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Hadolt auf See und in der Luft

Foto: Frank McKenna / Unsplash
Foto: Frank McKenna / Unsplash

Die steirische Hadolt-Gruppe feiert heuer ihr 60. Jubiläum und verstärkt ihr Profil als Logistiker, ­indem sie Luft- und Seefrachtverkehre in ihr Angebot aufnimmt.

von: Josef Müller

Als das Transport- und Logistikunternehmen Hadolt 1959 gegründet wurde, war es noch ein Fuhrunternehmen der alten Schule. Damals galt es, Güter mit dem Lkw von A nach B zu bringen - Supply Chain Management war noch ein exotischer Begriff. Seitdem hat sich viel in der Welt (und so auch im Unternehmen) verändert. Aus dem kleinen Unternehmen wurde die Hadolt-Gruppe, die mit 200 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 24 Millionen Euro (2018) erwirtschaftet. Hadolt hat sein Profil als solide aufgestellter regionaler Logistik-Dienstleister mit Hauptsitz in Kalsdorf bei Graz und Niederlassungen in Klagenfurt, Marburg, Ljubljana und Zagreb gefestigt. Den Umsatzsprung im Vorjahr verdankt das umtriebige Unternehmen zur Hälfte der guten Entwicklung mit den Bestandskunden und zur Hälfte den neu akquirierten Kunden aus dem Inland (Steiermark, Kärnten) und den Nachbarstaaten Slowenien und Kroatien. Zur Hadolt-Gruppe gehören heute die Firmen Hadolt Global Express, Hadolt I-Log und Hadolt Transport & Logistik. Diese Firmen bieten KEP-Dienste, Overnight-Services, Lkw-Verkehre, Umsiedlungen, Zoll- und Lageraktivitäten, Stück- und Teilladungsverkehr und Fulfilment an.

See- und Luftfracht im Angebot
Seit Beginn dieses Jahres wickelt das Unternehmen nun auch Luft- und Seefracht-Geschäfte ab. "Wir sehen im See- und Luftfracht-Bereich in unserer Region ein großes Potenzial und expandieren daher in diese beiden für uns neuen Geschäftsfelder", erklärt Rolf Hadolt, CEO (und Sohn des Gründers) des Unternehmens, gegenüber Verkehr. Beflügelt wird die Expansion von der steigenden Nachfrage seitens der Kunden und Spediteure und von der Überzeugung, im Viereck Kärnten, Steiermark, Slowenien und Kroatien ein guter Partner im See- und Luftfracht-Business zu sein. "Unser Luftfracht-Fokus liegt auf dem Viereck, weil wir hier stark präsent sind", so der Manager. Hadolt ist seit kurzem IATA-Agent und in den vier genannten Ländern Partner des internationalen auf Luftfracht-Handling spezialisierten Unternehmens Sovereign, das Vor- und Nachlauftransporte für Luftfracht nur an Spediteure verkauft. Hadolt bietet mit seinen 100 unterschiedlich großen Lkw einen eigenen Road-Feeder-Service an, der alle relevanten Airports in Europa ansteuert. "Für unsere Kunden ist es wichtig, dass wir eigene Fahrzeuge haben und One-Stop-Shopping anbieten", weiß Hadolt aus Erfahrung. Mit eigenen Fahrzeugen lassen sich schnellere Laufzeiten schaffen, was im Luftfracht-Business ein wichtiger Faktor ist. Im Seefrachtbereich bietet Hadolt FCL- und LCL-Verschiffungen einschließlich Vor- und Nachlauf auf der Landseite an. Operativ wird mit verschiedenen Partnern zusammengearbeitet. Die Hafenpräsenz richtet sich auf den Adria-Hafen Koper.

Regionale Stärke
Nach eigenen Angaben punktet das Unternehmen mit regionaler Stärke. Das würde sich laut Hadolt in der Branche herumsprechen. Dank des guten Rufes hat Hadolt beispielsweise den Fuhrpark eines Elektro-Händlers in der Steiermark übernommen und macht für diesen die regionale Verteilerlogistik. Ab April kommt ein weiteres großes Geschäft dazu: Für einen deutschen Großhändler übernimmt Hadolt die Lagerbewirtschaftung und Distribution am Standort Kalsdorf. Hadolt bemerkt mit Interesse, wie sich die Dinge beim Outsourcing verändern: Produktions- oder Handelsbetriebe lagern Logistik nicht mehr en bloc an nur einen externen Logistiker beispielsweise für ganz Österreich aus, sondern suchen sich regional gut aufgestellte Akteure, die mit ihrem Profil bestimmte Gebiete viel besser abdecken können als einer für ganz Österreich. Hadolt: "Dieser Trend ist klar erkennbar. Wir profitieren von dieser Veränderung." Hadolt ist überzeugt: "Wenn der Kunde die richtige Lösung in guter Qualität erhält, ist er auch bereit, dafür den entsprechenden Preis zu bezahlen." Dass das nicht immer einfach ist, dem Kunden zu erklären, weiß der Manager auch. Gerade bei Ausschreibungen wird häufig nach dem Billigst-Bieter-Prinzip entschieden, dabei muss die billigste Lösung nicht automatisch die beste sein.

Auch nach 42 Jahren im Speditionsgeschäft bereut es Hadolt nicht, in die Fußstapfen seines Vaters getreten zu sein. "Ich bin Spediteur mit Leidenschaft und habe ein gutes Team um mich herum, welches weiß, dass gute Arbeit unser aller Erfolg ist", betont der Manager.


Diese Story wurde ursprünglich in der Ausgabe VK 8/2019 veröffentlicht.


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