Otto: KI-gesteuerte Zweiarmsystem in der Retourenbearbeitung

03.11.2026 | Branchenlösungen

Bis zu 25 KI-gesteuerte zweiarmige Roboter sollen in einem Logistikzentrum in Polen retournierte Artikel greifen, identifizieren, bewerten und sortieren.

Kaum ein Prozess im E-Commerce ist so schwer zu automatisieren wie die Retourenbearbeitung. Artikel kommen gefaltet, zerknittert oder neu verpackt zurück, das Sortiment eines Händlers mit vielen Warengruppen verändert sich ständig. Herkömmliche Automatisierung, die auf bekannte Produkte und vorhersehbare Lagen angewiesen ist, scheitert an beidem. Genau hier setzt nun ein Projekt der Otto Group mit dem Stuttgarter Robotik-Softwareunternehmen Sereact an.

Der Ansatz ist zweistufig angelegt. Zunächst kommen zehn Systeme zum Einsatz, in einer zweiten Phase folgen auf Basis der ersten Ergebnisse 15 weitere Roboterarme. Verläuft das Programm erfolgreich, prüft die Otto Group das Potenzial für einen breiteren Rollout in ihrem Logistiknetzwerk. Sereact betreibt und wartet die Systeme im Rahmen eines Robotics-as-a-Service-Modells.
Cortex, Sereacts Physical-AI-Modell, kann Artikel erkennen und handhaben, die ihm noch nie begegnet sind, ohne produktspezifisches Anlernen und ohne festen Artikelkatalog. Das Modell entscheidet in Echtzeit, wie es jeden Artikel greift, seinen Zustand bewertet und weiterleitet. Möglich macht das der Physical-AI-Stack von NVIDI. Sereact überführt Daten aus realen Greifvorgängen des Retourenbetriebs in das System und rendert sie in unterschiedlichen Zuständen von Kleidungsstücken, Verpackungen, Materialien und Lichtverhältnissen neu.

Der Mensch bleibt dabei im Zentrum des Prozesses. Die Mitarbeitenden geben repetitive Greif- und Hebetätigkeiten ab und übernehmen stattdessen Überwachung, Ausnahmebehandlung und finale Qualitätsentscheidungen.
„Unsere Kundinnen und Kunden erwarten, dass Retouren einfach und schnell gehen – dahinter steht ein Prozess, der zeitkritisch und aufwendig ist, für unsere Kundschaft ebenso wie für unser Geschäft. Retouren sind bekanntermaßen schwer zu automatisieren, und Physical AI hat das Potenzial, das zu ändern. Mit diesem Projekt finden wir im realen Maßstab heraus, wie weit uns Physical AI bringen kann – ein wichtiger Schritt hin zu einer flexibleren und resilienteren Lieferkette“, sagt Martin Umland, Group Vice President Supply Chain Management der Otto Group.

Auch aus Sicht des Robotikunternehmens ist das Projekt ein Lackmustest für generalisierende KI:
„Ein Roboter, der nur den Katalog von gestern kennt, nützt in einem Retourenzentrum wenig. Cortex muss mit allem zurechtkommen, was im nächsten Paket steckt. Mit jeder Retoure, die die Systeme bearbeiten, wird das Modell besser für die nächste“, sagt Dr. Ralf Gulde, CEO und Mitgründer von Sereact. Das Unternehmen zählt neben der Otto Group auch Zalando, IKEA, DHL und BMW zu seinen Kunden.

Die Partnerschaft knüpft an eine Reihe von Robotik-Investitionen an, die die Otto Group in ihrer Logistik getätigt hat, und ist Teil des Plans, mittelfristig 350 Millionen Euro in Technologie und KI zu investieren.

Über die Otto Group
In mehr als 75 Jahren hat sich das Unternehmen von einem katalogbasierten Versandhändler zu einer international agierenden digitalen Handels- und Dienstleistungsgruppe entwickelt, mit weit über 30.000 Mitarbeitenden und einer Vielzahl wesentlicher Unternehmen, Marken und Beteiligungen in mehr als dreißig Ländern, vor allem in Deutschland, im übrigen Europa und in Nordamerika. Im Geschäftsjahr 2025/26 (28. Februar) erzielte die Otto Group einen Umsatz von 13,8 Milliarden Euro.


Transparenzhinweis: Der Text wurde teilweise unter Einsatz generativer KI bearbeitet, aber Prüfung, Verantwortung für Inhalt und Formulierung bleiben bei der Redaktion.

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