Der Hafen Koper investiert in die Zukunft: Mit dem Ausbau von Pier I stärkt Luka Koper seine Position als wichtigstes Containerterminal im nördlichen Adriaraum. (Foto: Luka Koper)
Im slowenischen Hafen Koper haben die Bauarbeiten zur Erweiterung des nördlichen Teils des ersten Piers begonnen. Im Rahmen des Großprojekts werden insgesamt 1750 Stahlpfähle mit einer Länge von 60 bis 70 Metern in den Meeresboden eingebracht. Das sogenannte Pilotieren wird schrittweise und unter strengen Umweltauflagen durchgeführt. Pro Monat sollen maximal 100 Pfähle installiert werden, ausschließlich an Werktagen zwischen 7 und 18 Uhr. Ziel der Maßnahmen ist es, die Auswirkungen auf Anrainerinnen und Anrainer sowie die Umwelt auf ein Minimum zu reduzieren.
„In der Luka Koper streben wir bei allen Infrastrukturprojekten eine verantwortungsvolle, durchdachte und nachhaltige Umsetzung an. Jede Investition wird sorgfältig geplant und mit allen relevanten Interessengruppen abgestimmt – von der lokalen Bevölkerung bis zu den zuständigen Behörden. Beim Bau des nördlichen Teils von Pier I, einem wichtigen Schritt für die Hafenentwicklung, legen wir besonderes Augenmerk auf die Reduktion von Umweltauswirkungen und auf die Lebensqualität in der Umgebung“, erklärte Nevenka Kržan, Vorstandsvorsitzende der Luka Koper, vor Beginn der Bauphase.
Die Erweiterung umfasst den Bau von 326 Metern neuer Kaianlagen mit zwei zusätzlichen Liegeplätzen sowie rund sieben Hektar zusätzlicher Lager- und Manipulationsflächen. Auch das Meeresbett wurde bereits bis zu einer Tiefe von 16 Metern ausgehoben. Die nötige Ausrüstung wie Rammgerät und Pfähle – insgesamt 5500 Tonnen – sind bereits im Hafen eingetroffen. Nach Abschluss des Pfahlbaus werden auf den Pfahlköpfen Betonfertigteile montiert, die als Fundament für tragende Betonträger und Querverbindungen dienen. Der Aufbau erfolgt in zwei Phasen, zunächst durch Vibrationstechnik, danach durch kontrolliertes Einschlagen der letzten 20 Prozent der Tiefe.
Parallel zum Pfahlbau wird eine tragende Betonplatte mit einer Dicke von 70 Zentimetern gegossen, die mit einer Abdichtung versehen und mit einer weiteren 30 Zentimeter starken Deckschicht abgeschlossen wird. Ein Großteil dieser Betonelemente wird vorgefertigt geliefert, um die Bauzeit zu verkürzen und die Ausführungsqualität zu erhöhen.
Die Containerlogistik gilt für Luka Koper als strategisches Geschäftsfeld. Mit der Investition will der Hafen auf die steigenden Anforderungen innerhalb der Lieferkette reagieren und seine Rolle als größter Containerumschlagplatz im nördlichen Adriaraum weiter stärken. Nach Abschluss der Bauarbeiten, der Installation neuer Portalkräne und der Modernisierung bestehender Lagerflächen soll die Jahreskapazität auf bis zu 1,8 Millionen TEU steigen.
Die Gesamtkosten des Projekts, das über ein EU-weit ausgeschriebenes Verfahren vergeben wurde, belaufen sich auf rund 153 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.