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Drohnenattacken auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer haben in diesem Oktober bereits Seeleute das Leben gekostet. Zahlreiche weitere werden vermisst. Am 13. Oktober sank das Frachtschiff HS Dignity nach einem Drohnenangriff siebzehn Seemeilen vor der bulgarischen Küste. Fünf Seeleute wurden gerettet, elf weitere blieben vermisst. Nur eine Woche zuvor sank der Schüttgutfrachter Alfa Watan in Bulgariens ausschließlicher Wirtschaftszone (AWZ) nach einem Drohnenangriff. Die aus neun Syrern und einem Ägypter bestehende Besatzung konnte nicht gefunden werden. Angriffe mit Todesopfern gab es zudem in rumänischen und ukrainischen Gewässern.
Sofia fordert Antworten
Bulgariens Regierung vermied jeweils aus „Mangel an Beweisen“ Aussagen zur Herkunft der attackierenden Drohnen. Nach dem Sinken der HS Dignity und einem Drohnenangriff auf ein weiteres Schiff, das am selben Tag in Brand geriet, bestellte Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radev indes Russlands Botschafterin Eleonora Mitrofanova in den Ministerrat ein.
Zwar verfüge sein Land über keine eindeutigen Beweise für die Herkunft der eingesetzten Drohnen. Allerdings ergebe es „für die Ukraine keinen Sinn, ihre eigenen Schiffe im Schwarzen Meer zu zerstören, da die Ergebnisse dieser Angriffe Russland zugutekommen“, erklärte Radev Mitrofanova. Sie verstehe diese Logik, verfüge ihrerseits aber „über keine Informationen des russischen Verteidigungsministeriums zu den jüngsten Angriffen auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer“ und schließe „eine Provokation durch eine dritte Partei“ nicht aus, erwiderte Moskaus Gesandte in Sofia.
Obwohl Bulgarien keine Kriegspartei sei, erleide es erhebliche wirtschaftliche und finanzielle Verluste, klagte der bulgarische Regierungschef. Angriffe im Schwarzen Meer hätten bereits zu „erhöhten Risiken für die Handelsschifffahrt, gestiegenen Versicherungskosten und sogar zur Weigerung geführt, Fracht in bulgarische Häfen zu transportieren“.
Versicherung wird teurer
Tatsächlich hat das Joint War Committee (JWC) des Londoner Versicherungsmarktes am 16. September 2026 die Kriegsrisikozone auf weite Teile des Schwarzen Meeres ausgeweitet. Damit steigen die Kosten für die Absicherung von Fahrten durch dieses Gebiet. War die Einstufung zuvor vor allem auf die küstennahen Gewässer Russlands und der Ukraine konzentriert, sind nun lediglich die bis zu zwölf Seemeilen breiten Küstengewässer Rumäniens, Bulgariens, Georgiens und der Türkei ausgenommen. Beim Anlaufen ihrer Häfen muss damit vielfach die Hochrisikozone durchquert werden, was die dort umgeschlagenen Transporte verteuert.
Die Branchen- und Medienplattform beinsure.com zitiert dazu eine Kalkulation der griechischen Reederei Marelis Navigation S.A. Sie erwartet für große Frachtschiffe, die vom Bosporus ins Schwarze Meer einfahren und Häfen der ukrainischen Region Odessa anlaufen, zusätzliche Versicherungskosten von rund 25.000 US-Dollar pro Tag. Für einen sechstägigen Aufenthalt eines Schiffes in der Risikozone wäre damit mit zusätzlichen Kosten von rund 150.000 US-Dollar zu rechnen. beinsure.com
