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Fracht-Segler hat 100 Meter hohe Masten

©wPCC_Wallenius_Marine

Schweden bauen ein emissionsfreies Großschiff

Segelschiffen, die Fracht befördern, gehört die Zukunft. Davon sind Jakob Kuttenkeuler von der Königlichen Technischen Hochschule Stockholm und die Reederei Wallenius Marine überzeugt. Derzeit baut ein Team unter der Leitung des Forschers ein sieben Meter langes Modell eines Autotransporters, der allein vom Wind angetrieben werden soll. Er wird Platz für 6.000 Fahrzeuge haben.

Segel aus Metall oder Verbundmaterial
"Wir bauen das erste emissionsfreie Großschiff der Neuzeit", so Kuttenkeuler. Es soll mit vier je 100 Meter hohen Masten ausgestattet werden. Daran sind bewegliche Segel aus Metallfolie oder einem Verbundwerkstoff befestigt. Die Masten sind doppelt so hoch wie die der bisher gebauten Segelschiffe, eine besondere Herausforderung. Die Windverhältnisse in einer Höhe von 30 oder 40 Metern über dem Meeresspiegel seien zwar bekannt. Wie es in größeren Höhen aussehe, allerdings weniger.

Sicherheit, Leistung und Verlässlichkeit des Windantriebs werden in Computersimulationen getestet, um die optimale Form herauszufinden. "Es ist ein Mix aus Flugzeug- und Schiffbau-Engineering", sagt Kuttenkeuler. Das Schiff sei vergleichbar mit einem Flugzeug, das auf dem Wasser fährt. Das Hightech-Segelschiff wird nicht so schnell sein wie motorbetriebene Frachter, die pro Tag schnell mal 40 Tonnen Treibstoff verbrauchen. Während letztere für eine Überquerung des Atlantiks sieben bis acht Tage benötigen, wird der Segler bis zu zwölf Tage brauchen. Das klappt aber nur, wenn er eine Route nimmt, die optimalen Wind verspricht.

Stapellauf bereits für den Herbst geplant
Das Projekt "Wind Powered Car Carrier" unterstützt die schwedische Transportbehörde mit 27 Mio. Kronen (rund 2,5 Mio. Euro). Das Modell, das mit Masten, Segeln und einem Deck ausgestattet wird, soll im Herbst 2020 vom Stapel laufen. Es wird unbemannt sein. Gesteuert wird es per Funk von einem Begleitboot aus. Wenn es gelingt, alle technischen Hürden zu nehmen, steht noch viel Überzeugungsarbeit bei Reedern an. Deshalb schätzt sich Kuttenkeuler glücklich, mit Wallenius Marine bereits einen im Team zu haben.


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