Ennshafen: Bewegung trotz Gegenwind

23.01.2026 | Wasser

Trotz rückläufigem Wasserumschlag infolge geopolitischer, klimatischer und konjunktureller Herausforderungen zeigen steigendes Containervolumen, neue Investitionen, innovative Recyclingprojekte und aktuelle Betriebsansiedlungen die hohe Dynamik und Zukunftsfähigkeit des Standorts.

Der Ennshafen blickt auf ein herausforderndes Jahr 2025 zurück, das von deutlichen Marktveränderungen, aber auch von neuen Chancen geprägt war. Der Wasser‑/Land‑Umschlag erreichte insgesamt 380.000 Tonnen und lag damit 24 Prozent unter dem Vorjahr. Verantwortlich dafür waren mehrere Faktoren wie die anhaltend angespannte geopolitische Lage in Europa, klimabedingte Ernterückgänge sowie eine insgesamt schwächere Konjunktur.

Im Gütermix zeigten sich deutliche Verschiebungen: Während die Umschläge bei Getreide rückläufig waren, konnten in den Bereichen Holz, Düngemittel und Magnesit Zuwächse erzielt werden. Die angesiedelten Unternehmen setzen verstärkt auf Bahntransporte und unterstreichen damit die wachsende Bedeutung nachhaltiger Bahnlogistik am Standort.

Auch 2025 wurden wieder mehrere Schwergutverladungen, darunter Mühlenrohre der Firma Cemtec, erfolgreich organisiert.

Wachstum am Container Terminal Enns

Ein besonders positives Signal kommt vom Containerterminal: Die Containerterminal Enns GmbH verzeichnete ein weiteres Jahr des Wachstums und erreichte mit 376.000 TEU einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zu 2024. Der Ausbau des Geräteparks um einen zusätzlichen Reachstacker sowie ein neues Leercontainergerät sorgt für noch mehr Flexibilität und Leistungsfähigkeit im
Terminalbetrieb.

Betriebsansiedlung in Bewegung

Trotz unruhiger wirtschaftlicher Zeiten waren im vergangenen Jahr Erfolge bei Betriebsentwicklungen zu verzeichnen. Im Verteilzentrum der Österreichischen Post herrscht nach längerem Stillstand wieder Betrieb. Hier sind die Zustellbasen für zwei Umlandgemeinden der Region sowie ein Paketdienstleister eingemietet.

Die Firma Bernegger investiert mit seinen Partnern ARA und „Der Grüne Punkt“ rund 35 Millionen Euro in den Bau einer weiteren Kunststoff-Recyclinganlage. Mit einer patentierten Technologie werden Sortierreste des TriPlast-Outputs sowie zusätzliche Mengen aus anderen Sortieranlagen weiterverarbeitet, die bisher nur mehr als Ersatzbrennstoff genutzt werden konnten.

Am Rande des Ennshafens hat Panattoni den Panattoni Park Ennshafen eröffnet. Als erster Mieter konnte der Feuerwehrausstatter Rosenbauer gewonnen werden.

Auch im Wirtschaftspark ecoplus stehen die Zeichen weiterhin auf Wachstum. Zwei Ansiedlungsprojekte befinden sich bereits in einem fortgeschrittenen Planungsstadium und lassen auf eine positive Entwicklung in naher Zukunft schließen. Dank des starken Wachstums von Lithos Natural wird die erst 2021 errichtete Firmenzentrale bereits erweitert und aufgestockt – ein klares Zeichen für Erfolg und Zukunftsorientierung.

Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen sind auch im Ennshafen spürbar: Mit Panasonic und trèves perfoam haben zwei Unternehmen am Standort mit Ende 2025 die Produktion stillgelegt, und das Kunststoffunternehmen Bergs verkaufte den Betrieb aufgrund von Pensionierung. Diese Entwicklungen sind zweifellos bedauerlich – dennoch bleibt der Ennshafen ein Ort der Bewegung und des Wandels.

Neue Chancen durch Veränderung

Wo sich Türen schließen, öffnen sich neue: Frei gewordene Produktionsflächen bieten ideale Voraussetzungen für Unternehmen verschiedenster Branchen. Die Nachfrage nach Flächen zur Erweiterung bestehender Firmenareale oder zur strategischen Absicherung ist gegeben.

Ein starkes Zeichen setzt trèves perfoam, die trotz der Schließung des eigenen Produktionsstandortes dem Ennshafen treu bleibt. Das Vertriebs- und Entwicklungszentrum des Unternehmens wird in wenigen Monaten einen kompletten Bürotrakt im Logistikzentrum Ennshafen beziehen. Diese Entscheidung unterstreicht die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Standorts.

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