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175 Jahre WK Wien – Festakt mit prominenten Gästen

Kürzlich beging die Interessenvertretung der Wiener Unternehmen ihr Gründungsjubiläum. Wirtschaftsminister Martin Kocher, Bürgermeister Michael Ludwig zählten neben vielen anderen hochrangigen Vertretern aus der Politik und Wirtschaft zu den zahlreichen Gratulanten.
Fotos: WK Wien / Florian Wieser
Die Tourismusschule Modul gratulierte mit einer eigens kreierten Geburtstagstorte: Bürgermeister Michael Ludwig (li.) und WK-Wien-Präsident Walter Ruck beim Anschneiden der Torte.
Fotos: WK Wien / Florian Wieser

175 Jahre Wirtschaftskammer Wien, 175 Jahre an der Seite der Wiener Unternehmen: Die WK Wien beging vor kurzem mit einer Festsitzung des Wiener Wirtschaftsparlaments und anschließendem Festakt ihr Gründungsjubiläum. Zahlreiche prominente Gäste aus Politik und Wirtschaft waren der Einladung von WK-Wien-Präsident Walter Ruck in die historischen Räumlichkeiten der Interessenvertretung am Stubenring gefolgt. Wirtschaftsminister Martin Kocher und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig gratulierten mit sehr persönlichen Ansprachen.

Am 15. Jänner 1849 hat sich die „Handelskammer für das Erzherzogtum Österreich unter der Enns“ in Wien erstmals konstituiert. „In den 175 Jahren ihres Bestehens hat die Wirtschaftskammer Wien stets ein klares Ziel verfolgt, nämlich sich für ihre Mitglieder einzusetzen. Heute sind wir der starke Partner für rund 150.000 Unternehmerinnen und Unternehmer“, erklärte Wirtschaftskammer-Wien-Präsident Walter Ruck in seiner Jubiläumsansprache.

Liberaler Grundgedanke
Ruck betonte vor allem auch den Gründungsgedanken der Wirtschaftskammer Wien: „Dahinter steht die Teilhabe der Unternehmerinnen und Unternehmer an ihren eigenen Belangen und die damit verbundene Selbstverwaltung. Sehr liberale Grundgedanken, die stark mit Freiheit verbunden sind. Diese Freiheit ist uns als Interessenvertretung auch Verpflichtung, der wir intensiv nachkommen müssen und auch wollen. Das zeigt sich nicht nur in der Interessenvertretung, sondern auch im Bildungsbereich. Deshalb sind wir heute als Wirtschaftskammer Wien der größte private Bildungsanbieter in Österreich.“

Gestern – geschichtlicher Abriss
Kaiser Franz Josef I war gerade sechs Wochen im Amt, als sich die „Handelskammer für das Erzherzogtum Österreich unter der Enns“ am 15. Jänner 1849 in Wien erstmals konstituierte. Die „Wiener Handelskammer“, wie sie genannt wurde, war errichtet.

Wirtschaftstreibende hatten in den Monaten davor – im Revolutionsjahr 1848 – intensiv auf dieses Recht gedrängt. Die Regierung machte schließlich den Weg frei für Handelskammern in der gesamten Monarchie. Sie durften Gesetze und Verordnungen vor ihrer Beschlussfassung begutachten, Umlagen einheben, und es gab eine verpflichtende Mitgliedschaft nach dem damals üblichen Zensuswahlrecht.

Erster gewählter Präsident der Wiener Handelskammer war Theodor Hornbostel, Textilfabrikant aus Wien Gumpendorf. Er war Teilhaber einer Seidenweberei und kurze Zeit auch Handelsminister. Hornbostel vertrat die Wiener Handelskammer zwei Jahre lang in einer Zeit der Krisen und Umbrüche: Wien stand im Zeichen der Gegenrevolution, der Aufstand der Ungarn wurde niedergeschlagen, die Donau überschwemmte die Vorstädte Wiens, die Cholera brach aus. In vielen Branchen fehlten geschulte Arbeitskräfte, die Einkommensteuer belastete die Menschen. Zugleich wurde die Industrialisierung der Wirtschaft vorangetrieben – die Konkurrenz aus England und Frankreich ließ keine Atempause zu. Der Eisenbahnbau schritt voran.

In diesem Umfeld setzte sich die Wiener Handelskammer für konkrete Verbesserungen ein – etwa den Abbau bei Zöllen. Die Exportzahlen stiegen beachtlich. Über ein provisorisches Statut wurde die Aufnahme von Lehrlingen ab 14 Jahren geregelt, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. 

Heute – für die Interessen der Betriebe im Einsatz
175 Jahre später ist vieles ähnlich: Der Fachkräftemangel mindert in vielen Branchen die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die Steuern sind zu hoch und Krankheiten – wie zuletzt Corona – sorgen immer wieder für Belastungen. Auch für die Industrie ist es nicht einfacher geworden. Zugleich hat sich die Wirtschaft extrem gewandelt und baut auf vielem auf, was damals begann: Der Export ist heute eine führende Wertschöpfungsquelle für Wiens Wirtschaft, die Lehrlingsausbildung ein unverzichtbarer Baustein des Fachkräfteangebots. Technischer Fortschritt bringt Wachstum und Arbeitsplätze – Innovation, Forschung und Digitalisierung treiben den Erfolg der Betriebe voran. Die Stadtinfrastruktur hat sich auf ein international viel beachtetes Niveau entwickelt – mit einem internationalen Flughafen-Hub, modernen Häfen, Autobahnen und Daten-Highways. Zudem sorgen unzählige neue Berufe für eine Wirtschaft im Wandel. Und die Interessenvertretung ist gefragter denn je.

Gratulanten
Unter den zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft befanden sich Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, die zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures, Staatssekretärin Susanne Kraus Winkler, die Stadträte Peter Hacker und Karl Mahrer, die Bezirksvorsteherinnen und Bezirksvorsteher Alexander Nikolai, Ernst Nevrivy, Nikolaus Ebert, Marcus Franz, Dietmar Baurecht, Silvia Jankovic, Thomas Steinhart, Wilfried Zankl und Markus Reiter, Wiens Landwirtschaftskammer-Präsident Norbert Walter, Arbeiterkammer Wien Direktorin Silvia Hruska-Frank, der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Wien Johannes Höhrhan, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Wiener Städtische Versicherung, Sonja Steßl, der designierte CEO der Erste Group, Peter Bosek, der Rektor der Universität Wien Sebastian Schütze, Bildungsdirektor Heinrich Himmer, Tourismus-Direktor Norbert Kettner und aus der Wirtschaftskammer Österreich Generalsekretär Karlheinz Kopf sowie dessen Stellvertreter Herwig Höllinger und Stellvertreterin Mariana Kühnel sowie WKÖ-Altpräsident Christoph Leitl und WKW-Altpräsidentin Brigitte Jank.


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