<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Wirtschaftskammer Archive - Wochenzeitung Verkehr</title>
	<atom:link href="https://www.verkehr.co.at/tag/wirtschaftskammer/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.verkehr.co.at/tag/wirtschaftskammer/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Thu, 18 Jun 2026 08:51:43 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	

<image>
	<url>https://www.verkehr.co.at/wp-content/uploads/2024/10/verkehr_Favicon-150x150.jpg</url>
	<title>Wirtschaftskammer Archive - Wochenzeitung Verkehr</title>
	<link>https://www.verkehr.co.at/tag/wirtschaftskammer/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>„Der Gütertransport darf nicht die Melkkuh der Nation sein“</title>
		<link>https://www.verkehr.co.at/der-guetertransport-darf-nicht-die-melkkuh-der-nation-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[beganovic]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jun 2026 04:47:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standort]]></category>
		<category><![CDATA[Logistik]]></category>
		<category><![CDATA[Oberösterreich]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskammer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.verkehr.co.at/?p=17842</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die oberösterreichische Verkehrswirtschaft kämpft mit wachsendem Kostendruck und fehlender Planungssicherheit. Wolfgang Schneckenreither, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in<br />
der WK Oberösterreich, erklärt, wo die Politik jetzt handeln muss.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/der-guetertransport-darf-nicht-die-melkkuh-der-nation-sein/">„Der Gütertransport darf nicht die Melkkuh der Nation sein“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Herr Schneckenreither, wie ist die Stimmung in der Logistik- und Speditionsbranche derzeit? Was sind die größten Sorgen und Herausforderungen?</strong></p>



<p>Die Stimmung ist trotz der enormen Herausforderungen durchaus gefasst und positiv. Die Transport- und Logistikwirtschaft ist rauen Wind gewohnt. Allerdings sind die Grenzen der Belastbarkeit des Systems mittlerweile erreicht. Unsere Unternehmen brauchen ihre Ressourcen für ihr eigentliches Geschäft und nicht für immer neue Belastungen und zusätzliche Bürokratie. Besonders herausfordernd ist derzeit die extreme Volatilität. Kaum etwas ist planbar, gleichzeitig fehlt es vielfach an Rechts- und Planungssicherheit bei den Rahmenbedingungen.</p>



<p><strong>Welche Maßnahmen müsste die Politik jetzt am dringendsten umsetzen?</strong></p>



<p>An erster Stelle steht eine Entlastung der Mobilität. Angesichts der Spritpreisentwicklung braucht es eine temporäre Senkung der Mineralölsteuer, einen Gewerbediesel nach dem Vorbild anderer europäischer Länder, eine Aussetzung der CO₂-Bepreisung und eine Deckelung der Maut. Notwendiger Gütertransport darf nicht länger als Melkkuh der Nation für einen krachenden Staatshaushalt gesehen werden.</p>



<p>Zweitens muss der Lenkermangel entschärft werden. Dafür braucht es die Anerkennung als Mangelberuf und bessere Möglichkeiten, Fahrer aus Drittstaaten über die Rot-Weiß-Rot-Karte zu beschäftigen.</p>



<p>Drittens brauchen wir echte Entbürokratisierung sowie Planbarkeit und Rechtssicherheit beim Umstieg auf alternative Antriebe. Förderungen und Anreize müssen so gestaltet werden, dass Investitionen auch wirtschaftlich darstellbar sind.</p>



<p><strong>Sie haben einmal gesagt: „In allen anderen Bereichen der Wirtschaft wird Wachstum mit Applaus bedacht – nicht aber in der Verkehrswirtschaft.“ Hat sich daran etwas geändert? Wird die Bedeutung der Logistik für Wirtschaft und Versorgungssicherheit in der Politik ausreichend verstanden?</strong></p>



<p>Leider ganz klar nicht. Die Branche wird oft als lästiges Anhängsel betrachtet, während funktionierende Versorgungsketten als Selbstverständlichkeit wahrgenommen werden. Mobilität für Personen und Güter wird häufig auf Verkehr als Selbstzweck reduziert. Dabei wird Berufsverkehr nicht als notwendiges Mittel zum Zweck anerkannt und respektiert. Wirtschaft braucht Mobilität – und Mobilität braucht die entsprechenden Wege.</p>



<p><strong>Wie zukunftsfit ist Oberösterreich bei der Verkehrsinfrastruktur? Wo besteht der größte Handlungsbedarf?</strong></p>



<p>Für Oberösterreich hat der Hafen Koper im kombinierten Verkehr zentrale Bedeutung. Seine Rolle für die heimische Wirtschaft hat sich zuletzt sogar noch verstärkt. Deshalb ist der Ausbau der Pyhrn-Schober-Achse von entscheidender Bedeutung. Diese Strecke sollte ebenso wie die Pyhrn-Summerauerbahn in das TEN-T-Kernnetz aufgenommen werden.</p>



<p>Auch auf der Straße braucht es wichtige Projekte wie den Lückenschluss der S10, eine neue Mauthausener Brücke sowie die A7-Ostumfahrung von Linz. Gleichzeitig müssen die Bahnverbindungen Richtung Deutschland konsequent ausgebaut werden. Besonders wichtig sind die Strecken Passau–Nürnberg, München–Salzburg und die ABS38. Fehlende Kapazitäten auf diesen Achsen wirken sich direkt auf die Verkehrssituation auf den Straßen aus. Brenner-ähnliche Zustände dürfen wir in Oberösterreich gar nicht erst entstehen lassen.</p>



<p><strong>Welche Bedeutung haben leistungsfähige Güterverkehrskorridore für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts?</strong></p>



<p>Der Güterverkehr ist der Blutkreislauf unserer Wirtschaft. Produkte, die in Oberösterreich hergestellt werden, müssen rasch und zuverlässig zu ihren Absatzmärkten gelangen. Gütermobilität ist daher kein Selbstzweck, sondern ein wesentlicher Standort- und Wettbewerbsfaktor. Wirtschaft braucht Mobilität, Mobilität braucht Wege.</p>



<p><strong>Die Lehrlingskampagne „Move it“ soll junge Menschen für die Branche begeistern. Wie fällt die bisherige Bilanz aus?</strong></p>



<p>Die Botschaft von „Move it“ lautet: Du kannst hier etwas bewegen. Unsere Branche bewegt die Zukunft – und dafür brauchen wir junge Menschen. Gemeinsam mit der Berufsschule Ried und der FH Steyr setzen wir zahlreiche Initiativen um, von Round Tables bis zu Praxistagen.</p>



<p>Die Entwicklung der Lehrlingszahlen zeigt, dass dieser Weg funktioniert. Während viele Branchen zuletzt Rückgänge verzeichneten, konnte die oberösterreichische Logistikwirtschaft bei den Lehrlingen erfreuliche Zuwächse erzielen.</p>



<p><strong>„Begegnung auf Augenhöhe“ war Ihre zentrale Forderung beim letzten Zukunftsforum. Was verstehen Sie darunter?</strong></p>



<p>Unsere Branche leistet einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der heimischen Wirtschaft und zum Funktionieren der Gesellschaft. Wenn das von Politik und Gesellschaft anerkannt wird, wenn fördernde statt behindernde Maßnahmen gesetzt werden und daraus echte Wertschätzung entsteht, dann haben wir dieses Ziel erreicht. Davon würden letztlich alle Menschen im Land profitieren.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/der-guetertransport-darf-nicht-die-melkkuh-der-nation-sein/">„Der Gütertransport darf nicht die Melkkuh der Nation sein“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Die Steiermark verfügt über moderne Kerninfrastruktur“</title>
		<link>https://www.verkehr.co.at/die-steiermark-verfuegt-ueber-moderne-kerninfrastruktur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[beganovic]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 08:17:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standort]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Logistik]]></category>
		<category><![CDATA[Steiermark]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskammer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.verkehr.co.at/?p=17309</guid>

					<description><![CDATA[<p>Trotz Kostendruck, volatiler Märkte und Fachkräftemangel zeigt sich die Branche stabil. Norbert Adler, Fachgruppenobmann Spedition &#038; Logistik in der Wirtschaftskammer Steiermark,<br />
ordnet aktuelle Entwicklungen ein und skizziert Perspektiven für den Standort.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/die-steiermark-verfuegt-ueber-moderne-kerninfrastruktur/">„Die Steiermark verfügt über moderne Kerninfrastruktur“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Wie ist aktuell die Stimmung in der steirischen Transport- und Logistikbranche?</strong></p>



<p>Die Stimmung ist derzeit zwar verhalten, aber keineswegs ganz so pessimistisch. Die Unternehmen spüren Unsicherheiten durch geopolitische Spannungen, volatile Märkte und steigende Kosten. Hier liegt momentan das Ansteigen der Treibstoffpreise an erster Stelle. Die Branche ist notgedrungen angehalten, diese Kostensteigerung an den Kunden weiterzugeben, andernfalls droht die Gefahr, selbst in Schwierigkeiten zu kommen, weil dies bei unseren geringen Margen nicht aufgefangen werden kann. Wir sehen aber gleichzeitig Chancen durch Digitalisierung und neue Infrastrukturprojekte. Insgesamt herrscht ein vorsichtig optimistischer Pragmatismus.</p>



<p><strong>Wie präsentiert sich das Marktumfeld bezüglich Mengen, Margen und Kostenentwicklung? Wo brennt es unter den Nägeln?</strong></p>



<p>Die Mengen bewegen sich seit Monaten seitwärts, während Margen durch den hohen Wettbewerbsdruck und steigende Energie-, Personal-, Maut- und eben seit kurzem wieder Treibstoffkosten unter Druck stehen. Besonders herausfordernd sind der Fachkräftemangel und der Investitionsdruck in alternative Antriebe und Digitalisierung. Die Branche arbeitet daher zunehmend mit Effizienzprogrammen und partnerschaftlichen Modellen.</p>



<p><strong>Welches Logistikpotenzial hat die Steiermark und welche Effekte hat die Eröffnung der Koralmbahn für die Transportwirtschaft?</strong></p>



<p>Die Steiermark beheimatet viele exportorientierte Produktions-, Industrie- und Technologieunternehmen, liegt strategisch ideal zwischen Nordsee- und Adriahäfen und verfügt mit dem Cargo Center Graz über einen der leistungsfähigsten Logistikknoten im Alpenraum. Die Koralmbahn stärkt diese Position weiter, weil sie die Achse Steiermark–Kärnten beschleunigt und neue Güterverkehrsoptionen Richtung Süden und im Speziellen den Adriahäfen eröffnet. Entscheidend wird sein, dieses Potenzial dementsprechend zu nutzen und dass ausreichende Kapazitäten für den Güterverkehr auch auf der Bahn gesichert werden.</p>



<p><strong>Wie sieht man die Engagements von Reedereien, die als Eisenbahnunternehmen im Hinterlandverkehr von den Adria-Häfen in die Steiermark auf den Markt kommen und als Mitbewerber der Spediteure auftreten?</strong></p>



<p>Das Engagement der Reederei MSC im Hinterlandverkehr zeigt den Trend zur vertikalen Integration großer Reedereien, die See- und Landtransport aus einer Hand anbieten wollen. Für die Branche bedeutet das einerseits zusätzliche Verbindungen und Frequenzen, andererseits aber auch stärkeren Wettbewerb für klassische Spediteure. Regionale Anbieter müssen hier ihre Beratungs- und Servicekompetenz und den bestehenden Kundenkontakt klar ausspielen. Persönlich bin ich ein Verfechter von Zusammenarbeit und Kooperation, dies kann eine gewinnbringende Lösung für alle Beteiligten ergeben.</p>



<p><strong>Wie sehen Sie das neue Zugprodukt der Montan Spedition in Kapfenberg nach Duisburg und Rotterdam und wie profitiert die steirische Wirtschaft davon?</strong></p>



<p>Die Montan Spedition setzt mit ihrem neuen Zugprodukt ein starkes Zeichen für die Stärkung des kombinierten Verkehrs aus der Obersteiermark. Die direkte Anbindung an Duisburg und Rotterdam verbessert die Exportfähigkeit der regionalen Industrie und schafft eine CO₂-ärmere Alternative zum Straßentransport. Davon profitieren insbesondere Stahl-, Maschinenbau- und Recyclingbetriebe. Inwieweit hier auch Spediteure und Frachtunternehmen profitieren können, wird sich zeigen, auch hier wäre ein Miteinander sinnvoll.</p>



<p><strong>Wie wirkt sich die Volatilität der globalen Märkte auf die steirische Logistikwirtschaft aus?</strong></p>



<p>Die hohe Volatilität der Weltmärkte führt zu kurzfristigen Schwankungen bei Transportmengen und Routen, was die Planbarkeit erschwert. Steirische Logistikunternehmen reagieren darauf mit flexibleren Kapazitätsmodellen, Szenarioplanung und stärkerer Diversifizierung ihrer Transportwege. Resilienz wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor für Klein- und Mittelstandsunternehmen, um sich gegenüber den Big Playern am Markt zu behaupten.</p>



<p><strong>Welche infrastrukturellen Stärken hat die Steiermark zu bieten, wo besteht Nachholbedarf auf Straße, Schiene oder im Luftverkehr?</strong></p>



<p>Mit dem Terminal Graz Süd, dem Cargo Center Graz und der Koralmbahn verfügt die Steiermark über moderne, logistische Kerninfrastruktur. Gleichzeitig besteht auf der<br>Pyhrn-Schober-Achse und insbesondere im Bosruck-Bereich deutlicher Ausbaubedarf, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Der mögliche Wegfall der Flugverbindung Graz–Wien ab 2030 erhöht zusätzlich den Druck, Bahn- und Intermodalangebote weiter zu stärken. Der Flughafen Graz hat in puncto Luftfracht in den letzten Jahren leider an Attraktivität verloren, da die Flugverbindungen nicht mehr konkurrenzfähig waren, wodurch auch Luftfrachtspediteure nicht mehr vor Ort ansässig sind, und schon seit geraumer Zeit weichen viele dieser Dienstleister auf die Luftfrachtanschlüsse nach Wien oder Frankfurt aus.</p>



<p><strong>Welche Wünsche haben die steirischen Logistiker an die Adresse der politisch Verantwortlichen?</strong></p>



<p>Die Branche wünscht sich vor allem Planungssicherheit, schnellere Genehmigungsverfahren und einen konsequenten Ausbau der Schieneninfrastruktur. Speziell die verpflichtende Verlagerung von Müll von der Straße auf die Schiene funktioniert nicht im geplanten Ausmaß, weil einfach keine Kapazitäten vorhanden sind. Generell erwarten die Unternehmen eine langfristige, verlässliche Verkehrspolitik statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen. Hier ist positiv zu erwähnen, dass es mit der geplanten Logistikstandortstrategie von Verkehrsminister Hanke in die richtige Richtung geht, in der auch relevante Stakeholder der österreichischen Logistikbranche aktiv eingebunden werden. Dankenswerterweise darf ich auch selbst an dieser Strategie im Themenbereich Ausbildung und Karriere im Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur mitwirken.</p>



<p><strong>Welche Bedeutung hat das Cargo Center Graz für die steirische Wirtschaft?</strong></p>



<p>Das Cargo Center Graz ist das logistische Herzstück der Steiermark und verbindet die Region effizient mit Nord- und Südeuropa. Mit seinen Umschlagskapazitäten, den zahlreichen ansässigen Unternehmen und der multimodalen Ausrichtung ist es ein zentraler Standortfaktor für Industrie und Handel. Ohne diesen Knotenpunkt wäre die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsraums deutlich geringer.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/die-steiermark-verfuegt-ueber-moderne-kerninfrastruktur/">„Die Steiermark verfügt über moderne Kerninfrastruktur“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Wir brauchen stabile Rahmenbedingungen“</title>
		<link>https://www.verkehr.co.at/wir-brauchen-stabile-rahmenbedingungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[beganovic]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jan 2026 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standort]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Logistik]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilitätswende]]></category>
		<category><![CDATA[Spedition]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskammer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.verkehr.co.at/?p=16710</guid>

					<description><![CDATA[<p>Jürgen Bauer, Obmann der Fachgruppe Spedition und Logistik in der Wirtschaftskammer Wien, erläutert, wie die Transportwirtschaft auf sinkende Nachfrage und steigende Kosten reagiert – und welche politischen Schritte jetzt entscheidend sind.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/wir-brauchen-stabile-rahmenbedingungen/">„Wir brauchen stabile Rahmenbedingungen“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Wie ist aktuell die Stimmung unter den Spediteuren – wie stark spüren die Betriebe die Auswirkungen der Rezession?&nbsp;</strong></p>



<p>Die österreichische Transport- und Logistikbranche kämpft weiterhin mit den Folgen der schwachen Konjunktur. Laut WIFO ist das Bruttoinlandsprodukt 2024 um 1,2 Prozent geschrumpft, und für 2025 liegt die Prognose nur bei einem minimalen Wachstum von 0,3 %. Die Nachfrage im Güterverkehr ist nun schon das dritte Jahr in Folge rückläufig – sowohl im Inland als auch im Export. Gleichzeitig steigen die Kosten massiv: Maut, Löhne, Energie – das alles drückt auf die Margen. Viele Unternehmen geraten dadurch zunehmend unter Druck. Die anhaltend hohe Inflation bleibt schlicht das größte Problem, weil sie alles verteuert.</p>



<p><strong>Wie reagieren kleine und mittlere Speditionen darauf?</strong></p>



<p>Die KMU zeigen sich bemerkenswert anpassungsfähig. Sie setzen stark auf Kostenoptimierung und Effizienzsteigerung. Wir sehen etwa verstärkte Kooperationen und Sendungsbündelungen, um die Auslastung zu verbessern. Digitalisierung spielt ebenfalls eine immer größere Rolle – von Telematik über Routenoptimierung bis hin zur automatisierten Disposition. Außerdem werden Flotten zunehmend flexibler gestaltet, etwa durch Mietmodelle statt klassischer Käufe. Bemerkenswert ist: Personalabbau ist zumeist keine Option. Man weiß, wie schwierig es ist, qualifizierte Fachkräfte zu finden – die Unternehmen wollen lieber ihre Lieferfähigkeit sichern.</p>



<p><strong>Die EU hat das ursprünglich geplante Verbrenner-Verbot gekippt. Wie bewerten Sie diese Entscheidung?</strong></p>



<p>Das ist eine pragmatische Entscheidung, die Planungssicherheit schafft. Niemand bestreitet, dass wir langfristig klimaneutral werden müssen – aber der Weg dorthin muss realistisch bleiben. E-Mobilität ist technisch noch nicht in allen Segmenten einsatzfähig, vor allem im Schwerverkehr und wegen der Infrastruktur. Brückentechnologien wie HVO oder eFuels sind daher essenziell. Hinzu kommt: In der aktuellen Wirtschaftslage lassen sich Mehrkosten kaum an Kunden weitergeben. Die Korrektur des Verbots verhindert also einen überstürzten Technologiewechsel, ohne die Klimaziele aus den Augen zu verlieren – immerhin wurden die CO₂-Reduktionsziele von 100 auf 90 Prozent gesenkt.</p>



<p><strong>Was bedeutet dieser Kurswechsel für laufende Investitionen in alternative Antriebe?</strong></p>



<p>Kurzfristig könnte es zu Verzögerungen beim Umstieg kommen, da Unternehmen mehr Zeit für die Umstellung haben. Trotzdem bleibt E-Mobilität ein strategisches Ziel. Förderprogramme für E-Lkw, Ladeinfrastruktur oder alternative Kraftstoffe wie Bio-LNG und Wasserstoff sind dabei ganz entscheidend. Viele Unternehmen planen einen schrittweisen Umstieg, vor allem bei leichteren Fahrzeugen oder im städtischen Bereich. Was aber ganz klar ist: Ohne Förderungen geht es nicht. Und Förderungen müssen planbar und verlässlich sein. Wenn ein Unternehmen Förderkriterien erfüllt, braucht es einen Rechtsanspruch auf Auszahlung. Außerdem sollten die Programme so gestaltet sein, dass kleinere Betriebe nicht durch zu viel Bürokratie ausgeschlossen werden. Sie haben oft gar nicht die Ressourcen, sich mit überkomplexen Antragskriterien und Förderbedingungen auseinanderzusetzen.</p>



<p><strong>Wie sollte die Politik Rahmenbedingungen gestalten, damit Innovation und unternehmerische Freiheit im Gleichgewicht bleiben?&nbsp;</strong></p>



<p>An erster Stelle steht die Bekämpfung der Inflation. Nur so lässt sich die Lohn-Preis-Spirale durchbrechen. Wir brauchen außerdem weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungen, etwa für Infrastrukturprojekte. Energie muss leistbar bleiben, und es muss dringend in Ladeinfrastruktur, Schiene und multimodale Knoten investiert werden. Ganz zentral ist auch die enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Logistik und Industrie. Nur gemeinsam können wir die Klimaziele erreichen, die Wettbewerbsfähigkeit sichern und eine stabile Versorgung gewährleisten. Dazu gehören auch ausreichend Flächen für Logistikbetriebe in der Stadt oder im Umfeld, die Förderung von Innovation statt Berichtspflichten und Lösungen für Mini-Hubs in der Citylogistik. Wien muss als Knotenpunkt Richtung Zentral- und Osteuropa attraktiv bleiben. Das entscheidet sich über Lohnkosten, Maut, Flächenverfügbarkeit und Infrastruktur.</p>



<p><strong>Wo sehen Sie die größten bürokratischen Hemmnisse?</strong></p>



<p>Besonders aufwändig sind UVP-Verfahren bei Infrastrukturprojekten. Auch die Vielzahl an Doppelprüfungen, etwa bei Sicherheitsauflagen, frisst viel Zeit. Hinzu kommen umfangreiche Berichtspflichten, die Ressourcen binden und Investitionen bremsen.&nbsp;</p>



<p><strong>Apropos Bürokratie: Die Regierung will ja hier abbauen.&nbsp;</strong></p>



<p>Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Digitalisierung von Genehmigungsverfahren oder der Wegfall redundanter Pflichten – das sind alles sinnvolle Maßnahmen. Aber: Sie müssen auch wirklich konsequent umgesetzt werden. Gerade im Anlagenrecht besteht noch erheblicher Nachholbedarf. Nur so können wir langfristig wettbewerbsfähig bleiben.</p>



<p><strong>Welche politische Maßnahme würde den Standort Österreich langfristig stärken?</strong></p>



<p>Ganz oben auf der Liste stehen die Förderung grüner Technologien und der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Wir brauchen stabile Rahmenbedingungen und keine Kurswechsel von heute auf morgen. Investitionen in multimodale Verkehrssysteme und Logistikflächen sind ebenfalls notwendig. Und wir brauchen einen echten Abbau der Bürokratiekosten, die immerhin rund 3,8 Prozent des BIP ausmachen. Außerdem wäre es ein starkes Signal, den Beruf des „C-Lenkers“ in die Mangelberufsliste aufzunehmen.&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/wir-brauchen-stabile-rahmenbedingungen/">„Wir brauchen stabile Rahmenbedingungen“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
