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		<title>Wenn Standard nicht reicht</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2026 08:07:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Branchenlösungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der vollständigen Übernahme von Cross Cargo Logistics führt LLT-Geschäftsführer Christoph Mader zwei organisatorisch getrennte Spezialisten enger zusammen. Gefahrgut-, Agrar- und Tiefkühllogistik bilden die Basis – entscheidend ist die tiefe Integration in die Lieferketten der Kunden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/wenn-standard-nicht-reicht/">Wenn Standard nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
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<p>Im Gefahrgutlager von LLT in Korneuburg ist es nach Abschluss der Kommissionierung auffallend ruhig. Die letzten Handgriffe gelten nicht der Ware, sondern der Sicherheit: Beschäftigte kontrollieren Hallentüren und Hochwasserschutzbarrieren. Flüssige und feste Stoffe lagern strikt getrennt, die Böden sind niederleitfähig, die Regale erdbebensicher ausgeführt. Gassensoren überwachen die Luft, Brandmelder lokalisieren einen möglichen Brand, aktivieren die Löschanlage und alarmieren die Feuerw ehr.Als Seveso-III-Betrieb unterliegt LLT strengen Auflagen; das Unternehmen ist zudem nach ISO 9001 und SQAS zertifiziert. „Der Umgang mit Gefahrgut ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Wir sorgen durch sichere Lagerung und gesetzeskonformen Umgang nicht nur für die Einhaltung aller Vorschriften, sondern auch für den Schutz von Umwelt und Natur“, sagt Geschäftsführer Christoph Mader.</p>



<p>LLT ist seit mehr als 35 Jahren in der Gefahrgutlogistik an den Standorten Korneuburg und Lannach tätig und kommt aus dem Agrargeschäft. Nach eigenen Angaben wickelt das Unternehmen einen überwiegenden Anteil der Pflanzenschutzlogistik in Österreich ab. Zum Angebot gehören Lagerung, Wareneingangskontrolle, Kommissionierung und Kennzeichnung ebenso wie Retouren- und Entsorgungsmanagement, Consulting sowie die österreichweite Zustellung binnen 24 oder 48 Stunden. Für die Transporte arbeitet LLT mit einem festen Kreis spezialisierter Transportpartner.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zwei Spezialisten, eine Kette</strong></h2>



<p>Cross Cargo Logistics aus Ardagger Stift ist ein eigenständiger Spezialist für internationale Transportlogistik, Gefahrgutlogistik und Tiefkühllagerung. Ein besonderer Schwerpunkt am Standort Ardagger Stift liegt auf der Lagerung und Abwicklung von Gefahrgut. Mit Lösungen für anspruchsvolle Transportaufgaben und Lageranforderungen steht auch Cross Cargo für den Ansatz „Wenn Standard nicht reicht“. Der Zusammenschluss wächst schrittweise: 2021 beteiligt sich LLT zunächst mit 25,1 Prozent, 2024 folgt die Mehrheit, seit Juni 2026 gehört Cross Cargo vollständig dem Unternehmen. Organisatorisch bleiben beide Gesellschaften getrennt.</p>



<p>Beide Unternehmen ergänzen sich mit ihren jeweiligen Stärken: LLT bringt seine Kompetenz im österreichischen Agrargeschäft und in der Stückgutlogistik ein, Cross Cargo seine internationale Transportkompetenz sowie seine Erfahrung in der Gefahrgutlogistik und temperaturgeführten Lagerung. LLT gewinnt dadurch zusätzliche Kompetenz und Kapazität in der internationalen Transportlogistik, insbesondere für Komplettladungen und Teilladungen. Gemeinsam können beide Unternehmen ihre Kunden umfassender entlang der Lieferkette betreuen. Vor allem im Agrargeschäft ist das relevant. Vieles lässt sich bei gleichmäßiger Auslastung zukaufen, in saisonalen Spitzen müssen Silos oder Schiffe jedoch in engen Zeitfenstern geleert werden. „In den Agrarspitzen braucht man eigenes Equipment“, sagt Mader.</p>



<p>Aus der Zusammenarbeit entstand auch das Tiefkühlgeschäft in Ardagger Stift. Den Ausgangspunkt bildete ein langfristiger Auftrag von Austria Juice, der eine verlässliche Auslastungsbasis für das 2023 errichtete Tiefkühllager schuf. Inzwischen nutzen auch Kunden aus der Milchwirtschaft, der Lebensmittelproduktion und dem FMCG-Sektor die Anlage. Das Tiefkühllager mit mehr als 10.000 Palettenstellplätzen weist eine sehr hohe Auslastung auf. Nach Maders Angaben werden mittlerweile bis zu 1.000 Paletten pro Tag umgeschlagen – deutlich mehr als bei der ursprünglichen Konzeption erwartet, räumt Mader ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nischen statt Laufkundschaft</strong></h2>



<p>Die Transportlogistik entwickelt sich positiv. Auch Mehrwertdienste sowie das Logistik- und Gefahrgut-Consulting werden ausgebaut. Cross Cargo entwickelt sich sehr positiv und gewinnt unter anderem im FMCG-Geschäft sowie in den Bereichen Chemie, Reinigung und Verbundwerkstoffe neue Kunden.</p>



<p>Mader setzt nicht auf möglichst viel wechselndes Volumen. „Wir haben eigentlich keine Laufkunden“, sagt er. Viele Geschäftsbeziehungen bestehen seit mehr als 20 Jahren; LLT ist häufig tief in die Supply Chain eingebunden. Das macht einen Wechsel für beide Seiten aufwendig, schafft dem Logistiker aber planbarere Erlöse und seinen Kunden Prozesse, die sich mit Standardangeboten kaum abbilden lassen.</p>



<p>„Wir wollen alle Kunden, die sonst keiner will“, fasst Mader die Nischenstrategie bewusst zugespitzt zusammen. Gemeint sind Unternehmen mit zusätzlichen Anforderungen, hohen Qualitätsansprüchen und komplexen Produkten. Für einen Kunden aus dem Composites-Bereich installierte LLT etwa eine Farbmischanlage. Statt 735 Farbtöne auf Lager zu halten, bevorratet der Logistiker nur noch Grundmassen und Pigmente und mischt das gewünschte Produkt nach Auftrag. Das reduziert die Bestände und spart dem Kunden nach Maders Angaben signifikant Lagerkosten.</p>



<p>Die Spezialisierung geht auch mit höheren Qualitätsansprüchen einher. Eine Zustellquote von 97 Prozent, andernorts durchaus üblich, wäre für Mader nicht akzeptabel; sein Unternehmen erreicht nach eigenen Angaben 99,6 bis 99,7 Prozent. Für viele Kunden wird zudem eine umfassende Versicherungslösung eingedeckt, die nicht nur den Transport, sondern auch Schäden im Lager abdeckt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Digitalisierung als Betriebssystem</strong></h2>



<p>Ein wesentlicher Hebel ist die eigene IT-Kompetenz. Mit der Schnittstellensoftware Lobster und eigenen Programmierressourcen kann LLT die Kommunikation mit Neukunden laut Mader binnen weniger Tage weitgehend automatisieren. Aufträge, Bestände, Gefahrgutinformationen, Rechnungen und Qualitätsdokumente laufen digital. In Korneuburg und auch Lannach sinkt dadurch der administrative Personalbedarf erheblich: Wo früher acht bis zehn Sachbearbeiter beschäftigt waren, reichen heute nach Maders Angaben rund zwei bis drei Vollzeitkräfte.</p>



<p>„Alle Daten zu jedem Artikel – inklusive Gefahrgutinformationen – sind hinterlegt. Das reduziert Fehlerquellen und beschleunigt den Warenausgang enorm“, erklärt Mader. Für 2026 ist die Einführung eines neuen ERP-Systems mit integrierter Warehouse-Management-Software vorgesehen. Digitalisierung ist in diesem Umfeld nicht nur ein Effizienzprojekt. Schulungen, Prüfungen, Bescheidauflagen und Audits müssen lückenlos nachweisbar sein. LLT dokumentiert deshalb nicht nur, wer geschult wurde, sondern überprüft mit digitalen Tests auch, ob die Inhalte verstanden wurden. IT-Infrastruktur und Cybersecurity sind in die Systeme der RWA eingebunden. Parallel analysiert das Unternehmen mit externen Spezialisten Risiken von Erdbeben, Sturm und Schneedruck bis zum 300-jährlichen Hochwasser. Auch Transportpartner werden über detaillierte Pflichtenhefte zu Notfallplanung und kontinuierlicher Verbesserung verpflichtet.</p>



<p>Für LLT geht es um mehr als Marktanteile. Über Pflanzenschutz, Saatgut und Futtermittel ist das Unternehmen Teil der Versorgungskette der Landwirtschaft und damit kritische Infrastruktur. Ausfallsicherheit und Business Continuity stehen deshalb auf einer Stufe mit Kosten und Produktivität.&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/wenn-standard-nicht-reicht/">Wenn Standard nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
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