-Commerce-Handel zwischen China und Europa.
Kontraktlogistik wächst deutlich
Zuwächse verzeichnete das Unternehmen auch in der Kontraktlogistik und im Supply Chain Management. Der Umsatz stieg hier um sieben Prozent auf 147 Millionen Euro. Gebrüder Weiss setzt dabei verstärkt auf datenbasierte Analysen zur Steuerung und Optimierung komplexer Lieferketten.
Auch beim Paketdienst DPD Österreich, an dem Gebrüder Weiss beteiligt ist, legten die Mengen zu: 64,6 Millionen Pakete wurden transportiert – ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Expansion in neue Märkte
Parallel zum moderaten Umsatzwachstum setzte das Unternehmen seine internationale Expansion fort. Neue Landesgesellschaften entstanden in Thailand und auf den Philippinen, während eine Mehrheitsbeteiligung an Sienzi Lojistik die Zoll- und Lagerlogistik in Istanbul stärkt. In Nordamerika wurde ein neuer Standort in Phoenix (Arizona) eröffnet.
Auch in Europa investierte Gebrüder Weiss in seine Infrastruktur, unter anderem in Zagreb, Aldingen (Deutschland), Wels und Salzburg. Ende 2025 ging zudem ein neues Logistik- und IT-Center in Wolfurt (Vorarlberg) in Betrieb, das ein vollautomatisiertes Hochregallager mit moderner IT-Infrastruktur verbindet.
Insgesamt investierte das Unternehmen 146 Millionen Euro, rund 16 Prozent mehr als im Vorjahr.
Fokus auf Automatisierung und Nachhaltigkeit
Ein Teil der Investitionen floss in Automatisierungs- und Digitalisierungsprojekte zur Effizienzsteigerung. Gleichzeitig baut Gebrüder Weiss seine Nachhaltigkeitsstrategie weiter aus. Die installierte Photovoltaikleistung erhöhte sich auf 19,7 Megawatt Peak, wodurch rund 15.000 Megawattstunden Strom erzeugt werden – etwa die Hälfte des weltweiten Strombedarfs aller Standorte.
Zudem nahm das Unternehmen 14 zusätzliche Elektro-Lkw in Österreich in Betrieb und erweiterte die Ladeinfrastruktur. Kunden können über ein CO₂-Reporting sowie ein „Book & Claim“-Modell für nachhaltige Kraftstoffe ihre Emissionsreduktionen einzelnen Sendungen zuordnen.
Mit Blick auf das laufende Jahr erwartet das Unternehmen weiterhin ein herausforderndes Umfeld. „Die Unsicherheiten im Welthandel werden uns auch 2026 begleiten“, sagt Senger-Weiss. „Gerade in dieser Phase sind stabile Transportnetzwerke und verlässliche Partner entscheidend.“
