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	<title>Multinaut Archive - Wochenzeitung Verkehr</title>
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	<title>Multinaut Archive - Wochenzeitung Verkehr</title>
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		<title>„Die Politik hat viel versäumt“</title>
		<link>https://www.verkehr.co.at/die-politik-hat-viel-versaeumt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[beganovic]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 05:54:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Binnenschifffahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Donau]]></category>
		<category><![CDATA[Multinaut]]></category>
		<category><![CDATA[Osteuropa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Peter Jedlicka, Geschäftsführer von Multinaut Donaulogistik, spricht über stagnierende Transportmengen, strukturelle Herausforderungen auf der Donau und die begrenzte Wirkung politischer Maßnahmen. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/die-politik-hat-viel-versaeumt/">„Die Politik hat viel versäumt“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Wie entwickelt sich aktuell das Transportvolumen auf den Binnenwasserstraßen zwischen Österreich und Osteuropa, und welche Güter dominieren diese Routen?</strong></p>



<p>Das Transportvolumen stagniert aufgrund des Ukrainekriegs. Hauptsächlich werden von Österreich nach Osteuropa Düngemittel, Stahlprodukte, Konstruktionen und Schwergut transportiert. Aus Osteuropa nach Österreich werden vor allem verschiedene Agrarprodukte, Futtermittel und Feinrohstoffe befördert.</p>



<p><strong>Welche konkreten Herausforderungen sehen Sie derzeit in der Binnenschifffahrt auf der Donau, insbesondere im Hinblick auf Niedrigwasser, Infrastruktur und politische Rahmenbedingungen?</strong></p>



<p>Die Logistikunternehmen in der Binnenschifffahrt haben gelernt, mit den Herausforderungen durch Niedrigwasser, fehlende Infrastruktur und unzureichende politische Rahmenbedingungen zu leben. Mindertonnagen und Leichterungen in Niedrigwasserperioden – verstärkt durch die mangelhafte Infrastruktur – sind an der Tagesordnung. Diese Kosten werden über Kleinwasserzuschläge an die Kunden weitergegeben. Unzureichende verkehrspolitische Rahmenbedingungen erschweren zudem die Verlagerung von Transporten von Straße und Schiene auf die Wasserstraße.</p>



<p><strong>Wie wirken sich die aktuellen Entwicklungen bei den Erdöl- und Treibstoffpreisen auf Kostenstruktur, Frachtraten und Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt aus?</strong></p>



<p>Natürlich müssen wir als Binnenschifffahrtslogistiker die höheren Gasölpreise in Form von Gasölzuschlägen zusätzlich zu den vereinbarten Frachtraten an die Kunden weitergeben. Auch das ist für die Verkehrsverlagerung von der Schiene auf die Wasserstraße nicht gerade förderlich.</p>



<p><strong>Inwiefern verändert der Wettbewerb mit Straße und Schiene Ihre Geschäftsstrategie, und wo liegen die größten Vorteile der Binnenschifffahrt aus Ihrer Sicht?</strong></p>



<p>Unsere Geschäftsstrategie basiert auf unserer langjährigen Erfahrung sowie auf dem Einsatz unterschiedlicher Schiffsgrößen (Binnenschiffe von 800 bis 2.000 Tonnen Tragfähigkeit bei einem Tiefgang von 2,50 m) und einem Warenmix aus Massengut sowie Konstruktionen bzw. Schwergut.</p>



<p>Die größten Vorteile der Binnenschifffahrt liegen in der Beförderung großer Mengen sowie im Transport von Gütern mit Übermaßen und Schwergut. Hinzu kommen zuverlässige Transitzeiten bei Einhaltung fix vereinbarter Lade- und Löschtermine.</p>



<p><strong>Die Politik fordert verstärkt eine Verlagerung auf die Wasserstraße: Was müsste konkret passieren, damit die Binnenschifffahrt tatsächlich stärker in europäische Lieferketten integriert wird?</strong></p>



<p>Die Politik hat in den letzten Jahren viel versäumt und ist über Lippenbekenntnisse kaum hinausgekommen. Ich habe bereits mehrfach vorgeschlagen, das Kleinwasserrisiko – bedingt durch fehlende Infrastruktur bzw. nicht ausreichend ausgebaute Wasserstraßen – durch einen Förderbeitrag pro geleichterter Tonne von der öffentlichen Hand abdecken zu lassen. Das könnte zu einer stärkeren Verkehrsverlagerung auf die Wasserstraße führen und Lieferketten kalkulierbarer machen. Angesichts der angespannten budgetären Situation in vielen europäischen Ländern sehe ich diesen Vorschlag derzeit jedoch in weiter Ferne.</p>



<p><strong>Wie schätzen Sie die mittelfristige Zukunft der Binnenschifffahrt zwischen Österreich und Osteuropa ein – und welche politischen oder wirtschaftlichen Impulse wären jetzt notwendig?</strong></p>



<p>Zwischen Österreich und Osteuropa sehe ich die Transportmengen auf der Wasserstraße kurz- bis mittelfristig stagnieren. Durch den Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Maßnahmen der Europäischen Union sind Güter – insbesondere Agrarprodukte – aus unseren östlichen Nachbarländern auf dem westeuropäischen Markt nicht mehr wettbewerbsfähig. Ukrainische Produkte werden über Straße und Schiene kostengünstiger nach Westeuropa transportiert.</p>



<p>Das kann sich durch ein Ende des Krieges und den anschließenden Wiederaufbau der Infrastruktur wieder ändern. Politische Lenkungseffekte könnten zudem durch eine Verteuerung bzw. Einschränkung von Sonderbewilligungen für Straßentransporte von Schwer- und überdimensionalen Gütern erzielt werden.</p>



<p><strong>Wie positioniert sich Multinaut in diesem Spannungsfeld aus steigenden Anforderungen, Preisdruck und Nachhaltigkeitszielen – und wo sehen Sie die größten Chancen für Ihr Unternehmen in den kommenden Jahren?</strong></p>



<p>Wir verfügen über eine schlanke Unternehmens- und Kostenstruktur. Dadurch ist ein schnelles und kurzfristiges Handeln möglich, sodass wir rasch auf Marktveränderungen in diesen herausfordernden Zeiten reagieren können.</p>



<p>Die größten Chancen sehen wir weiterhin in der Verkehrsverlagerung von Straße und Schiene auf die europäischen Wasserstraßen sowie in der Küstenschifffahrt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/die-politik-hat-viel-versaeumt/">„Die Politik hat viel versäumt“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
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		<item>
		<title>Mehr Wasser, bitte!</title>
		<link>https://www.verkehr.co.at/mehr-wasser-bitte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[beganovic]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Apr 2025 08:01:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Binnenschifffahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Donau]]></category>
		<category><![CDATA[Multinaut]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Peter Jedlicka lebt Binnenschifffahrt. Der Multinaut-Geschäftsführer setzt auf schlanke Strukturen, flexible Entscheidungen – und fordert mehr Rückendeckung für die Wasserstraße.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/mehr-wasser-bitte/">Mehr Wasser, bitte!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-18aa7ebd12578c7c2a5f1b03dcf86b6a">Seit fünf Jahren führt Peter Jedlicka seine Multinaut Donaulogistik wieder in Eigenregie. Nach zwölf Jahren unter dem Dach der Imperial-Gruppe ist das Unternehmen zurück auf Kurs – und das mit Erfolg. „Diese fünf Jahre nach 12 Jahren Beteiligung der Imperial-Gruppe sind für uns gut gelaufen und wir sind mit dem Geschäftsgang zufrieden“, sagt der erfahrene Logistiker. Von seinem Büro am Wiener Handelskai blickt Jedlicka direkt auf die Donau, seinen Hauptverkehrsträger. Mit dem Fernglas beobachtet er ein vorbeiziehendes Güterschiff – Alltag im Leben eines Mannes, der das Wasser seit Jahrzehnten kennt. 2023 transportierte Multinaut rund 700.000 Tonnen Fracht über die Wasserstraße – vom Rhein bis zur Mündung der Donau ins Schwarze Meer. Doch das Umfeld bleibt herausfordernd: Der Krieg in der Ukraine hat die Verkehrsströme auf der östlichen Donau erheblich verändert. „Volumina, die bis zum Kriegsbeginn über die östliche Donau kamen, sind jetzt nicht mehr vorhanden oder fanden neue Wege“, erklärt Jedlicka.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-37ef83e490ea13dcbe1b39418cbff9b4">Maßgeschneidert und maritim</h2>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-dc01eeb95bcddf1b7c328bab0c2c558f">Multinaut arbeitet mit derzeit zwölf Partikulierschiffern zusammen. Diese bringen ihre eigenen Schiffe ein, für die das Unternehmen passende Fracht akquiriert und die Logistik organisiert. „Für Technik und operativen Ablauf sind die Partikuliere verantwortlich“, beschreibt Jedlicka das Modell, das für alle Beteiligten flexibel und wirtschaftlich ist.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-1f7f34464a3637e7ab5a1cc8f22def7e">Doch Multinaut denkt multimodal: Mit Speditionskonzession ausgestattet, bietet das Unternehmen auch landseitige Vor- und Nachläufe sowie Seeverladungen an – maßgeschneidert über ein Netzwerk langjähriger Partner. Die Schiffe, meist mit 800 bis 2.000 Tonnen Kapazität, befördern Massengüter wie Getreide, Düngemittel oder Futtermittel. Auch Projektladungen oder Schwerguttransporte werden abgewickelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-f485b11cc2c8a17cfcf1324000c1aa50">Für Kunden und Klima</h2>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-055307915d01a9aab01f1e750f7c2ce1">Die Vorteile der Eigenständigkeit sind spürbar. Entscheidungen fallen schneller, Anpassungen an kurzfristige Änderungen sind leichter umsetzbar. „Das kommt uns sehr entgegen“, sagt Jedlicka. Denn die Binnenschifffahrt bleibt ein Geschäft voller Unwägbarkeiten. Planung ist gut – aber Flexibilität ist besser.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-d29b2ef08db8e16fb3d499ca18faa8c0">Zu den Kunden von Multinaut zählen internationale Handelsunternehmen, Produzenten und Spediteure. Letztere würden aus Jedlickas Sicht gut daran tun, die Binnenschifffahrt bei ihren Transportketten häufiger einzubeziehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: große Volumina, niedriger CO₂-Ausstoß, gute Planbarkeit – zumindest, wenn Pegel und Politik mitspielen. Jedlicka kennt aber die Realität: Der Preis ist oft das entscheidende Kriterium. „Der Wassertransport muss sich für den Kunden rechnen – aber auch für uns, weil wir nicht zu jedem Preis fahren können“, stellt er klar. Diese Ehrlichkeit gehört zur DNA des Unternehmens.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-868d66753a645a861737b672ef0ba82a">Seit 1978 ist Jedlicka in der Logistik tätig, als Lehrling bei Schenker in Wien gestartet. Heute ist er eine feste Größe in der Branche – einer, der Binnenschifffahrt nicht nur managt, sondern lebt. Und einer, der sich von bloßen Lippenbekenntnissen der Politik nicht blenden lässt.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-446f9cb461b1ab76864cde978c718680">Mehr Mut zur Verlagerung</h2>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-c54e4d1bb0124a5e49dfe0e12ccc0cca">Jedlicka fordert konkrete politische Unterstützung – etwa beim heiklen Thema Niederwasserzuschlag: „Würde sich die öffentliche Hand dafür zugänglich zeigen, könnte man der Verlagerung auf das Wasser wertvolle Hilfestellung leisten.“ Viel wird über Binnenschifffahrt gesprochen, doch zu wenig umgesetzt.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-bfad973badce642b8d7cf3d20128d312">Dennoch bleibt der Unternehmer optimistisch: „Wir haben 30 Jahre gute Arbeit geleistet und werden das auch weiterhin so praktizieren.“ Jedlicka steht sinnbildlich für eine Branche, die viel Potenzial hat – wenn man sie denn lässt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.verkehr.co.at/mehr-wasser-bitte/">Mehr Wasser, bitte!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.verkehr.co.at">Wochenzeitung Verkehr</a>.</p>
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