Für die ÖBB bedeutet die neue Technik eine höhere Betriebssicherheit im Winter. | © Unsplash/Simon Wu
Die ÖBB-Infrastruktur AG rüstet ihren Winterdienst mit einer neuen Generation von Schneeschleudern aus. Herzstück der Fahrzeuge sind 14 Hochleistungsmotoren von Traktionssysteme Austria (TSA), die im Auftrag von Plasser & Theurer entwickelt wurden. Die ersten Aggregate wurden im März 2025 ausgeliefert.
Der Auftrag an den Antriebsspezialisten aus Wiener Neudorf erfolgte im Juli 2024 – nur wenige Monate später gingen die ersten Motoren des Typs TME 42-32-4 in Produktion. Die neuen Schneeräumfahrzeuge vom Typ Plasser MultiCrafter 15.4 E³ befinden sich derzeit in der Endausrüstung und sollen künftig auf zentralen Strecken im österreichischen Bahnnetz eingesetzt werden.
Leistungsreserven für extreme Bedingungen
Die Elektromotoren treiben über Hydraulik-Powerpacks Schneeschleudern an, die speziell für die Anforderungen der ÖBB-Infrastruktur AG entwickelt wurden. Mit einer Dauerleistung von 360 kW und einer Spitzenleistung von bis zu 575 kW sind sie auf hohe Belastungen ausgelegt. Konstruktion und Abdichtung wurden so ausgeführt, dass Schnee, Eis und Feuchtigkeit selbst bei Temperaturen von bis zu minus 25 Grad keinen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit haben.
„Unser Anspruch war es, einen Motor zu entwickeln, der trotz kompakter Bauweise eine außergewöhnliche Leistungsfähigkeit bietet und gleichzeitig den extremen Witterungsbedingungen im Winter standhält. Der TME 42-32-4 erfüllt genau diese Anforderungen“, sagt Robert Tencl, Geschäftsführer von TSA.
Auch die kurze Projektlaufzeit stellte besondere Anforderungen. „Die kurze Terminschiene war eine echte Herausforderung“, erklärt Johannes Mensdorff-Pouilly, Vertriebsleiter bei TSA. „Aber genau diese Agilität und Lösungskompetenz zeichnet TSA aus.“
Beitrag zur Streckensicherheit im Alpenraum
Für die ÖBB bedeutet die neue Technik eine höhere Betriebssicherheit im Winter – insbesondere auf stark frequentierten Strecken im alpinen Raum. Ein leistungsfähiger Schneeräumdienst ist Voraussetzung für einen stabilen Fahrplan bei extremen Wetterlagen.
Das Projekt baut auf einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen TSA und dem Gleisbaumaschinenhersteller Plasser & Theurer auf. Seit 2015 lieferte TSA mehr als 200 Motoren und Generatoren für unterschiedliche Anwendungen. Der nun entwickelte Antrieb für Schneeschleudern ist eine spezifische Sonderlösung für den Winterbetrieb.
„Diese Kooperation zeigt einmal mehr, wie wichtig Vertrauen, technologische Kompetenz und Verlässlichkeit in unserer Branche sind“, sagt Tencl. „Wir freuen uns, gemeinsam mit Plasser & Theurer und der ÖBB-Infrastruktur AG einen Beitrag zur sicheren, winterfesten Bahn in Österreich zu leisten.“
